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„Drei gegen drei“ : Basteln am Basketball-Boom

  • -Aktualisiert am

Im Trend: Dreier-Basketball ist beliebt Bild: AFP

Vom Streetball zur Medaille: Eine Basketballvariante wird olympisch. Während sich woanders Talente schon auf die Korbjagd im Dreierteam spezialisieren, hinkt Deutschland noch hinterher.

          Aus seiner Begeisterung für Streetball macht der derzeit bekannteste deutsche Basketballspieler nach Dirk Nowitzki keinen Hehl. Dass er entdeckt wurde, verdankt Dennis Schröder dieser Variante des Sports, die in den neunziger Jahren aus den Hinterhöfen der amerikanischen Großstädte nach Deutschland kam. Auch NBA-Stars wie Michael Jordan oder Kobe Bryant haben ihre ersten Schritte auf dem Streetball-Platz gemacht und später den Sprung von der Straße in die beste Profiliga der Welt geschafft.

          Dass das Drei-gegen-drei, im Basketballjargon 3x3, als weiterentwickelte Form des Streetballs in Tokio 2020 erstmals olympische Disziplin sein wird, dürfte deshalb bei vielen auf Zuspruch gestoßen sein. „Mit Streetball bin ich aufgewachsen. So habe ich das Basketballspielen gelernt. Dass Drei-gegen-drei jetzt olympisch ist, ist großartig“, sagt Schröder.

          Antreten wird von den Profis in Tokio oder bei einem anderen vom internationalen Basketballverband (Fiba) organisierten Turnier im Drei-gegen-drei wohl trotzdem niemand. Nicht prestigeträchtig genug ist die Variante bisher im Vergleich zum traditionellen Fünf-gegen-fünf. Zu gering sind die Verdienstmöglichkeiten. Bei den zehn Turnieren der Fiba-World Tour wird in diesem Jahr erstmals eine Million Dollar Preisgeld ausgeschüttet – eine Summe, über die NBA-Stars mit ihren Millionengehältern nur lachen können.

          Eine Spielfeldhälfte, höchstens zehn Minuten Spielzeit

          Im Vergleich zu anderen Ländern, die im Fünf-gegen-fünf nicht zur Weltspitze gehören und das Drei-gegen-drei als Chance für sich entdeckt haben, steht das Projekt in Deutschland noch relativ am Anfang. „Andere Nationen wie Frankreich, Ungarn oder Holland waren ein bisschen flotter als wir“, gesteht Ingo Weiss, der Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB). Er war zunächst skeptisch, ob die 2010 erstmals von der Fiba bei den Olympischen Jugend-Sommerspielen getestete neue Form eine Zukunft hat. „Ich habe mich dann näher damit befasst und meine Meinung total geändert. Es ist spannend, unglaublich athletisch, schnell und kurzweilig“, sagt Weiss.

          Eine Partie, die nur in einer Court-Hälfte auf einen Korb gespielt wird, dauert maximal zehn Minuten und ist vorzeitig beendet, wenn ein Team 21 Punkte erzielt hat. Ein Wurf von außerhalb der Drei-Punkte-Linie zählt nur zwei Punkte. Für einen normalen Treffer gibt es einen Punkt. Die Zeit für einen Abschluss ist zudem auf zwölf Sekunden begrenzt, weshalb es mehr Würfe gibt und der Fokus auf individuellen Fähigkeiten liegt.

          Wenngleich der „richtige Hype um Drei-gegen-drei“ Weiss zufolge in Deutschland erst noch kommen müsse, wertet der DBB-Präsident die Entwicklung positiv und verweist auf die zunehmende Beliebtheit: „Wir haben einen großen Zuspruch“, sagt Weiss. Vorteilhaft sei, dass sich aufgrund der geringen Anzahl an Spielern viel leichter ein Team zusammenstellen lasse. Ein weiterer Grund für die steigende Popularität liege in der unbürokratischen und unverbindlichen Wettkampfstruktur: Es gibt keine Klubs im klassischen Sinne.

          Stattdessen kann sich jeder mit seiner Mannschaft nach der Registrierung auf der Internetseite der Fiba für Turniere anmelden, bei denen auch Weltranglistenpunkte vergeben werden. Diese werden dann von allen Teams einer Nation zusammengerechnet – die Länder mit den meisten Punkten qualifizieren sich für internationale Turniere wie Welt- und Europameisterschaften oder die Olympischen Spiele.

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