03.11.2006 · Trevor Graham ist wegen Falschaussagen in offiziellen Doping-Anhörungen angeklagt worden: Der umstrittene Leichtathletik-Trainer von Olympiasieger Justin Gatlin soll die amerikanische Justiz mehrmals angelogen haben.
Sprint-Coach Trevor Graham ist wegen Falschaussagen in offiziellen Doping-Anhörungen angeklagt worden: Der umstrittene Leichtathletik-Trainer von 100-Meter-Olympiasieger und Weltmeister Justin Gatlin soll die amerikanische Justiz bei deren Ermittlungen im Kampf gegen den Doping-Mißrauch unter Top-Athleten mehrmals angelogen haben.
Sollte Graham überführt werden, drohen ihm fünf Jahre Gefängnis. „Diese Anklage ist ein Beweis dafür, wie weit wir
im Kampf gegen Doping gekommen sind und wie gut die Zusammenarbeit mit der Justiz funktioniert“, erklärte Terry Madden, Chef der Anti-Doping-Agentur der Vereinigten Staaten (USADA).
Hat Graham seine Athleten mit Steroiden versorgt?
Graham hatte 2003 anonym eine Spritze mit dem Dopingmittel THG an die USADA geschickt und damit die Affäre um das Skandallabor Balco ins Rollen gebracht. Damals war ihm als Kronzeuge Immunität versprochen worden, allerdings nicht für Falschaussagen. Graham soll in den Anhörungen stets betont haben, den Athleten nie Steroide besorgt zu haben. Dies ist laut Anklage falsch. Graham hatte mindestens neun Athleten trainiert, die in den letzten Jahren in Doping-Skandale verwickelt waren, darunter auch den früheren 100-Meter-Weltrekordler Tim Montgomery und Olympiasiegerin Marion Jones.
„Es ist alarmierend, daß die Regierung diesen Kurs einschlägt, obwohl Graham den Mut gehabt hat, die Balco-Affäre überhaupt ins Rollen zu bringen“, sagte Grahams Anwalt Joseph Zeszotarski. Die Strategie der Verteidigung sei noch nicht geklärt.