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Britta Heidemann Das Gesicht des Fechtsports

16.07.2009 ·  Britta Heidemann ist die Olympiasiegerin im Degenfechten und aktuelle Weltmeisterin. Seit Mittwochabend ist sie auch Europameisterin - alle wichtigen Titel in einem Wettkampf-Zyklus zu gewinnen, ist nur wenigen Fechtern gelungen. Heidemann schaffte es auch dank ihrer erstaunlichen Nervenstärke.

Von Christiane Moravetz
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Nein, Britta Heidemann ist gerade mal nicht in Schanghai, der „Einspieler“ in Pilawas Weltreise-Quiz am Donnerstagabend wurde im Mai dort aufgezeichnet – als sie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu deren Länderspiel begleitete. Zwar ist China schon so etwas wie ihre zweite Heimat, aber zur Zeit beantwortet die 26 Jahre alte Leverkusenerin in Plowdiw in Bulgarien die Fragen, viele Fragen. „Aber das ist schön“, sagt sie, „ich freue mich, dass so viel Interesse besteht, auch noch ein dreiviertel Jahr nach den Olympischen Spielen.“

Kein Wunder: Die Olympiasiegerin im Degenfechten, die aktuelle Weltmeisterin ist seit Mittwochabend auch noch Europameisterin – alle wichtigen Titel in einem Wettkampf-Zyklus zu gewinnen, ist nur wenigen Fechtern in der Geschichte gelungen. „Ich bin sogar mal richtig stolz auf mich“, sagt sie. „Das Gefühl ist gar nicht richtig zu beschreiben, drei Titel: einfach gigantisch.“

In Peking hat sich für sie ein Traum erfüllt, den sie zehn Jahre lang geträumt hatte – seit sie als Fünfzehnjährige zum ersten Mal dort focht, als Austauschschülerin. Nach Olympia nahm sie sich mit dem Training zurück, brachte ihr Studium der Regionalwissenschaften China zu Ende, für ihre Diplomarbeit erhielt sie im Mai die Note 1,7. Sie sei froh über die psychische Pause, die sie sich gegönnt habe, sagt sie. Seit vier Wochen trainiert sie wieder, zweimal täglich, „hochkonzentriert, wie man das als Sportler so tut“, und mit großer Begeisterung. Die Vorbereitung auf die Europameisterschaft habe sie richtig glücklich gemacht.

Entscheidende Treffer bei Gleichstand

Anfang Oktober will sie in Antalya in der Türkei ihren WM-Titel verteidigen – und es scheint, als könne sie derzeit keine Gegnerin wirklich davon abhalten. „Die ganze Welt weiß, dass sie ein ziemlich unüberwindbares Hindernis darstellt“, sagte Manfred Kaspar, ihr ehemaliger Trainer, jetzt Sportdirektor des Deutschen Fechter-Bundes. Nervenstark gewann sie auch in Plowdiw die engen Gefechte; zweimal setzte sie im Viertelfinale und im Halbfinale den entscheidenden letzten Treffer bei Gleichstand. Sie habe gemerkt, sagt Britta Heidemann, dass sie sich für diese großen Turniere besonders gut motivieren könne, die Herausforderung mache ihr wahnsinnig Spaß. „Das steigert das Siegesgefühl.“

Es sind nicht nur die herausragenden Erfolge, die Britta Heidemann zum Gesicht des deutschen Fechtsports gemacht haben. Aber sie helfen, das Interesse an einer Persönlichkeit wachzuhalten, die diesem Sport guttut und deren Wert er gar nicht hoch genug ansetzen kann. Schließlich tritt sie als Fechterin in Erscheinung bei Talkshows, Quizsendungen, als Schirmherrin der Fußballstiftung „Kinderträume“ und ähnlichen Veranstaltungen. Nur ins „Sportstudio“ des ZDF hat sie es noch nicht geschafft. „Ich hoffe“, sagt sie, „dass ich diesmal hinkomme.“ Und es wäre doch gelacht, sollte die meisterliche Britta Heidemann nicht auch dieses Ziel erreichen.

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