26.06.2007 · Zur Freude seiner Fans wird Boris Becker wortbrüchig. Zum ersten Mal seit seinem Rücktritt 1999 tritt der Altstar beim wichtigsten Tennis-Turnier der Welt an. Becker spielt mit Eric Jelen im Veteranen-Doppel.
Boris Becker wird zur Freude seiner englischen Fans wortbrüchig. Der dreimalige Wimbledon-Champion wird in diesem Jahr erstmals nach seinem Rücktritt 1999 wieder auf der Anlage des All England Clubs an der Church Road Tennis spielen.
An der Seite seines ehemaligen Daviscup-Partners Eric Jelen tritt der 39-Jährige beim Doppelturnier der Wimbledon-Veteranen an, das traditionell in der zweiten Turnierwoche veranstaltet wird. Nach seiner Achtelfinal-Niederlage gegen Patrick Rafter vor acht Jahren und dem anschließenden Ende seiner großartigen Karriere hatte Becker ausgeschlossen, jemals wieder als Aktiver nach Wimbledon zurückzukehren. Boris Becker im Interview:
Wann kam Ihnen die Idee, in Wimbledon im Senioren-Doppel mit Eric Jelen erstmals seit Ihrem Rücktritt 1999 wieder aufzuschlagen?
Wir haben im Januar in Miami gemeinsam eine Trainingswoche eingelegt und kamen dort auf den Gedanken, gemeinsam in Wimbledon aufzuschlagen.
Sie spielen mit Eric Jelen im Doppel. Auf welche Gegner freuen Sie sich am meisten?
In unserem Alter gibt es keine Gegner mehr, nur Freunde, mit denen man Tennis spielen darf.
Welche Erinnerungen haben Sie an Ihren letzten Auftritt auf dem „Heiligen Rasen“ 1999 im Achtelfinale gegen Patrick Rafter?
Wir mussten drei Tage auf dieses Spiel warten, weil es die ganze Zeit geregnet hat. Und in dieser Zeit konnte ich mich schon mit meinem Abschied anfreunden, da ich wusste, dass ich gegen Patrick Rafter keine Chance mehr hatte. Meine Zeit war vorbei.
Nach Ihrem Sieg gegen Thomas Muster beim Turnier in Hamburg mussten Sie sich am rechten Knöchel operieren lassen. Ist alles wieder in Ordnung?
Das werden wir sehen. Die Operation verlief gut. Ich bin seit einer Woche wieder im Training und hoffe, dass alles hält.
Wegen der Fußball-WM konnten Sie im Vorjahr nur zeitweise für die BBC kommentieren. Sind Sie in diesem Jahr wieder Fulltime im Einsatz?
Ja. Und darauf freue ich mich sehr. Letztes Jahr hat mir etwas gefehlt.
Kommentieren Sie auch für das deutsche Fernsehen?
Nein, nur für die BBC in England.
Ihr „Wohnzimmer“ ist wegen des Umbaus in diesem Jahr ein Torso. Empfinden Sie Wehmut?
Nein, keine Wehmut. Von 2009 an hat Wimbledon ein Dach über dem Center Court und irgendwann müssen sie ja mit den Bauarbeiten beginnen.
Wer ist in Ihrem Doppel der Chef auf dem Rasen?
Das Geheimnis im Doppel ist, den richtigen Partner zu haben. Und da bin ich mir bei Eric Jelen sicher. Er kontrolliert die Vorhandseite und ich die Rückhandseite.
Wann haben Sie zuletzt miteinander gespielt?
Wir sind die ganze Zeit im Training und spielen oft miteinander.
Thomas Haas ist an der Schulter verletzt und konnte in den vergangenen sieben Wochen kaum trainieren. Nicolas Kiefer schlägt nach über einem Jahr Pause wieder auf. Was erwarten Sie von ihm?
Ich hoffe, dass er wieder hundertprozentig gesund ist, weil nur dann ist er ein ernst zu nehmender Tennisspieler.
Ein Satz zum Top-Favoriten Roger Federer. Oder ist Rafael Nadal nach seinem Sieg in Roland Garros diesmal mehr als ein Außenseiter?
Federer ist nach wie vor der Top-Favorit. Da müsste schon viel schief laufen, damit Roger Federer seinen fünften Titel in Wimbledon nicht gewinnt.
Welcome home Boris, Baseballcapentrager
Peter Slater (Wales-Rhondda)
- 26.06.2007, 21:11 Uhr