24.07.2006 · Einen Tag nach der Bekanntgabe einer positiven Dopingprobe im deutschen Triathlon hat Jürgen Zäck ein Geständnis abgelegt. „Hiermit möchte ich erklären, daß ich der betroffene Athlet bin“, sagte der 40jährige. Er bestreitet aber, wissentlich gedopt zu haben.
Der deutsche Sport hat mit Ironman-Pionier Jürgen Zäck einen neuen prominenten Dopingsünder. Der 40 Jahre alte Triathlet gestand am Montag, daß eine von ihm bei einer Trainingskontrolle genommene Dopingprobe positiv gewesen ist.
Er habe jedoch nicht wissentlich gedopt, ließ Zäck einen Tag nach dem Ironman Frankfurt, den er relativ kurzfristig abgesagt hatte, über seinen Anwalt mitteilen. Laut Zäck soll der Befund durch die Einnahme eines Nahrungsergänzungsmittels positiv ausgefallen sein. Er beteuerte seine Unschuld. „Ich habe im Verlauf meiner Karriere nie verbotene Mittel zur Leistungssteigerung genommen“, hieß es in der Mitteilung des Koblenzers. Bis Mitte der Woche soll das Ergebnis der B-Probe vorliegen. „Erst danach werde ich mich über meine Emotionen zu diesem Fall äußern“, erklärte der sichtlich enttäuscht wirkende Präsident der Deutschen Triathlon Union (DTU), Klaus Müller-Ott.
„Keine Entschuldigung“
Der Wettkampf in Frankfurt war ursprünglich als krönender Abschluß der Karriere des fünfmaligen Roth-Gewinners geplant. Zäck führte das Testergebnis der A-Probe auf den Verzehr eines „kontaminierten Nahrungsergänzungsmittels“ zurück. „Das mag ja richtig sein, ist aber keine Entschuldigung. Jeder Sportler ist für sich selbst verantwortlich“, meinte Müller-Ott. Der Verbandspräsident hatte am Sonntag am Rande des Ironman Germany den neuerlichen Dopingfall im Triathlonsport bekanntgegeben, den Namen des betroffenen Athleten jedoch noch nicht genannt. Vor zwei Jahren war Nina Kraft bei ihrem Hawaii-Erfolg des Dopings überführt worden.
Am Montag ging Zäck, der mit 7:51:42 Stunden immer noch die zweitschnellste Zeit in der Geschichte über die Ironman-Distanz hält, selbst in die Offensive. „Am 22. Mai wurde ich einer Trainingskontrolle unterzogen. Am 7. Juli 2006 teilte mir die Deutsche Triathlon-Union mit, daß die A-Probe dieser Trainingskontrolle eine erhöhte Konzentration des Metaboliten Etiocholanolon aufweist“, erklärte Zäck, der neben dem ersten deutschen Hawaii-Sieger Thomas Hellriegel zu den Gründervätern der olympischen Sportart in Deutschland zählt.
Besonders pikanter Fall
Zäck hatte seine Teilnahme am Ironman Germany eine Woche zuvor wegen Rückenproblemen überraschend per E-Mail beim Veranstalter abgesagt und seine erfolgreiche Karriere für beendet erklärt. Die Art und Weise der Absage sowie die Tatsache, daß Zäck in der vergangenen Woche für niemanden zu erreichen war, hatte nicht nur beim Organisator des Ironman Germany, Kurt Denk, für Irritationen gesorgt. „Man erreicht ihn seit Tagen nicht. Natürlich mache ich mir da meine Gedanken“, erklärte Denk am Sonntag.
Pikant ist der Dopingfall Zäck auch deshalb, weil der Koblenzer seine Erfahrungen nach seiner Karriere in der von der DTU und dem Ironman-Veranstalter Xdream gegründeten Triathlon-Stiftung zur Nachwuchsförderung einbringen sollte. Dies dürfte nun hinfällig werden. Vor dem 40jährigen waren im Jahr 2004 die Probe von Nina Kraft nach ihrem Hawaii-Sieg sowie der Test der Braunschweigerin Katja Schumacher positiv ausgefallen. Kraft wurde wegen Blutdopings für zwei Jahre, Schumacher wegen eines erhöhten Testosteron-Wertes nach dem Ironman Germany in Frankfurt für ein Jahr gesperrt.