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Boxen „Pretty Boy“ schlägt „Golden Boy“

Es war das Box-Spektakel des Jahres. Die Stars und Sternchen des amerikanischen Showbusiness drängelten sich in Las Vegas am Ring, als Floyd Mayweather Jr. im 100-Millionen-Dollar-Fight Weltmeister Oscar de la Hoya entthronte.

© AFP Vergrößern Oscar De la Hoya (r.) muss gegen Floyd Mayweather Jr. einstecken

Floyd Mayweather Jr. hat im Box-Spektakel des Jahres Weltmeister Oscar de la Hoya entthront und sich direkt nach dem 100-Millionen-Dollar-Fight in den Ruhestand verabschiedet. Der leicht favorisierte Herausforderer nahm seinem amerikanischen Landsmann de la Hoya am Samstagabend (Ortszeit) im MGM-Casino von Las Vegas mit einem knappen 2:1-Punktsieg (116:112, 115:113, 113:115) den WBC-WM-Titel im Superweltergewicht ab und erklärte danach seinen mit zehn Millionen Dollar versüßten Rücktritt. „Das war's, ich höre auf. Ich muss niemandem mehr etwas beweisen, aber das war nochmal ein Wahnsinnskampf“, sagte Mayweather Jr.

„Das war ein Meisterstück des Boxens. Ich habe allen gezeigt, warum ich derzeit der Beste der Welt bin“, meinte der ungeschlagene „Pretty Boy“ nach seinem von 17.157 Zuschauern verfolgten 38. Sieg. „Schaut auf die Schlagstatistik und ihr könnt sehen, dass ich der neue Champion bin.“ Der 30 Jahre alte Mayweather Jr. traf mit 43 Prozent seiner Schläge, de la Hoya kam nur auf 21 Prozent.

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„Ich dachte, dass ich gewonnen hatte“

Aber auch der Verlierer darf sich zu den Gewinnern zählen. Der in den Staaten legendäre Superstar de la Hoya „tröstete“ sich nach seiner fünften Niederlage im 43. Kampf mit rund 60 Millionen Dollar und der Gewissheit, mit Gesamteinnahmen von mehr als 550 Millionen Dollar (405,6 Millionen Euro) nunmehr die Umsatz-Nummer eins seiner Zunft zu sein. Bei dem umsatzstärksten Boxkampf der Geschichte wurden geschätzte 100 Millionen Dollar bewegt.

„Pretty Boy“ schlägt „Golden Boy“ Oscar De la Hoya (r.) muss gegen Floyd Mayweather Jr. einstecken © AFP Bilderstrecke 

„Golden Boy“ de la Hoya war von dem Urteil gegen ihn einigermaßen überrascht. „Ich dachte, dass ich gewonnen hatte. Ich habe die härteren Treffer gelandet und den Kampf bestimmt“, sagte der gebürtige Mexikaner, der von zahlreichen Landsleuten enthusiastisch unterstützt wurde. Doch der sechsmalige Weltmeister schlug nicht einmal seinen gefürchteten linken Haken, während Mayweather Jr. immer wieder mit harten Schlagkombinationen punktete.

WM-Titel in fünf verschiedenen Gewichtsklassen

Mit dem Schlussgong der zehnten Runde traf er de la Hoya mit einer Rechten am Kinn. „Ich habe großen Spaß im Ring gehabt. Im Vorfeld hatte ich den Fans einen großen Kampf versprochen. Das habe ich gehalten“, sagte der neue Weltmeister, der in seiner Karriere nunmehr WM-Titel in fünf verschiedenen Gewichtsklassen errungen hat. Er müsse jetzt niemandem mehr etwas beweisen und wolle künftig mehr Zeit mit seinen Kindern verbringen, betonte Mayweather Jr.

Vorsichtige Rücktrittsgedanken äußerte auch de la Hoya. „Ich gehe jetzt nach Hause, schaue mir den Kampf noch einmal im Fernsehen an, werde dabei genau auf meine Bewegungen achten und die ganze Situation analysieren“, sagte der 34-Jährige. Der Olympiasieger von 1992 war bereits 2004 einmal zurückgetreten und hatte sich danach der Karriere als Promoter seiner im Jahr 2000 gegründeten „Golden Boy Promotions“ gewidmet.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa

 
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