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Sydney-Hobart-Regatta : Die See-Schlacht der Millionäre

Die Yachten kämpfen sich ihren Weg durch die Fluten an der Küste zu Sydney. (Archivbild) Bild: dpa

Bei der traditionellen Regatta von Sydney nach Hobart geht es um die Ehre und sicherlich um viel Geld. Doch schon vor dem Start trennt sich die Spreu vom Weizen.

          Während Deutschland in den Zweiten Weihnachtstag schläft, erwartet das sportbegeisterte Australien den Höhepunkt seiner Segelsaison: Am „Boxing Day“ wird traditionell die Sydney-Hobart Regatta gestartet. Bei der 72. Auflage des Rennens sind 88 Yachten gemeldet. Das Rennen wird rund um die Welt verfolgt, spätestens seit es 1998 zur Katastrophe kam, bei der im Sturm sechs Segler ihr Leben ließen. Viele der Yachten waren zu leicht gebaut, um solche Bedingungen zu überstehen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          In diesem Jahr ist zwar Wind zu erwarten, es ist drückend heiß in Sydney und es kommt zu Gewittern, nach einem Orkan wie damals sieht es jedoch nicht aus. Trotzdem haben die Segler gehörigen Respekt vor der Regatta, die durch eines der wildesten Reviere der Welt führt. „Es hat ziemlich viel mit Leiden und Ausdauer zu tun, aber Du hast um Dich herum Leute, denen Du total vertraust und Du weißt, was zu tun ist. Doch wenn Du am Ruder stehst in harten Bedingungen, dann hörst Du Dein Herz klopfen bis zum Hals, allein schon wegen der großen Verantwortung, die Du dann trägst“, erzählt Vanessa Dudley. Die 58-jährige hat an 21 Sydney-Hobart-Regatten teilgenommen.

          Schon vor dem Start trennt sich die Spreu vom Weizen. Den 100-Fuß-langen Maxi-Yachten wird der Vortritt gelassen. Die Wild Oats XI oder die Perpetual Loyal kämpfen mit Profi-Crews, bestückt mit Goldmedaillen-Gewinnern der Olympischen-Spiele, Weltmeistern und Teilnehmern am America’s Cup darum, als erste im Hafen von Tasmanien anzukommen.

          Benötigte Segelzeit wird immer kürzer

          Bis zu 20.000 Dollar sollen die Hochleistungsathleten für die Teilnahme von den Skippern geboten bekommen, um ihnen ihre Muskeln zu leihen oder als Taktiker die richtigen Manöver einzuflüstern.

          In den Zeiten spiegelt sich die Entwicklung des Yachtsports: 1966 brauchte die neuseeländische Fidelis noch vier Tage und acht Stunden, um nach 628 Seemeilen über die Ziellinie im Hafen von Hobart zu kommen. 1975 schaffte es die Kialoa III schon in zwei Tagen und 14 Stunden. Die Nokia bewältigte die Strecke 1999 in einem Tag und 19 Stunden.

          Auch erfahrene Segler haben Respekt vor der Strecke. (Archivbild)
          Auch erfahrene Segler haben Respekt vor der Strecke. (Archivbild) : Bild: AP

          Und 2012 markierte die Wild Oats XI des verstorbenen Wein-Milliardärs Bob Oatley den noch geltenden Rekord von einem Tag und 18 Stunden. In diesem Jahr wird mit langen Raumschotstrecken gerechnet, die die Yachten bei Böen bis zu 25 Knoten unter Spinnaker über die Bass-Street segeln können – das spricht für gute Zeiten.  

          Sie ist auch die Favoritin für den Sieg in diesem Jahr, nachdem der amerikanischen Computermilliardär Jim Clark, der im letzten Jahr mit einer Kampagne für rund 20 Millionen Dollar den Sieg holte, nicht antritt. Dahinter ringen die kleineren Rennyachten um die Tattersall Trophy, den Preis für die schnellste Yacht nach berechneter Zeit.

          Die Chance auf den zweiten Sieg

          Das auch dieses Feld auf alles andere als einen Sommerausflug aus ist, zeigt der Geschäftsmann Matt Allen: Er meldete die Ichi Ban gleich zweimal zur Regatta, denn er besitzt zwei Yachten gleichen Namens. Erst am Abend vor dem Rennen entscheidet er entsprechend den angekündigten Wetterbedingungen, ob seine Crew auf der größeren Carcreek 60 oder der kleineren Judel-Vrolijk 52.  nach Hobart jagt.

          Längst ist das vordere Feld eine See-Schlacht der Millionäre aus Sydney geworden. Bei der 72. Auflage des Rennens in diesem Jahr ist aber auch die Fidelis wieder gemeldet: Die 61-Fuß-Yacht aus neuseeländischem Kauri-Holz war vor ihrem ersten Start 1966 das Gespött der Segelgemeinschaft in Sydney, gewann dann aber mit riesigem Vorsprung.

          50 Jahre später erhofft sich Eigner Nigel Stoke immer noch eine Chance auf einen zweiten Sieg:  „Ich segle mit denselben Leute seit 15 Jahren, wir haben die Fidelis auch schon zu ihrem 50. Teilnahmejubiläum nach Hobart gebracht. Sie sieht heute besser aus als je zuvor.“      

          Quelle: F.A.Z.

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