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Boxen Walujew bleibt Weltmeister

 ·  Der russische Boxer Nikolai Walujew hat den Weltmeistertitel im Schwergewicht verteidigt. Der 2,13 Meter große Champion schickte Herausforderer Monte Barrett in dem Kampf in Chicago in der 11. Runde zweimal zu Boden.

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Trotz eines ungefährdeten K.o.-Siegs über den Amerikaner Monte Barrett ist der russische Riese Nikolai Walujew bei seinem amerikanischen Fernsehdebüt die Antwort nach seiner sportlichen Klasse schuldig geblieben. Der 33 Jahre alte Berufsboxer schickte am Samstag in Chicago seinen total überforderten Gegner Monte Barrett nach zwei Minuten und zwölf Sekunden der elften Runde zu Boden und bleibt damit WBA-Weltmeister aller Klassen. Für den ungeschlagenen Walujew war es der 33. Knockout im 45. Kampf.

Zum Titel „Augen auf - ich komme“ der deutschen Rockband Oomph! war Walujew in die nicht ausverkaufte Allstate Arena einmarschiert, doch ein Großteil der boxverwöhnten Amerikaner schaute bereits nach wenigen Minuten des Matches angewidert weg. Nach einer bizarren ersten Runde, in der sich beide Fighter ohne offensichtliche Deckung mit wilden Faustschlägen malträtierten, verbreitete sich schnell gepflegte Langeweile.

Treffen zweier Straßenfighter

Der 21 Zentimeter kleinere und 47 Kilo leichtere Barrett hakelte sich nach kurzen Boxeinlagen verzweifelt im Sekundentakt in den Armen seines Gegners fest, dessen gefürchtete Rechte allerdings meistens weit am Ziel vorbeischoß. „Es war kein einfacher Kampf“, sagte Walujew: „Ich war ein bißchen nervös, aber ich wußte schon nach der vierten oder fünften Runde, daß ich gewinnen würde.“

Ob er nun ausgerechnet mit diesem Kampf den nordamerikanischen Markt erobert habe, dazu wollte sich der Russe nicht äußern: „Das müssen andere entscheiden.“ Die Daumen der Experten zeigten nach unten. „Es war ein schrecklicher Kampf. Für mich ist Wladimir Klitschko die deutliche Nummer eins des Schwergewichts“, urteilte Klitschko-Coach Emanuel Steward. Den TV-Kommentator Larry Merchant erinnerte die Veranstaltung an „ein Treffen zweier Straßenfighter“. Angesichts des am Boden liegenden Schwergewichts darf aber selbst der boxerisch limiterte Walujew nach seinem standesgemäßen Erfolg über den handverlesenen Gegner weiter vom großen Geld träumen. Zumal sein Promoter Don King, der sich in den nächsten drei Kämpfen die Einnahmen mit dem deutschen Sauerland-Stall teilt, nach wie vor mit einer Vereinigung der vier Weltmeister-Titel kokettiert.

Handverlesene Gegner

Vor der Verwirklichung dieses Traumes steht dem dauergrinsenden Promoter-Zar allerdings ein nicht gerade kleines Problem ins Haus, denn derzeit sind alle Titel bei Boxern der ehemaligen Sowjetunion. Ohne einen Amerikaner am Start ließe sich das von King geplante „Mini-Turnier“ aber kaum wie geplant in Las Vegas oder New York austragen.

Kurioserweise läßt sich in den Vereinigten Staaten ausgerechnet Walujew, der boxerisch schwächste der vier Weltmeister, am besten vermarkten. Der Auftritt erinnerte zwar kaum an das von King versprochene „achte Weltwunder“, doch wenn der 2,13 Meter große Hüne zwischendurch immer mal wieder ernst machte, wachte das Publikum kurzzeitig aus seiner Lethargie auf. Beifall brandete nur zweimal auf. Als Walujew vor dem Fight mit Leichtigkeit über und nicht durch die Seile in den Ring kletterte, und als er Barrett in der elften Runde nach einer Serie schwerer Treffer mit einem Uppercut von den Füßen holte.

Quelle: FAZ.NET mit Material von sid
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