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Dirk Bauermann im Gespräch „Der direkte Aufstieg mit dem FC Bayern ist Pflicht“

16.06.2010 ·  Der FC Bayern will auch im Basketball eine Marke werden. Nun verpflichteten die Münchner Bundestrainer Dirk Bauermann. Im F.A.Z.-Interview spricht er über seinen Gang in die zweite Liga, die finanziellen Voraussetzungen und die hohen Erwartungen.

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Bundestrainer Dirk Bauermann geht als Vereinstrainer in die zweite Liga, um Spitzenbasketball in der bayerischen Metropole zu etablieren, und weiß: Das impliziert Erfolg. Die finanziellen Voraussetzungen dafür sind gegeben, die Erwartungen sind hoch. Im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht Bauermann über Basketball der Marke Bayern München, sein persönliches Risiko und seine Doppelfunktion.

Sie sind der Bundestrainer, arbeiten mit Stars wie Dirk Nowitzki zusammen, haben mit Leverkusen und Bamberg alles in Deutschland gewonnen. Warum riskieren Sie einen Abstieg in die zweite Liga?

Weil der FC Bayern mit einer, was sein Basketballprojekt betrifft, komplett veränderten Zielsetzung antritt. Bei den Gesprächen ist mir schnell klargeworden, dass es sich um ein Projekt mit großem Potential handelt. Aufgrund der großen Chancen auch für den deutschen Basketball ist es ein großer Reiz für mich, auch mal für ein Jahr in die zweite Liga (ProA) zu gehen.

Woran denken Sie, wenn Sie dem FC Bayern ein großes Potential unterstellen? An nationale Meisterschaften, Erfolg in Europa wie beim FC Barcelona oder Real Madrid?

Das kann man natürlich nicht vorhersehen. Aber ich hätte mich nie überzeugen lassen, für ein Jahr einzusteigen, um den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga zu realisieren. Hinter der Vision steckt der klare Gedanke, Spitzenbasketball zu etablieren. Das impliziert natürlich Erfolg. Deshalb ist das Projekt so interessant.

Und risikoreich?

Ja. Ich gehe ein hohes persönliches Risiko ein. Das darf nicht schiefgehen, es gibt nur eine Chance in der nächsten Saison.

Der direkte Aufstieg ist Pflicht?

Für mich und den FC Bayern kommt nichts anderes in Frage. Der direkte Aufstieg im ersten Jahr ist die Grundvoraussetzung, damit das Projekt überhaupt funktionieren kann. Es wird aber schwieriger, als man das denken mag.

Warum?

Wenn der FC Bayern sich auf die Fahnen schreibt, Spitzenbasketball in München etablieren zu wollen, wenn sich jemand wie Uli Hoeneß beteiligt, wenn der Bundestrainer verpflichtet wird, dann entwickelt das eine Dynamik bei Gegnern. Sie werden besonders gut spielen wollen, jedes Spiel wird vermutlich ausverkauft sein, die Fans werden ein entsprechendes Spektakel entfachen, um der eigenen Mannschaft zum Sieg zu verhelfen.

Sie werden eine gute Mannschaft brauchen ...

Sicher. Ich hätte mich nicht zur Verfügung gestellt, wenn die wirtschaftlichen, finanziellen und damit auch personellen Voraussetzungen für die anvisierten Ziele nicht realisierbar wären. Ich habe ja als Trainer vorerst nichts zu gewinnen, sondern nur zu verlieren. Man braucht eine hohe Qualität im Kader. Ich habe schon länger versucht, personelle Entscheidungen vorzubereiten. Aber das ist natürlich schwierig, wenn man noch nicht sagen kann, unter welchen Bedingungen man spielen wird.

Bayern München wird Erstligaspieler verpflichten?

Wir werden Spieler mit hoher sportlicher und menschlicher Qualität verpflichten, die mit dem Druck und der Tatsache zurechtkommen müssen, für ein Jahr in die zweite Liga zu gehen. Im Grunde gilt für sie das Gleiche wie für mich: Ohne die Marke FC Bayern, ohne dieses Potential und die Qualität wäre es aussichtslos. So aber bin ich optimistisch, dass wir Spieler finden, die so ein Projekt fasziniert.

Sie haben in den vergangenen Jahren als Bundestrainer die Ausländerregelung stark kritisiert und mehr Einsatzzeiten für deutsche Talente gefordert. Werden Sie diese Haltung beim FC Bayern umsetzen?

Wir werden sicher eine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern haben. Und es muss uns auch gelingen, den Spagat zu schaffen, langfristig junge Spieler heranzuführen. Sonst würde ich unglaubwürdig. Aber wenn wir es übertreiben, dann werde ich in meiner Doppelfunktion (als Bundes- und Vereinstrainer) schnell in die Kritik geraten. Ich muss bei der Wahl von Spielern etwa aus der U 20 oder der U 18 sicher sehr sensibel sein.

Der Deutsche Basketball-Bund hat die Chance für das Spiel hierzulande sofort erkannt und Ihnen die Doppelfunktion zugestanden. Die Basketball-Bundesliga (BBL) aber hält an ihrer Ablehnung einer Personalunion fest. Der Aufstieg würde Sie also zwingen, den Bundestrainervertrag zu kündigen?

Wir werden sicher Verhandlungen mit der BBL führen, bevor es so weit ist. Die enge Verbindung, die Aussage: ,wir, der FC Bayern, machen das, aber nur mit Ihnen', die ehrt mich natürlich. Aber das ganze Projekt ist ein starkes Signal. Ich bin überzeugt, dass niemand in Deutschland riskieren würde, einen FC Bayern mit diesem hohen Anspruch jetzt auch im Basketball wieder zu verlieren.

Die Fragen stellte Anno Hecker.

Quelle: F.A.Z.
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