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Dirk Nowitzki „Ich bin ein Pessimist“

08.05.2009 ·  Im Haus des deutschen Basketball-Nationalspielers Dirk Nowitzki in Dallas wurde eine 37 Jahre alte Frau festgenommen. Sie stand mehrfach wegen Fälschung und Diebstahls vor Gericht - und ist angeblich die Freundin des Sportprofis.

Von Jürgen Kalwa, New York
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Dirk Nowitzki pflegt normalerweise einen eisernen Grundsatz. Und auf den hat er sich am Donnerstag vor amerikanischen Journalisten in Dallas nach einer Trainingseinheit seines Klubs noch einmal klar berufen: „Ich will, dass mein Privatleben privat bleibt.“ Das sagte der deutsche Basketballprofi mit dunklen Ringen unter den Augen - bevor er sich mit hängenden Schultern und finsterem Blick zurückzog.

Dabei hatte die Öffentlichkeit plötzlich ein Interesse an dem verschlossenen Spieler wie selten zuvor. Er aber weigerte sich beharrlich, Fragen zu dem mysteriösen Fall zu beantworten, der sich in seiner sechs Millionen Dollar teuren Villa in einem Vorort von Dallas abgespielt hat.

Frau mit verschiedenen Identitäten

24 Stunden zuvor hatte die Polizei dort eine Frau festgenommen, gegen die zwei Haftbefehle vorlagen - einen, weil sie gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben soll, die sie nach einem Urteil wegen Scheckfälschung erhielt; und einen weiteren, weil sie sich angeblich kurz vor einem Prozess abgesetzt hatte, in dem sie wegen Betrugs angeklagt war. Die 37 Jahre alte Frau ist den Behörden nicht nur als Crystal Taylor bekannt, sondern führte in den letzten Jahren eine Reihe von unterschiedlichen Namen.

Dass der 30 Jahre alte Sportler, der in der besten Basketballliga der Welt 18 Millionen Dollar im Jahr verdient, Fragen von Journalisten ausweicht, wirkt angesichts der riesigen Publizität des Falles nicht erfolgversprechend. Es entspricht jedoch dem Naturell des aus Würzburg stammenden Sportlers, der als Lebensphilosophie den simplen Satz angibt: „Ich bin ein Pessimist.“

Ein Rackerer wie Sisyphos

Die Weisheit, die nun auch für sein Privatleben gelten könnte, hat in seinem Berufsleben schon länger gute Gründe. Seit Jahren blieb er immer wieder die erhofften großen sportlichen Erfolge schuldig - sei es in den Vereinigten Staaten oder auch mit der deutschen Nationalmannschaft. Weil er jedoch wie Sisyphos in der griechischen Mythologie stets unverdrossen rackerte, bevor es ihn wieder zurückwarf, wurde er zu einer weltbekannten Figur und in Deutschland zu einem Sympathieträger. Bei den Olympischen Spielen in Peking durfte er die deutsche Fahne ins Stadion tragen.

Es handelt sich übrigens nicht um das erste Mal, dass eine Person aus dem engeren Umfeld Nowitzkis in Schwierigkeiten mit dem Gesetz geraten ist. Sein wichtigster Förderer und Manager, Holger Geschwindner, saß 2005 fünf Wochen in Untersuchungshaft, weil ihm Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zur Last gelegt wurde. Geschwindner wurde zu einem Jahr auf Bewährung verurteilt, nachdem er die ausstehenden Schulden beglichen hatte.

Aber in diesem Fall geht es nicht um Steuern oder Bürokratie. Deshalb setzen die amerikanischen Medien nun alles in Bewegung, um das Ausmaß der Beziehung zwischen Nowitzki und der Frau aufzuhellen. Der örtliche Fernsehsender Channel 8 entdeckte ein wackliges, aber hinreichend scharfes Video im Internet, das Taylor und Nowitzki in freundlicher Umarmung zeigt.

Ist Crystal Taylor schwanger?

Als Aufnahmeort wurde die Küche in der Villa des Athleten identifiziert. Das Ganze garnierte der Fernsehkanal mit einer Reihe von Gerüchten. So soll Crystal Taylor schwanger sein. Zudem wollten die beiden angeblich heiraten. Weitere Berichte nähren den Verdacht, dass die beiden schon seit Monaten ein Paar waren.

Taylor saß bei einem Spiel im April neben Dirks Vater Jörg auf der Zuschauertribüne. Ihre Mutter Shirley im fernen St. Louis wusste ebenfalls von der Liaison. Bislang wurde jedoch noch nicht einmal offiziell bekannt, auf welche Weise die Strafverfolgungsbehörden der Frau auf die Spur kamen und weshalb sie Taylor ausgerechnet an einem Tag verhafteten, als Dirk Nowitzki mit seiner Mannschaft zu einem Auswärtsspiel in Denver unterwegs war.

Nowitzkis Team steckt mitten in den Play-offs

Der Dreißigjährige möchte das Thema so weit wie möglich von sich fern halten. Er steht mit den Dallas Mavericks in der zweiten Runde der Play-offs der National Basketball Association, wo Mannschaften in langen und hart umkämpften Serien von bis zu sieben Begegnungen ermitteln, wer weiterkommt und wer im Kampf um die Meisterschaft ausscheidet.

Nach schwachen Leistungen in den Vorjahren machte man sich in dieser Saison in Dallas erstmals wieder berechtigte Hoffnung auf ein besseres Abschneiden. Doch nach nur zwei Partien gegen die Denver Nuggets liegt das Team bereits mit 0:2 Punkten im Rückstand. An diesem Samstag steht die vorentscheidende dritte Partie an.

Immerhin gibt Nowitzki in diesen Tagen zumindest zu Basketballfragen Auskunft. Seine Antworten sind vermutlich darauf angelegt, seine Mannschaftskollegen sowie die Anhänger des Klubs zu beruhigen: „Ich bin ein Krieger“, sagte der 2,13 Meter große Hüne am Donnerstag. Das ist schon deswegen tröstlich, weil von seiner Form und Treffsicherheit Wohl und Wehe des Teams abhängen.

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