02.05.2007 · Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Mannschaftsärzte des T-Mobile-Radrennstalles eingeleitet. Ein ehemaliger Masseur behauptet, in dem Team habe es organisiertes Doping mit Hilfe der Ärzte gegeben.
Die Staatsanwaltschaft Freiburg hat ein Ermittlungsverfahren gegen die Mannschaftsärzte des früheren Telekom-Radrennstalls, Andreas Schmid und Lothar Heinrich, eingeleitet. Dies bestätigte Oberstaatsanwalt Wolfgang Maier der „Süddeutschen Zeitung“. Die Behörde reagiert damit auf eine Anzeige des Dopingexperten Professor Werner Franke. Maier wies allerdings auch darauf hin, dass mögliche Verstöße im Jahr 1996 etwa verjährt sein könnten. „Es liegt ein Anfangsverdacht vor, der es rechtfertigt, dass wir Ermittlungen aufnehmen“, sagte Maier.
„Wir begrüßen die Entwicklung, dass jetzt an allen relevanten Stellen gehandelt wird. Wir tun was, Freiburg tut was, und die Staatsanwaltschaft tut was“, sagte T-Mobile-Sprecher Christian Frommert. Zur Person Lothar Heinrich und einer möglichen vorläufigen Suspendierung des Mediziners kündigte T-Mobile für Donnerstag eine Entscheidung an: „Wir werden heute Abend mit Lothar in Kontakt treten und morgen eine Entscheidung bekanntgeben.“ Die Bonner machten bereits deutlich, dass man sich um Alternativen zur Freiburger Klinik kümmern wolle.
„Ein großes Problem für die beiden Ärzte“
Franke bezieht sich in seiner Anzeige auf die Enthüllungen von Jef D'hont. Der Belgier war in den 90er Jahren Masseur beim damaligen Team Telekom und behauptet in einem soeben erschienenen Buch, dass es in der Mannschaft organisiertes Doping mit Hilfe der Freiburger Ärzte gegeben habe. Franke erstattete daraufhin Anzeige wegen Verdachts auf Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz und wegen versuchter Körperverletzung.
Andreas Schmid gehört nicht mehr der medizinischen Abteilung des Teams an, ist aber noch immer für die Uniklinik in Freiburg tätig. Der Leiter der sportmedizinischen Abteilung des Klinikums, Hans-Hermann Dickhuth, äußerte sich erstmals kritisch über die beiden Mediziner. Schmid habe ihm gegenüber erklärt, er habe keine Absicht, gegen D'hont klagen zu wollen. Auch von Heinrich gibt es kein Signal, gegen d‘Hont vorgehen zu wollen. Generell habe er inzwischen den Eindruck, „dass die Vorwürfe ein großes Problem für die beiden Ärzte werden könnten“, sagte Dickhuth. Die Klinik selbst will die Affäre durch eine externe Gutachterkommission untersuchen lassen.