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Davis Cup Deutschland vor Überraschungserfolg

10.02.2007 ·  Die deutsche Tennis-Nationalmannschaft ist im Daviscup-Erstrundenspiel gegen Kroatien überraschend mit 2:1 in Führung gegangen. Alexander Waske/Michael Kohlmann setzten sich gegen Mario Ancic/Ivan Ljubicic durch.

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Die Sensation im Daviscup ist für die deutsche Tennis-Nationalmannschaft zum Greifen nah. Angefeuert vom zweimaligen Pokalsieger Boris Becker und dem langzeitverletzten Kollegen Nicolas Kiefer schafften Alexander Waske und der von einer Grippe rechtzeitig genesene Michael Kohlmann am Samstag in Krefeld einen kaum erwarteten 6:4, 6:2, 7:6 (7:5)-Sieg im Doppel gegen die im Daviscup in sechs Matches bislang ungeschlagenen Mario Ancic/Ivan Ljubicic und brachten den Außenseiter in der Erstrundenpartie gegen den Champion von 2005 mit 2:1 in Führung.

„Ich habe meine Stimme verloren. Ich hoffe, man kann mich verstehen“, hauchte Kohlmann nach dem Überraschungscoup ins Hallen-Mikrofon. Mit Freund und Kollege Waske sowie dem jubelnden Teamchef Patrik Kühnen tanzte er auf dem Hartplatz, als sei der Sieg gegen den wankenden Tennis-Riesen Kroatien schon perfekt. Aber noch fehlt dem Team von Bundestrainer Kühnen ein Punkt aus den beiden abschließenden Einzeln, um erstmals seit sechs Jahren wieder in die zweite Runde einzuziehen.

„Mehr im Bett als auf dem Tennisplatz“

„Wir haben Tommy und Benny die Vorlage gegeben“, sagte Waske. Das Viertelfinale, das über Ostern daheim gegen Australien oder in Belgien gespielt würde, kann Thomas Haas am Sonntag (13.00 Uhr/DSF) im Gipfeltreffen gegen Ivan Ljubicic durch den dritten Sieg im fünften Vergleich bereits buchen. Neuling Benjamin Becker, der dem kroatischen Spitzenspieler am Freitag unterlegen war, trifft danach erstmals auf Mario Ancic.

Der Weltranglisten-Neunte Ancic war im Doppel wieder ein Schwachpunkt im kroatischen Spiel. Zwar war auch der fast überheblich aufspielende Ljubicic weit von seiner Bestform entfernt. Doch vor allem der 1,95 Meter große Ancic enttäuschte. „Ich fühle mich schwach. Die letzten Tage war ich mehr im Bett als auf dem Tennisplatz“, hatte er nach seiner Viersatzpleite gegen Haas am Tag zuvor gesagt. Über heftige Halsschmerzen hatte er geklagt und war vom Teamarzt zum Durchchecken ins Krankenhaus geschickt worden.

Selbstbewusste Deutsche

Noch ehe Ljubicic den tapferen Debütanten Becker letztlich sicher und souverän bezwungen hatte, kehrte Ancic zurück ins Mannschaft-Hotel und meldete sich fit für das richtungweisende Doppel. Auf dem Hartplatz im Eisstadion der Krefeld Pinguine freilich konnte er diese Selbsteinschätzung nicht bestätigen. Sowohl im ersten als auch im zweiten Durchgang gelang es dem kämpferisch überzeugenden deutschen Duo Ancic vorentscheidend den Aufschlag abzunehmen.

Dem Nimbus der Unbesiegbarkeit konnten die Kroaten mehr oder minder zu keiner Zeit der 2:06 Stunden dauernden Partie gerecht werden. Unbeweglich und teilweise auch uninspiriert standen sie deutlich im Schatten der selbstbewussten Deutschen, die vor einer knappen Woche das Turnier in Zagreb gewonnen haben. „Es ist mir völlig egal, wie sie gewinnen“, sagte Zaungast Kiefer. „Hauptsache sie holen den Punkt und morgen gewinnen wir das Match.“

Kiefer saß mit modischer Kurzhaar-Frisur unter den 3.500 Zuschauern in der nicht ausverkauften Halle und fieberte mit den Kollegen. „Es ist erst das zweite Mal seit den US Open, dass ich wieder bei einem Tennisspiel dabei bin“, sagte der 29-Jährige, der seit einem guten Dreivierteljahr wegen einer Handverletzung nicht spielen kann. Er sei auf dem Weg zum Training in Spanien, erzählte er. „Nach so langer Zeit ist es schwer, wieder zurückzukommen“, sagte Thomas Haas, der die Partie neben Boris Becker in der deutschen Box verfolgte. „Ich hoffe für Kiwi, dass er es schafft.“

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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