Diese Auszeichnung wirkt wie eine verspätete Ohrfeige für den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Der hatte im Sommer eine Nominierung von Tommy Haas für das deutsche Olympiateam abgelehnt, da der gebürtige Hamburger die Kriterien nicht erfüllt hatte. Haas hätte ohnehin nur mit einer Wildcard des Internationalen Tennis-Verbandes (ITF) in London teilnehmen können, doch mit seiner Weigerung verhinderte der DOSB diese Möglichkeit von vornherein.
Dass Haas, der im Sommer 2011 nach einer mehr als einjährigen Verletzungspause nach einer Hüftoperation sein drittes Comeback als Tennis-Profi gestartet hatte, diese Wildcard bekommen hätte, stand außer Frage, änderte aber nichts an der Entscheidung. Dafür machte der DOSB Ausnahmen bei anderen Sportlern mit der Begründung, dass es sich um Wettkampftypen mit dem unbedingten Willen handele, gut abzuschneiden. Wie sehr das aber bei Haas zu sehen war, hat die ITF nun honoriert.
Im August 2011 wurde Haas auf Weltranglistenplatz 475 notiert, und sein Versuch, wieder Fuß zu fassen, wirkte nur wie eine Abschiedstournee. Mittlerweile aber kletterte der Deutsche wieder bis auf den 21. Rang hoch, durfte zuletzt als vierter noch aktiver Spieler nach Roger Federer, Rafael Nadal und Lleyton Hewitt seinen 500. Einzelsieg feiern. Zum zweiten Mal nach 2004 - damals nach langer Pause wegen einer Schulteroperation - wurde Haas nun mit der Auszeichnung „Comeback des Jahres“ geehrt. Das hätte einen Olympiastart verdient gehabt - der DOSB sah es anders.
Was haben Sie eigentlich gegen Tommy Haas?
Simone Hartmann (gedenke_der_zensur)
- 12.11.2012, 14:25 Uhr
Nein Haas hatte es eben nicht verdient!
Nils Kuhs (N.Holgerson)
- 11.11.2012, 11:51 Uhr