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Bestechungsvorwürfe Weiterhin Aufregung in der Handball-Bundesliga

04.03.2009 ·  Während die Handball-Bundesliga weiter Klärungsbedarf hinsichtlich der Bestechungsvorwürfe gegen den THW Kiel sieht, hat der Geschäftsführer des Hauptsponsors der Rhein-Neckar Löwen die Kieler erst scharf angegriffen - um dann zu schweigen.

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In knapp 24 Stunden hat der dänische Gesellschafter des Handball-Bundesliga-Vereins Rhein-Neckar Löwen, Jesper Nielsen, zugleich Geschäftsführer des Hauptsponsors Kasi Group, seine Position bei der angeblichen Bestechungsaffäre um die Kieler komplett geändert.

Nach der ausdrücklichen Bestätigung von Manipulationsvorwürfen gegen die Kieler im Fernsehen sagte der Kopenhagener einen Tag später am Mittwoch der Deutschen Presse- Agentur: „Wir wollen wirklich Ruhe und Frieden halten. Der Seegang ist für den deutschen Handball ein bisschen zu heftig im Moment. Daran haben wir auch mit Blick auf unsere eigenen geschäftlichen Aktivitäten kein Interesse.“

Nielsen erklärt sich nicht

Das hatte ganz anders geklungen, als der der in seiner Heimat Geschäftsführer des dänischen Großhandels-Unternehmens Kasi dem Sender TV2 am Vortag erklärte: „Wir wissen, dass es rund um die Champions-League-Spiele des THW Kiel Unregelmäßigkeiten gegeben hat.“

Wieso er nach nur einer Nacht auf ganz andere Gedanken gekommen war, wollte Nielsen nicht erklären: „Ich verstehe, dass die Journalisten viele Fragen haben. Aber wir werden bis nächste Woche mit einer offiziellen Erklärung kommen, in der alles vollständig aufgeklärt wird.“ Das betreffe auch die Umstände der Trennung von Trainer Noka Serdarusic, der zeitweise als mögliche Quelle für die Bestechungsvorwürfe gegen den THW Kiel galt (siehe: Handball: Düsteres Szenario).

Bohmann sieht weiter Klärungsbedarf

Der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), Frank Bohmann, sieht weiterhin Klärungsbedarf; „Der Vorwurf steht nach wie vor im Raum. Das Ganze ist bis heute nicht belegbar, aber es gibt noch offene Fragen, die wir noch klären müssen.“ Die vom THW vehement bestrittenen Vorwürfe sollen möglichst intern geklärt werden. „Und dann wollen wir das so schnell wie möglich vom Tisch haben“, sagt Bohmann.

Holpert will von Vorwürfen nie gehört haben

Unklar ist jedenfalls immer noch, woher genau die Vorwürfe kommen, der THW hätte seit 2000 Spiele in der Champions League verschoben und als „Höhepunkt“ auch die polnischen Schiedsrichter Miroslaw Baum und Marek Goralczyk im Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt beeinflusst. Zumindest für die Liga-Verantwortlichen waren aber auch am Mittwoch noch Fragen offen - obwohl es nach einer Sitzung mit Schwenker in Hamburg auch andere Aussagen gegeben hatte (siehe: Kieler Handball-Affäre: Ehrenworte im Sumpf).

Weiter diskutiert wird auch die Rolle der Rhein-Neckar Löwen. Deren Gesellschafter Dieter Matheis, zugleich HBL-Aufsichtsratsmitglied, hatte mit der Aufforderung an Uwe Schwenker, zu den Manipulationsvorwürfen Stellung zu nehmen, die Lawine ins Rollen gebracht hatte. „Da fragt man sich schon, ob da Methode dahinter steht“, sagte Flensburgs Manager Fynn Holpert dem Internetportal „Spox“. Er selbst habe von Verdachtsmomenten gegen Kiel nie etwas gehört. „Eine Behauptung einfach so zu veröffentlichen, schadet unserer Sportart und sicherlich auch den Rhein-Neckar Löwen, die ja eh kein gutes Image haben“, meint Holpert.

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