Home
http://www.faz.net/-gub-t0nl
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Freitag, 17. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Doping Jan Ullrich schmollt und dementiert

03.09.2006 ·  Jan Ullrich schmollt im Schweizer Exil und schweigt sich in Sachen Doping aus. "Ich habe mich bewußt dazu entschieden, die vielen unzutreffenden Berichte nicht zu kommentieren“, verkündet der Radprofi.

Artikel Lesermeinungen (0)

Jan Ullrich schmollt im Schweizer Exil und schweigt sich in Sachen Doping aus. "Ich habe mich bewußt dazu entschieden, die vielen unzutreffenden Berichte nicht zu kommentieren. Sonst könnte ich mich den ganzen Tag mit der Richtigstellung von Fakten beschäftigen", verkündigte der Tour-de-France-Sieger von 1997 auf seiner Homepage. Neue Anschuldigungen gegen seine Person im Skandal um den spanischen Arzt Eufemiano Fuentes weist Ullrich dennoch zurück. "Wenn ich etwa lesen muß, daß sich die Affäre um den spanischen Arzt Dr. Fuentes nach Hamburg ausgeweitet haben soll und wiederum mein Name in diesem Zusammenhang genannt wird, kann ich nur den Kopf schütteln. Ein Gerücht wird nicht dadurch wahrer, daß es einmal gedruckt und dann ständig wiederholt wird", schreibt der bei T-Mobile entlassene ehemalige Weltmeister, für den derzeit das Privatleben im Vordergrund steht. Am kommenden Wochenende will er seine Freundin Sara Steinhauser kirchlich heiraten, die standesamtliche Trauung fand an diesem Wochenende statt.

Daß, wie von ARD-Informanten berichtet, illegale Blutextraktionen bei designierten Tour-Startern in einem Hamburger Hotel und einem Apartment vorgenommen worden sein sollen und in diesem Zusammenhang wieder der Name Ullrich auftaucht, ist zumindest momentan kein T-Mobile-Problem mehr. Dennoch befindet sich der Bonner Renommier-Rennstall in der Zwickmühle.

Zwei Monate nach Ullrichs Ausmusterung verließ Andreas Klöden das Team, ein gleichwertiger Ersatz ist nicht in Sicht. Die Ursache dafür sieht die Teamleitung auch in dem angekündigten härteren Anti-Doping-Kampf. "Wir könnten mehr Fahrer bekommen, wenn wir künftig nicht so hart kontrollieren würden", heißt es von dem T-Mobile-Team im Nachrichtenmagazin "Focus".

Der Rennstall plant, wie vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) gefordert, vier- bis sechsmal pro Jahr Blutvolumenmessungen, mit denen die Teamärzte prüfen können, ob der Körperstoff zwecks Sauerstoff-Zuführung für die Muskeln manipuliert wurde. Zudem sollen die Fahrer verpflichtet werden, eine Teamerlaubnis für die Zusammenarbeit mit externen Ärzten zu akzeptieren. Vorerst setzt man für die Zukunft auf junge Fahrer. Nach dem ehemaligen Meister Gerald Ciolek wurde am Sonntag der 21jährige Mark Cavendish als erster Brite im Team verpflichtet.

Pat McQuaid, der irische Präsident des Internationalen Radsportverbandes (UCI), sagte: "Die Operation Puerto hat gezeigt, daß es nicht mehr einzelne Fahrer sind, die mit Hilfe individueller Ärzte Doping durchführen. Es hat sich so etwas wie eine Dopingkultur entwickelt. Ein halbes Dutzend betroffener nationaler Verbände muß anfangen, die neue Situation zu studieren." Er bestätigte, daß die UCI die Informationen über die meisten der in die Operation Puerto verwickelten Fahrer inzwischen erhalten hat. "Die Dossiers, wir bekamen rund 500 Seiten aus Spanien, werden so schnell wie möglich an die nationalen Verbände weitergeleitet."

Quelle: F.A.Z., 04.09.2006, Nr. 205 / Seite 30
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Muntermacher Alba

Von Michael Reinsch

Alba Berlin läuft weiter den Erwartungen hinterher. Im Pokal ereilte den Klub nun das vorzeitige Aus. Nun dient der Vorzeigeklub nur noch als Motivation für die Gegner. Mehr