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Davis-Cup-Finale Nadal an der Grenze der Belastbarkeit

11.11.2008 ·  „Ich bin es gewohnt, mit Schmerzen zu spielen, aber diese Schmerzen kann ich nicht kontrollieren“, sagt Rafael Nadal zu seiner Absage des Davis-Cup-Finales. Nach 93 Einzel-Einsätzen in diesem Jahr war selbst für ihn die Belastbarkeitsgrenze erreicht.

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Geahnt hatten sie es wohl schon, als er seine Teilnahme am Masters Cup abgesagt hatte - am Montagabend aber wurde es für die spanischen Tennisspieler und vor allem für die Fans zur Gewissheit: Rafael Nadal wird nicht für Spanien im Davis-Cup-Finale vom 21. bis 23. November in Argentinien spielen können. Die Sehnenverletzung im Knie, die schon einen Start beim Saisonfinale der acht besten Tennisprofis in Schanghai unmöglich machte, ist immer noch nicht ausgeheilt. Nach Auskunft des spanischen Teamarztes muss der Weltranglistenerste weitere drei bis sechs Wochen pausieren. Die Verletzung bedrohe zwar nicht Nadals Karriere, aber eine Finalteilnahme sei „völlig unmöglich“.

Die Chancen der Spanier, die angesichts der Überlegenheit von Nadal und den mehr als soliden Leistungen der übrigen Teammitglieder schon vor Saisonbeginn als großer Favorit gehandelt worden waren, sind damit erheblich gesunken. „Spanien kann auch ohne mich gewinnen“, sagt Nadal zwar, aber ohne ihn wird es eben bedeutend schwerer, zumal mit David Ferrer der zweitbeste spanische Spieler im Verlauf des Jahres vom fünften auf den 12. Platz der Weltrangliste zurückgefallen ist.

Besser konnte die Saison nicht mehr werden

Aufsteiger des Jahres ist aus spanischer Sicht ausgerechnet ein Argentinier: Juan Martin Del Potro hat sich seit Januar vom 44. Rang aus bis auf Rang acht verbessert (siehe: Juan Martin del Potro: Der andere Argentinier). Und die Absage von Nadal wird die Begeisterung in der Halle von Mar del Plata noch einmal zusätzlich anheizen. Schließlich können die Argentinier vor eigenen Publikum Historisches leisten: Erst einmal erreichte das Davis-Cup-Team das Finale, verlor aber vor zwei Jahren in Moskau gegen Russland. Spanien gewann die Trophäe schon zweimal: 2000 und 2004, als ein 17 Jahre alter Teenager namens Rafael Nadal im Finale von Sevilla überraschend den Vorzug vor Carlos Moya bekam und vor 27.000 Zuschauern den damaligen Weltranglistenzweiten Andy Roddick (USA) besiegte.

Damals hatte der spanische Teamchef Emilio Sánchez mit Nadal den Joker präsentiert, diesmal muss er sein Team notgedrungen ändern. Nach 93 Einzel-Einsätzen in diesem Jahr war die Belastbarkeitsgrenze für Nadal erreicht, dem viele ohnehin vorhersagen, dass er wegen seiner kraftraubenden Spielweise auf Dauer Probleme bekommen könnte. „Ich bin es gewohnt, mit Schmerzen zu spielen, aber diese Schmerzen kann ich nicht kontrollieren“, sagt Nadal zu seiner Absage. In diesem Jahr hatte der ewige Kronprinz den Schweizer Roger Federer vom Tennisthron verdrängt. Nadal gewann sowohl die French Open als auch Wimbledon, übernahm am 18. August den ersten Platz in der Weltrangliste und war am Tag zuvor auch noch mit der olympischen Goldmedaille ausgezeichnet. Das sollte zumindest ihn trösten: Ein zweiter Davis-Cup-Sieg hätte diese Saison allenfalls abgerundet. Besser konnte sie nicht mehr werden.

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