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Davis Cup 0:2 - Spanische Weltklassespieler nicht zu stoppen

11.04.2008 ·  Die deutsche Davis-Cup-Mannschaft liegt im Viertelfinale gegen Spanien 0:2 zurück und hat damit nur noch geringe Chancen, das Halbfinale zu erreichen. Es wurde deutlich, was Kiefer und Kohlschreiber von der Weltspitze trennt.

Von Peter Penders, Bremen
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Ob sie das noch verspielen können? Die spanische Tennismannschaft führt nach den ersten beiden Einzeln im Daviscup-Viertelfinale gegen Deutschland 2:0, aber die Südeuropäer sind in diesen Tagen vorsichtig geworden mit ihrer Zuversicht bei einem deutlichen Vorsprung gegen ein deutsches Team. Ein bisschen Getafe könnte schließlich überall sein, auch in Bremen. Doch noch unwahrscheinlicher als der späte Münchner Ausgleich im Uefa-Pokal wirkt angesichts des souveränen Auftritts der beiden spanischen Weltklassespieler Rafael Nadal und David Ferrer die nur noch vage Möglichkeit, die deutschen Tennisprofis könnten tatsächlich noch die nächsten drei Punkte und damit die Partie insgesamt gewinnen.

Enttäuscht haben Nicolas Kiefer und Philipp Kohlschreiber die 7600 Zuschauer am Freitag zwar keineswegs, aber letztlich wurde doch deutlich, was die beiden Deutschen von der Weltspitze trennt. „Ich muss am oberen Limit oder vielleicht sogar darüber hinaus spielen, und er einen schlechten Tag erwischen - dann habe ich eine Chance“, hatte Kiefer vor seinem Comeback nach zweijähriger Abwesenheit im Daviscup gesagt. Und der Hannoveraner überraschte zunächst mit einem sehr couragierten Auftritt. Besser als im ersten Satz hatte sich Kiefer vermutlich noch nie im Davispokal präsentiert. Er spielte tatsächlich am oberen Limit. Dass er bereit war, alles zu geben, hatte schon das erste Spiel der Partie bewiesen: 15 Minuten dauerte es, bis Kiefer schließlich seinen Aufschlag durchgebracht hatte.

„Ich habe damit gerechnet, dass er nun nachlassen würde“

Der erste Teil seiner Prognose erfüllte sich im ersten Satz, der zweite und vielleicht entscheidende Teil allerdings nicht: Rafael Nadal, der immer noch unter Jetlag leidet nach seiner späten Anreise aus Miami, erwischte keinen schlechten Tag. Nach 1:29 Stunden Spielzeit holte sich der Spanier den ersten Satz, nachdem Kiefer beim Stande von 5:6 noch ein Rebreak gelungen war. „Ich habe damit gerechnet, dass er nun nachlassen würde. Das passiert oft“, sagte Nadal später. Auch Kiefer bildete da keine Ausnahme. 0:6 ging der nächste Durchgang verloren, 3:6 der dritte Satz. „Er hat einfach auf diesem Niveau der ersten anderthalb Stunden weitergespielt“, beschrieb Kiefer den Unterschied, der sich auch in der Weltrangliste bemerkbar macht: Nadal steht seit dem 25. Juli 2005 auf dem zweiten Platz, Kiefer wird momentan auf Rang 47 notiert.

Damit war Spanien wie erwartet in Führung gegangen, und dass man nach einem verlorenen Tiebreak nicht zwangsläufig nachlassen muss, bewies in der zweiten Partie David Ferrer. Der Weltranglistenfünfte hatte den ersten Durchgang in der Extraschicht gegen Philipp Kohlschreiber zwar verloren, aber allzu viele Selbstzweifel schien das nicht ausgelöst zu haben. „Ich war halt irgendwann ein bisschen platt, aber der hat weitergespielt wie nix“, sagte Kohlschreiber nach seiner 7:6-, 3:6-, 4:6 und 2:6-Niederlage.

Ferrer spielt und spielt und spielt auf hohem Niveau

Mit seiner formvollendeten Rückhand aus dem Lehrbuch deutete der Augsburger zwar immer wieder an, dass Platz 25 in der Weltrangliste noch nicht das Ende aller seiner Träume sein muss. Aber gleichzeitig wurde auch immer wieder deutlich, was dem von sich überzeugten Rechtshänder momentan noch zum Aufstieg fehlt: Konstanz ist die Sache von Kohlschreiber nicht - spektakuläre und schwer erkämpfte Punkte wurden in ihrer Wirkung immer wieder von leichten Fehlern wettgemacht.

Ferrer dagegen tat das, wofür er in der Branche bekannt ist: Er spielt und spielt und spielt auf hohem Niveau, und er läuft und läuft und läuft - und dabei macht er so gut wie keine Fehler. „Solche Spieler nutzen jede Gelegenheit, die man ihnen anbietet“, urteilte Kohlschreiber, der sich in dieser Hinsicht als perfekter Gastgeber erwiesen hatte. „Wir werden alles geben, aber jetzt würde es eine noch größere Sensation, wenn wir es gegen Spanien schaffen“, sagte der derzeit ranghöchste deutsche Spieler. Aber auch wenn er anders als seine Kollegen kein Fußballfan ist, wird auch Kohlschreiber wissen: Ein bisschen Getafe kann zwar überall sein, aber es bleibt doch selten.

Davis Cup, Viertelfinale

Deutschland - Spanien 0:2

Nicolas Kiefer (Hannover) - Rafael Nadal 6:7 (5:7), 0:6, 3:6
Philipp Kohlschreiber (Augsburg) - David Ferrer 7:6 (7:3), 3:6, 4:6, 2:6

Russland - Tschechien 1:1
Marat Safin - Tomas Berdych 6:7 (5:7), 4:6, 6:3, 6:2, 6:4
Igor Andrejew - Radek Stepanek 3:6, 2:6, 4:6

Argentinien - Schweden 1:1
David Nalbandian - Thomas Johansson 6:2, 5:7, 6:4, 6:2
Jose Acasuso - Robin Söderling 0:6, 4:6, 1:6

Quelle: F.A.Z.
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Jahrgang 1959, Sportredakteur.

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