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Doping Manzano klagt Leichtathleten an

25.09.2006 ·  Die Doping-Affäre um den spanischen Arzt Fuentes, die bereits im Radsport für einen neuen Skandal gesorgt hat, wird sich aller Voraussicht nach auch auf die Leichtathletik und den Fußball ausweiten.

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Nach Darstellung der ZDF-"Sportreportage" wird sich die spanische Dopingaffäre, die in diesem Sommer zunächst den Radsport erschüttert hat, auf weitere Sportler und Sportarten ausweiten. Am Sonntag wurde im ZDF José Antonio Hernandez, Polizeireporter der in dieser Affäre stets blendend informierten Zeitung "El País", zitiert: "Die ,Operation Puerto' wird in eine zweite Phase treten. Und die Ermittlungen werden sich vor allem auf Leichtathletik und Fußball konzentrieren."

Der frühere Radprofi Jesus Manzano lieferte mit seinen Aussagen das kriminelle Netz um den Arzt Eufemiano Fuentes den Behörden aus. Alles, was Manzano zu Protokoll gab, bestätigte sich später durch die Ermittlungen. Manzano behauptet nun gegenüber dem ZDF: "Bei Doktor Fuentes habe ich im Hotel Torrejon viele getroffen. Zum Beispiel Leichtathleten. Also Stars wie Abel Anton, Alberto Garcia, Martin Fiz und auch Reyes Estevez waren da." Anton und Fiz waren Marathon-Weltmeister, Garcia und Estevez Europameister auf Lang- und Mittelstrecke. Garcia verbüßte schon eine zweijährige Sperre wegen Epo-Dopings.

„Sie haben Schiß“

Die ermittelnde Guardia Civil steht nach den Razzien noch immer vor dem Problem, daß für viele Verdächtige die zweifelsfreie Zuordnung der beschlagnahmten Blutkonserven noch nicht möglich ist. Dopingarzt Fuentes hatte schon wenige Tage nach seiner Haftentlassung selbst angedeutet, weitaus mehr Sportler als bisher bekannt bedient zu haben: "Wo sind meine Fußballspieler?"

Manzano widerspricht Fußball-Weltverbandspräsident Joseph Blatter ("In den Mannschaftssportarten gibt es praktisch kein Doping"), wenn er sagt: "Ich habe einen Freund, der Fußballprofi ist und der zu Fuentes ging. Er spielt in der Primera Division. Und jetzt hat er Angst wie alle anderen. Sie hoffen, daß dieser Sturm, dieser Tsunami vorbeizieht, so wie er gekommen ist, und sie in Ruhe weitermachen können. Aber sie haben Schiß.“ Manzano nannte den Fußballprofi gegenüber dem ZDF nicht namentlich. Es handele sich um einen Nationalspieler aus einem der beiden großen Klubs Spaniens.

Neue Ermittlung gegen Ullrich

Die These von Doping im Fußball untermauerte das ZDF mit einer Videoaufnahme, die einst dem italienischen Fernsehen zugespielt worden war. Sie zeigt, wie sich der AC Parma 1999 auf sein Spiel des Jahres vorbereitete. Am Vorabend des Uefa-Cup-Endspiels gegen Olympique Marseille in Moskau (3:0) ließ sich Fabio Cannavaro - inzwischen Weltmeister und seit Juli bei Real Madrid unter Vertrag - bereitwillig filmen, wie ihm das herzstimulierende Mittel Neoton verabreicht wurde.

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen Radprofi Jan Ullrich wegen des Verdachts der falschen eidesstattlichen Versicherung eingeleitet. Dies bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft der ARD.

Quelle: F.A.Z., 25.09.2006, Nr. 223 / Seite 32
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