30.05.2009 · Britta Heidemann ist Fecht-Olympiasiegerin und China-Kennerin. Deshalb begleitet sie die Fußball-Nationalelf auf ihrer Asienreise. Im FAZ.NET-Interview spricht Britta Heidemann über flinke Füße, interessierte Spieler und das chinesische „Wetten, dass ...“.
Britta Heidemann ist nicht nur Olympiasiegerin im Fechten, sondern auch China-Kennerin. Deswegen begleitet sie derzeit die deutsche Fußball-Nationalmannschaft auf ihrer Asienreise mit den Spielen gegen China (siehe auch: 1:1 in China: Keine Werbung für den deutschen Fußball) am vergangenen Freitag und in den Vereinigten Arabischen Emiraten am kommenden Dienstag (20.00 Uhr / Live im ZDF und im FAZ.NET-Länderspiel-Liveticker). Im FAZ.NET-Interview spricht Britta Heidemann über flinke Füße, interessierte Spieler und das chinesische „Wetten, dass ...“.
Sie waren Leichtathletin, Schwimmerin und Moderne Fünfkämpferin, bevor Sie zum Fechten kamen. Haben Sie auch mal Fußball gespielt?
Ich habe in meinem Leben schon sehr viele Sportarten ausprobiert, Fußball gehörte bisher nicht dazu, da habe ich bisher immer vor dem Fernseher angefeuert. Und nach meinem gemeinsamen Training mit dem Nationalteam hat sich abgezeichnet, dass das auch zukünftig meine beste Position im Fußball bleiben wird.
Jetzt mal nicht so bescheiden.
Naja, die Praxis am Ball fehlt schon, aber ich habe flinke Füße und einen ganz schön festen Schuss. Und ich bin mental stark durch das Degenfechten.
Und Sie gehören zur „Top-Elf für 2011“. Was hat es damit auf sich?
Wir sind elf prominente Frauen, die die Aufmerksamkeit für die Frauenfußball-WM in Deutschland steigern sollen. Ich freue mich, mit dem DFB zusammenarbeiten zu dürfen.
Im Werbespot für die Sporthilfe haben Sie Bernd Schneider eine „gute Verteidigung“ attestiert, welchen Fußballspieler können Sie denn bei der China-Reise loben?
Ich fand es toll, wie interessiert die Spieler waren, sie haben mir sehr viele Fragen zu Stadt, Land und Leuten gestellt. Die meisten waren das erste Mal in China, und so konnte ich ihnen hoffentlich einen guten ersten Überblick über das Land bieten.
Wundern sich die Fußball-Nationalspieler, dass eine begleitende „Randsportlerin“ auf ihrer Reise für Aufsehen sorgt? Oder hat der ein oder andere doch Olympia verfolgt?
Das gesamte Team, Spieler wie Betreuer, hat mich sehr nett aufgenommen, und ich fühle mich sehr wohl bei der Fußball-Nationalmannschaft. Ob einer der Jungs Olympia geschaut hat, konnte ich im Vorhinein gar nicht abschätzen. Offensichtlich haben aber tatsächlich mehrere die Olympischen Spiele verfolgt und auch meine Finalkämpfe gesehen. Darüber freue ich mich natürlich.
Wer erregt in China mehr Aufmerksamkeit? Sie oder Oliver Kahn?
Ich möchte nicht vergleichen. Dies ist meine erste Reise nach China seit den Olympischen Spielen gewesen, und ich habe mich über den herzlichen Empfang der Chinesen gefreut. Neben dem Dreh für das chinesische „Wetten, dass ...“ habe ich hier viele Interviews gegeben. Ich denke, dass meine Sprachkenntnis den Chinesen besonders gefällt und dass ich das Land durch meine Reisen so gut kenne.
Hat sich denn Ihre Popularität in China seit dem Degen-Olympiasieg noch verstärkt?
Sicherlich hat mein Olympiasieg in Peking zu einer verstärkten medialen Aufmerksamkeit geführt – eine besondere Ehre war für mich der Auftritt in der chinesischen Live-Sendung zwei Tage nach meinem Sieg, bei der sonst alle chinesischen Olympiasieger geehrt worden sind. In diese Reihe aufgenommen zu werden war schon ein tolles Gefühl.