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Davis Cup Haas gewinnt, Becker zahlt Lehrgeld

09.02.2007 ·  Die Hoffnung auf das Viertelfinale lebt. Nachdem Thomas Haas das deutsche Davis-Cup-Team gegen Kroatien in Führung gebracht hatte, verlor Benjamin Becker seine Partie. Am Samstag steht das Doppel auf dem Spielplan.

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„Leitwolf“ Thomas Haas und der tapfer kämpfende neue B. Becker haben Kroatien zum Auftakt der Daviscup- Erstrundenpartie ein 1:1 abgerungen. Nach dem souveränen 2:6, 6:4, 6:4, 6:4-Erfolg von Australian-Open-Halbfinalteilnehmer Haas gegen den kränkelnden Mario Ancic musste Benjamin Becker am Freitag im zweiten Duell gegen den Weltranglisten-Achten Ivan Ljubicic Lehrgeld zahlen. Der 25-Jährige unterlag bei seiner Feuertaufe in Krefeld nach großartigem Beginn mit 7:6 (7:4), 4:6, 2:6, 3:6.

Dennoch darf die Tennis-Nationalmannschaft weiter vom ersten Viertelfinale seit sechs Jahren träumen. Zwei Punkte fehlen noch. Den ersten soll das Doppel mit Alexander Waske und Michael Kohlmann an diesem Samstag (13.45 Uhr/DSF) gegen Ancic/Ljubicic holen (siehe auch: Tennis: Ergebnisse von den ATP-Turnieren).

„Ich bin etwas eingebrochen, das ärgert mich“

„Ich bin natürlich unzufrieden. Letztlich habe ich mich doch beeinflussen lassen von der Wichtigkeit des Spiels und dem ganzen Drum und Dran. Daran muss ich noch arbeiten“, sagte Becker. Mit Nerven wie Drahtseile und unerschütterlichem Selbstvertrauen spielte der Neuling zunächst munter auf. Doch ein erfolgreiches Debüt, wie es sein großer Namensvetter Boris Becker vor 22 Jahren gegen Spanien hingelegt hatte, blieb ihm versagt. „Ich bin etwas eingebrochen, das ärgert mich.“

„Benny geh raus und hab Spaß“, gab ihm Haas mit auf den Weg. Und der gelehrige Daviscup-Schüler hielt sich daran und bereitete den Fans einen vergnüglichen, wenn auch nicht von Erfolg gekrönten Abend. Ljubicic, der in der Weltrangliste 41 Plätze besser eingestuft ist, startete mit einer an Überheblichkeit grenzenden Lässigkeit. Die Strafe war der Verlust des Tiebreaks, und es schien, als könne Becker sich für die knappe Niederlage im Vorjahr revanchieren. „Aber Ljubicic hat eben im entscheidenden Moment gezeigt, warum er unter den besten Zehn steht“, sagte Bundestrainer Patrik Kühnen.

„Stolz, dass ich den ersten Punkt holen konnte“

Mit dem erhofften 1:0-Siegpolster war der Aufsteiger in seinem Team in die Partie gegangen. Doch nach dem ersten Durchgang zog Ljubicic das Tempo an und ließ dem tapfer kämpfenden Debütanten nur noch wenig Entfaltungsmöglichkeiten. Am deutlichen Sieg des Pokalsiegers von 2005 war nicht zu rütteln. Auch Haas hatte den Start wieder einmal komplett verschlafen.

Doch dann trumpfte der 28-Jährige gegen den nach eigenen Angaben von einer Grippe geschwächte Ancic auf und legte den Grundstein zum Erreichen des Viertelfinals, in dem Australien oder Belgien der Gegner sein würde. „Ich bin sehr froh und stolz, dass ich den ersten Punkt holen konnte“, sagte Haas und ergänzte nach seinem 17. Sieg im 23. Daviscup-Einzel: „Die Schlüsselszene war, dass ich im zweiten Satz gleich meine Breakpunkte nutzen konnte.“

„Danke, ihr seid wunderbar gewesen“

Mit Trommeln, Rasseln und lautstarken Gesängen hatten die kroatischen Fans für Heimatmosphäre gesorgt. Doch als der in der Weltrangliste einen Platz besser notierte Ancic seine anfängliche Dominanz einbüßte, übernahmen auch die deutschen Zuschauer das Kommando. „Danke, ihr seid wunderbar gewesen“, sagte Haas und schlug sich nach dem Matchball drei Mal mit der Faust auf die Brust.

Der Weltranglisten-Zehnte fand gegen die harten Aufschläge und die Zentimeter genauen Passierschläge erst keine Mittel. Doch als der 1,95 Meter große Ancic im dritten Durchgang beim Stand von 3:2 für Haas drei Möglichkeiten zum Rebreak hatte und bei 4:3 nochmals zwei, blieb der Hamburger eiskalt.

Tipps des listigen Schweden waren Gold wert

„Ich habe mich schlecht gefühlt“, entschuldigte sich Ancic. „60 Prozent reichen gegen Tommy Haas eben nicht aus.“ Dennoch will der 22-Jährige am Samstag mit Ljubicic im Doppel antreten. „Wenn nichts Gravierendes passiert, bin ich dabei.“ Für Haas lohnte sich, dass sein Trainer Thomas Hogstedt und Kühnen ihre Köpfe in der Satzpause zusammengesteckt hatten.

Die Tipps des listigen Schweden waren offenbar Gold wert. Auch im vierten Satz machte Haas Druck - und schaffte hoch konzentriert das entscheidende Break zum 2:1. Bei den Assen hatte Ancic mit 16:10 zwar die Nase vorn und auch bei den Doppelfehlern machte er nur zwei mehr. Aber in punkto Spielwitz konnte er Haas kein Paroli bieten.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa und sid
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