19.02.2009 · Alejandro Valverde wehrt sich gegen die Doping-Vorwürfe der italienischen Justiz. Der Ankläger Ettore Torri sieht sich dennoch im Recht. Er führt als Beweise neben DNA-Proben auch Dokuemente an, die beim spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes beschlagnahmt wurden.
Der spanische Radprofi Alejandro Valverde hat in einer ersten Anhörung beim Nationalen Olympischen Komitee Italiens (Coni) die gegen ihn vorgebrachten Doping-Vorwürfe von sich gewiesen. „Die Vorwürfe sind unbegründet“, sagte Valverdes Anwalt Federico Cecconi nach der rund 45-minütigen Anhörung am Donnerstag in Rom, „wir sind hierhergekommen, um zu erklären, dass Valverde mit den Vorwürfen nichts zu tun hat.“
Der Anti-Doping-Ermittler des Coni, Ettore Torri, verkündete hingegen: „Wir werden ihn anklagen, ob er nun etwas sagt oder nicht.“ Valverde hatte nach der Sitzung in den Coni-Räumen des römischen Olympiastadions keine Stellungnahme abgegeben.
Ankläger Torri sieht sich im Recht
Seine Anwälte wollen nun erst klären, welche Instanz für den Fall überhaupt zuständig ist. Bereits am Vortag erklärte ein Madrider Gericht das Verfahren in Italien für „null und nichtig“. Valverdes Anwalt Cecconi sagte, man wolle „auf die Polemiken der letzten Tage nicht eingehen“. Ankläger Torri betonte hingegen: „Das italienische Gesetz autorisiert uns, auch gegen Sportler anderer Länder zu ermitteln, wenn diese Wettkämpfe in Italien bestreiten.“ Von Valverde war im vergangenen Jahr bei einem Tour-de-France- Abstecher nach Italien in Prato Nevoso eine Blutprobe entnommen worden.
Die italienische Strafjustiz in Person von Staatsanwalt Paolo Ferraro hatte daraufhin die DNA der Probe mit jener verglichen, die 2006 im Rahmen der Anti-Doping-Razzia „Operación Puerto“ in Blutbeuteln beim Mediziner Eufemiano Fuentes gefunden wurde. „Die Strafjustiz hat nachgewiesen, dass das Blutplasma in Beutel 18 eindeutig von Valverde stammt“, erklärte Torri. (siehe: Dopingaffäre Fuentes: Neue Beweise gegen Radprofi Valverde)
Fuentes-Dokumente als Beweis
Als weitere Beweise nannte der Ankläger Dokumente, die bei Fuentes beschlagnahmt worden seien, in denen Angaben über Geld-Zahlungen und Medikamente aufgelistet seien. Diese Dokumente bedürften allerdings noch einer Interpretation. Genau dies kritisiert das Lager von Valverde. „Uns wurde nicht gesagt, wann, wo und wie eine Verletzung des Wada-Codes begangen wurde“, unterstrich Cecconi. Eine Sperre gegen Valverde wird derzeit noch nicht erwogen.
Da das Verfahren läuft, hat Torri nur die Möglichkeit, den Spanier vorläufig zu sperren, und dies wolle er sich noch überlegen. Die endgültige Entscheidung liege im Anschluss an ein offizielles Verfahren beim Disziplinarausschuss des Coni. Neben einem sportgerichtlichen Prozess droht Valverde zudem ein Verfahren durch die Strafjustiz. Der Radprofi erhielt bei seiner Ankunft in der italienischen Hauptstadt einen Ermittlungsbescheid durch die Carabinieri. Dabei wurde er darüber informiert, dass die Strafjustiz ein Verfahren wegen Verletzung des italienischen Anti- Doping-Codes eröffnet hat.