02.05.2010 · Seit zwölf Jahren schon spielt Dirk Nowitzki für Dallas. Einen Meistertitel mit den Mavericks gewann er allerdings nie. Auch in dieser Saison war wieder früh Schluss. Für den Deutschen fanden sie nie die optimale Mischung aus Mitspielern und Taktik.
Von Jürgen KalwaDas gute Dutzend ist voll. Und die Bilanz sieht so aus: Auf der Haben-Seite stehen insgesamt rund 125 Millionen Dollar brutto. Auf der Soll-Seite steht die Zahl Null. Die große Ziffer ist die Summe, die Dirk Nowitzki bei den Dallas Mavericks in den zwölf Jahren seiner bemerkenswerten NBA-Karriere verdient hat. Die andere ist der Gesamtbetrag dessen, was dabei herausgesprungen ist: keine einzige Meisterschaft für die Dallas Mavericks.
Eine Zeitlang hielt sich in Dallas hartnäckig der Eindruck, dass man diese Ausbeute dem hochbegabten Sprungwurfspezialisten aus Würzburg in die großen Schuhe schieben müsse. Doch die Play-off-Serie gegen die San Antonio Spurs, bei der die Mannschaft in sechs Spielen abermals in der ersten Runde aus dem Rennen geworfen wurde, deutete in eine andere Richtung. Die Klubverantwortlichen haben in all den Jahren nie die optimale Mischung aus Mitspielern und Taktik gefunden, um das Potential des besten europäischen Basketballprofis auszuschöpfen.
Die Spurs, die in der Ära Nowitzki mit dem seit 1996 amtierenden Coach Gregg Popovich insgesamt viermal den Titel gewannen, brauchten nur ein Spiel, um Dallas zu analysieren. Sie isolierten und störten Nowitzki mit Energie und Ehrgeiz. Der 31-Jährige, der in diesem Sommer aus seinem Vertrag aussteigen und sich einen anderen Klub suchen kann, ließ in seinem Ärger nach dem frühen Aus erstmals durchblicken, dass er sich einen Weggang vorstellen kann: „Ich muss mir meine Optionen offenhalten.“
Die Optionen in der von der Gehaltsdeckelung Salary Cap geprägten NBA sind aber nicht sehr zahlreich. Hervorragend besetzte Mannschaften wie die Los Angeles Lakers oder die Boston Celtics verfügen nicht über den finanziellen Spielraum, um Nowitzki jene 21 Millionen Dollar zu zahlen, die ihm für das nächste Jahr automatisch zustehen, wenn er in Dallas bleibt.
Obendrein lässt sich nur schwer ausloten, in welche der starken Teams Nowitzki stilistisch am besten passt. Ein vielversprechendes Team wie die Orlando Magic etwa müsste erst Platz schaffen, um den Würzburger sinnvoll einzufügen. Die Cleveland Cavaliers müssten zunächst ihren Top-star LeBron James zu einem neuen Vertrag überreden, ehe sie sich an die weitere Planung heranwagen können.