27.11.2006 · „Mir tut es für Axel leid“, kommentierte Henry Maske die heftigte Niederlage seines Box-Kollegen. Er selbst wird im März nach elf Jahren wieder in den Ring steigen. Sein Trainer Wegner sorgt sich: „Er hat mehr zu verlieren.“
Henry Maske machte es kurz. „Mir tut es für Axel leid. Er hatte sich viel vorgenommen, vielleicht für den Anfang zu viel“, teilte der „Gentleman“ auf seiner Internetseite mit. Viel mehr nicht. An seinen eigenen Comeback-Plänen jedoch änderte das Debakel für Schulz am Samstag in Halle/Westfalen nichts. „Mich läßt es diese Aufgabe nur noch respektvoller betrachten und angehen, als ich es ohnehin schon tue“, läßt der Zweiundvierzigjährige schriftlich wissen (Siehe auch: Peinliche Vorführung im Boxring: Axel Schulz verpatzt Comeback).
Die technische K.o.-Niederlage in der sechsten Runde von Schulz gegen den zuvor weithin unbekannten Amerikaner Brian Minto war nur für den Fernsehsender RTL ein Triumph. In der Spitze über zwölf Millionen Zuschauer sahen sich die Demontage eines Publikumslieblings live vor dem Fernseher an. Die produzierten Bilder waren erstklassig.
Revanche nach über elf Jahren
„Wir haben den Kampf deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge gesehen“, erklärte RTL-Sprecher Matthias Bolhöfer, „natürlich haben wir uns von Axel mehr versprochen und sind deshalb enttäuscht. Aber so etwas kann im Sport jederzeit passieren.“ Der Maske-Kampf ist durch die Ereignisse in Halle vom Kölner Sender keinesfalls in Frage gestellt. „Wir werden den Samstag sicherlich für uns analysieren“, meinte Bolhöfer, „aber an unserer Grundkonzeption und Strategie wird sich nichts ändern.“
Der ehemalige Halbschwergewichts-Weltmeister will am 31. März in München wieder gegen Virgil Hill in den Ring steigen. Es soll die Revanche nach über elf Jahren für Maskes einzige Niederlage seiner Karriere im November 1996 werden, nach der der „Gentleman“ seine Laufbahn beendet hatte.
„Um Henry mache ich mir Sorgen“
Maskes Pause ist also noch vier Jahre länger als die von Schulz, er wird bereits 43 Jahre alt sein, wenn er in den Ring steigt und sein Gegner ist ein besserer Boxer als Minto. Hill ist zwar gleich alt wie Maske, hat aber nie aufgehört zu boxen, wirkt im Augenblick allerdings alles andere als austrainiert, schleppt Übergewicht mit sich herum, wird noch einige Kilo abtrainieren müssen.
Auch Henry Maske bereitet sich in den Vereinigten Staaten mit einem amerikanischen Trainer vor. Mit seinen ersten ernsthaften Sparrings-Übungen war er sehr zufrieden. „Um Henry mache ich mir Sorgen“, erklärte nach dem Schulz-Kampf dann auch Trainer Ulli Wegner, „er hat mehr zu verlieren als Axel.“ Matchmaker Jean-Marcel Nartz weiß auch: „Um jeden Boxer in Henrys Alter muß man sich Sorgen machen.“ Promoter Klaus-Peter Kohl warnt ebenfalls: „Henry hat ewig nicht im Ring gestanden, während Virgil Hill durchgeboxt hat. Er hat dabei große Namen geschlagen, während Henry gar nichts gemacht hat.“