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WM der Handball-Frauen : Ausgleich mit dem Abpfiff

Die deutschen Handball-Frauen verpassen gegen Serbien den dritten Sieg im dritten Spiel bei der WM. Bild: dpa

Nur wenige Sekunden fehlen: Die deutschen Handball-Frauen verpassen gegen Serbien den dritten Sieg im dritten Spiel bei der WM. Das Remis reicht dennoch für den Achtelfinaleinzug. Und auch der Gruppensieg ist noch drin.

          Es war der letzte Angriff der Deutschen, er hätte die endgültige Entscheidung zu ihren Gunsten bringen können. Aber es passte zu diesem Spiel, dass das deutsche Team ihn nicht zu Ende führen konnte, dass die Serbinnen noch einmal den Ball erhielten – und prompt die Chance zum Ausgleich nutzten, zum 22:22.

          Rainer Seele

          Sportredakteur.

          Es war der erste Dämpfer für die deutschen Handballfrauen bei der WM im eigenen Land, doch sie sind immer noch ungeschlagen, und sie qualifizierten sich am Dienstagabend in Leipzig mit diesem Remis vorzeitig für das Achtelfinale. Damit ist das erste Ziel bei dieser WM erreicht. „Da geht das Turnier neu los“, sagte Kapitänin Anna Loerper mit Blick auf den kommenden Sonntag.

          Das Team von Bundestrainer Michael Biegler muss noch zweimal in der Vorrunde antreten, an diesem Mittwoch gegen China und am Freitag gegen die Niederlande. Es geht dabei um eine gute Plazierung in der Leipziger Gruppe, um nicht auf einen allzu schweren Gegner im Achtelfinale zu treffen.

          Der kantige Biegler zollte seinem Team Anerkennung, obwohl es nicht zum dritten Erfolg gereicht hatte. Er hatte seinen Spielerinnen sogar selbst Druck auferlegt, als er eine Zwei-Minuten-Strafe aufgebrummt bekam, die durch das Team aufgefangen werden musste. „Die Spielerinnen haben das perfekt ausgebügelt“, sagte Biegler.

          Die Deutschen waren zwar furios gestartet. Sie gingen 5:1 in Führung, wirkten sehr souverän, doch das Blatt drehte sich, als die Serbinnen in der Abwehr offensiver zu Werke gingen. Dadurch entstand ein „kleiner Bruch“, wie Biegler sagte, „wir haben den Zug zum Tor verloren“. Die Folge: technische Unzulänglichkeiten, etliche vergebene Tormöglichkeiten.

          Immerhin stemmten sie sich mit Elan – und einer überzeugenden Torhüterin Katja Kramarczyk – gegen eine drohende Niederlage. Sie ließen sich durch einen ständigen Rückstand nicht beirren, schafften mit Courage das 22:21 – und wurden doch noch einmal hart getroffen. Aber sie konnten den Punktgewinn, trotz mancher Schwächen, letztlich als Lohn für ihre Widerstandskraft betrachten.

          Dazu ist nun auch Emily Bölk nach ausgeheilter Fußverletzung im Spiel. Die Buxtehuderin, die als größtes Talent im deutschen Frauenhandball gilt, gab mit einem Kurzeinsatz ihr WM-Debüt. „Wir werden sie behutsam heranführen“, sagte Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld. Dazu ist aber nur noch bis einschließlich Freitag Gelegenheit.

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