Home
http://www.faz.net/-gub-wzfc
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Freitag, 17. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Doping Pettygrew gibt Gold zurück

04.06.2008 ·  Antonio Pettigrew ist für zwei Jahre gesperrt worden. Der ehemalige 400-Meter-Läufer hat zudem angekündigt, seine Goldmedaille von den Olympischen Spielen 2000 zurückzugeben. Pettigrew will außerdem auf seine Weltmeistertitel verzichten.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (0)

Olympiasieger Antonio Pettigrew hat 13 Tage nach seinem Doping-Geständnis seine bei den Spielen 2000 in Sydney mit der 4 x 400 Meter-Staffel der USA gewonnene Gold-Medaille zurückgegeben. Pettigrew hatte am 22. Mai als Zeuge im Prozess gegen seinen ehemaligen Trainer Trevor Graham vor einem Gericht in San Francisco zugegeben, von 1997 an mit EPO und Wachstumshormonen gedopt zu haben. Dafür wurde er nun von der Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten (Usada) zu einer Sperre von zwei Jahren verurteilt.

Bereits am Montag hatte Staffelkollege Michael Johnson angekündigt, seine Medaille aufgrund von Pettigrews Aussagen zurückgeben zu wollen. „Es gehört viel Mut dazu, um die Verantwortung für ein solch ungeheuerliches Verhalten zu übernehmen. Hoffentlich hat dieser Fall eine starke Wirkung auf die jungen Athleten und zeigt, wie wichtig es ist, sauber zu konkurrieren“, betonte der Geschäftsführer der Usada, Travis Tygart. Die Usada hatte den Fall nach Pettigrews Geständnis übernommen.

Drei der vier Goldmedaillengewinner sind überführt

Der 40-Jährige ehemalige Sprintstar, der selbst nie positiv getestet worden war, stimmte außerdem zu, auf sämtliche, seit 1997 gewonnenen Titel - darunter die Weltmeisterschafts-Goldmedaillen von 1997 und 1999 mit der US-Staffel - zu verzichten. Nach Pettigrews Geständnis sind nun drei der vier Läufer der siegreichen Goldstaffel von 2000 des Dopings überführt. Die Zwillinge Alvin und Calvin Harrison wurden wegen der Einnahme illegaler Mittel gesperrt. Alvin Harrison akzeptierte 2004 eine vierjährige Dopingsperre, nachdem er zuvor zugegeben hatte, leistungssteigernde Mittel genommen zu haben. Sein Bruder Calvin wurde 2003 auf ein verbotenes Stimulanzmittel positiv getestet und für zwei Jahre gesperrt.

Beide haben jedoch ihre Medaillen nie zurückgegeben. Die IAAF hatte bereits im Juli 2004 den Beschluss gefasst, der gesamten US-Staffel Gold abzuerkennen. Nach einem Protest aus den USA entschied der Internationale Sport-Gerichtshof Cas vor drei Jahren aber zu Gunsten von Johnson und Co. Als Begründung führte der Cas an, dass der wegen Dopingvergehens lebenslang gesperrte Jerome Young bei Olympia in Sydney nur im Vorlauf eingesetzt worden war. „Jeder von ihnen muss selbst wissen, was er macht. Aber was Michael Johnson entschieden hat, scheint richtig zu sein, nämlich die Medaillen abzugeben“, so Tygart.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Ums letzte Hemd

Von Jörg Hahn

Trikots sind die individuellen Trophäen des Fußballspielers. Das von Messi war auch diese Woche heißbegehrt. Und die Trikottausch-Aktionen sorgen für Diskussionen. Mehr