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Boston-Marathon Der doppelte Robert K. Cheruiyot

20.04.2010 ·  Der Kenianer Robert Kiprono Cheruiyot und die Äthioperin Teyba Erkessohat haben den Boston-Marathon gewonnen. Cheruiyot - bei dem es sich nicht um Serien-Sieger Robert Kipkoech Cheruiyot handelt - siegte in neuer Rekordzeit.

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Konfusion um den Besten von Boston, Namenssalat beim ältesten Städte-Marathon der Welt. Viermal gewann der Kenianer Robert K. Cheruiyot bislang den Klassiker in der Hauptstadt von Massachusetts. Und viele der mehr als 100.000 Zuschauer an der Strecke - und sogar einige Journalisten - glaubten, am Montag Augenzeuge seines fünften Triumphes geworden zu sein: Nach 2:05:52 Stunden lief Robert K. Cheruiyot in neuer Streckenrekord-Zeit über die Ziellinie auf der Boylston-Street. Ein alter Bekannter? Nein, ein junger Bursche. Denn der Gewinner hieß Robert Kiprono Cheruiyot und war nicht Serien-Sieger Robert Kipkoech Cheruiyot. Der hatte vor einem Monat bereits seinen Start wegen einer Verletzung abgesagt.

„Viele Leute verwechseln mich mit Robert Kipkoech. Wir sprechen dieselbe Sprache, kommen aber aus verschiedenen Gegenden“, erklärte Champion Cheruiyot und stellte klar, dass er mit seinem Namensvetter nicht verwandt ist. Während der 21-Jährige in Bomet im kenianischen Westen aufwuchs, stammt sein zehn Jahre älterer Landsmann aus dem etwas nördlicheren Eldoret. Der Name Cheruiyot ist in Kenia so geläufig wie Müller, Meier oder Schmidt in Deutschland. Allein auf der Homepage des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF werden 36 männliche Cheruiyots geführt.

Ein bisschen hat aber auch Robert Kipkoech Cheruiyot zum Erfolg seines jüngeren Mannschaftskollegen beigetragen, der sich vor dem Äthiopier Tekeste Kebede (2:07:23) sowie dessen Landsmann, Vorjahressieger Deriba Merga (2:08:39), durchsetzte. „Wir haben uns vor zwei Monaten getroffen, und da sagte er mir, ich solle anfangs in einer Gruppe laufen und anziehen, sobald ich merke, dass die anderen schwächer werden. Und falls mir jemand folgen würde, sollte ich mich einfach wieder fallen lassen, um Kräfte zu sparen“, sagte der Sieger.

Der laufende Landwirt heißt nur „Robert the Younger“

Eigentlich wollte Cheruiyot nur seine Vorjahreszeit von 2:10:06 Stunden unterbieten. Bei Kilometer 38 habe er dann jedoch gespürt, dass er Streckenrekord laufen kann und deshalb noch einmal alles gegeben. Dies brachte ihm neben der Siegprämie von 150.000 Dollar zusätzlich 25.000 Dollar für die Bestzeit ein. Von dem Geld wolle er sich unter anderem einige Kühe kaufen, betonte der Triumphator, der sich auf der Pressekonferenz - eher nebenbei - als „laufender Landwirt“ outete: „Ich habe eine 50 Hektar große Farm, wo ich Kühe und Schafe halte.“

Mit seiner Superzeit auf dem hügeligen und windanfälligen Kurs hat Cheruiyot den in Berlin gelaufenen Weltrekord des Äthiopiers Haile Gebrsalaisse (2:03:59) zwar um 1:53 Minuten verpasst, mit 21 Jahren aber ein Ausrufezeichen gesetzt. Die bisherige Boston-Bestmarke von 2:07:14 Stunden pulverisierte Cheruiyot um 82 Sekunden. Aufgestellt hatte sie vor vier Jahren - Robert Kipkoech Cheruiyot. Hinter beiden Topzeiten des Boston-Marathons steht somit jeweils Robert K. Cheruiyot - ein Name, zwei Läufer. Um künftig Konfusionen zu vermeiden, hat die Tageszeitung „The Boston Globe“ bereits eine Lösung gefunden. Sie betitelte den jüngsten Sieger in ihrer Dienstag- Ausgabe einfach als „Robert the Younger“.

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