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Cory Lidle „Corys Wunsch zu fliegen war grenzenlos“

12.10.2006 ·  Baseballstar Cory Lidle hatte seine Fluglizenz im Schnellverfahren gemacht. Fliegen war die neu Leidenschaft des Profis von den New York Yankees. Am Mittwoch krachte er mit seinem Kleinflugzeug in ein New Yorker Hochhaus.

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Seine Leidenschaft wurde Cory Lidle zum Verhängnis. „Wenn man in der Luft ist, vergißt man alles um sich herum, egal, was sich gerade im Leben abspielt“, sagte der Pitcher der New York Yankees, nachdem er im vergangenen Februar seine Pilotenlizenz erhalten hatte.

Acht Monate später flog der 34jährige mit seiner einmotorigen Privatmaschine in ein 50geschossiges Gebäude in Manhattans nobler Upper East Side. Sein Tod versetzt die Major League Baseball (MLB) in Schock und Trauer.

„Mein bester Schüler“

„Wir alle sind nach diesem tragischen Unglück zutiefst betroffen. Unsere Herzen sind bei Corys Ehefrau Melanie und seinem sechsjährigen Sohn Christopher“, erklärte MLB-Commissioner Bud Selig. Yankees-Infielder Jason Giambi ergänzte: „Ich bin am Boden zerstört. Ich kannte Cory seit 18 Jahren. Mein Mitgefühl gilt allen, die bei diesem Flugzeugabsturz verletzt wurden oder Angehörige verloren haben.“ Neben Lidle kam sein Fluglehrer Tyler Stanger ums Leben. „Corys Wunsch zu fliegen war grenzenlos. Er war wahrscheinlich mein bester Schüler und hat wirklich sehr, sehr schnell gelernt“, hatte Lidles Fluglehrer Stanger der „New York Times“ noch vor wenigen Wochen erklärt, „und wer so schnell lernen will, muß Zeit und Geld haben“.

187.000 Dollar hatte sich Lidle seinen Traum vom Fliegen im vergangenen Juni kosten lassen. Er erwarb eine Maschine des Typs Cirrus SR 20 und ließ es sich zu keiner Gelegenheit nehmen, Fotos der neuen Errungenschaft voller Stolz in der Mannschaftskabine zu präsentieren. Allein das Wort „Fliegen“ zauberte ein Lächeln auf sein Gesicht. Fachzeitschriften stapelten sich in seinem Spind.
„Cory hat ständig von seinem Hobby geschwärmt und immer versucht, noch tiefer in die Materie einzusteigen“, berichtete Pitching-Coach Rich Dubee von den Philadelphia Phillies, bei denen Lidle bis zu seinem Wechsel zu den Yankees im vergangenen Juli unter Vertrag stand: „Ich kann diese schreckliche Situation noch gar nicht begreifen.“

„Ich fühle mich da oben immer sicher“

Um 14.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr MESZ) war Lidle mit seiner einmotorigen Maschine vom Teterboro Airport in New Jersey abgehoben. 15 Minuten später fand der Flug ein tragisches Ende. Die genaue Unfallursache ist noch unklar. Spekulationen zufolge könnte ein Motorschaden die Tragödie verursacht haben. „99 Prozent aller Piloten haben nie einen Motorschaden. Der Rest kann die Maschine normalerweise dennoch landen. Ich fühle mich da oben immer sicher“, hatte Lidle einst erklärt.

In seiner neunjährigen MLB-Karriere war der Werfer für die Yankees, die Phillies, die New York Mets, die Tampa Bay Devil Rays, die Oakland Athletics, die Toronto Blue Jays und die Cincinnati Reds aufgelaufen. Seine letzte Partie bestritt Lidle am vergangenen Samstag bei der 3:8-Schlappe der Yankees im Playoff-Viertelfinale bei den Detroit Tigers. Der Pitcher (Werfer) der Yankees verdiente 3,3 Millionen Dollar pro Spielzeit.

Vor der Halbfinal-Begegnung zwischen den Athletics und den Tigers am späten Mittwoch abend gedachten Fans und Spieler des Verunglückten mit einer Schweigeminute. „Ich bin von Corys Tod geschockt“, sagte Yankees-Mannschaftskapitän Derek Jeter: „Er war ein Super-Typ.“

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