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Beachvolleyball-WM : Vienna on Fire

Rot-weiß-rote Cheerleader im Einsatz: Animation gehört zum Spiel Bild: dpa

Heiße Party auf heißem Sand: Bei der Beachvolleyball-WM in Wien pushen sich Sportler und Publikum gegenseitig. Die Lokalhelden Doppler/Horst werden gefeiert wie Rockstars.

          Zwei Sportler aus Oberösterreich und Wien lassen derzeit ihre Landsleute verrückt spielen, sie werden wie Rockstars gefeiert: Clemens Doppler und Alexander Horst haben sich bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft ins Viertelfinale vorgespielt und dabei die Red-Bull-Arena in ein noch größeres Tollhaus verwandelt, als man es ohnehin schon gewohnt war. Die beiden Lokalhelden rocken die Donauinsel. 

          Die Beach-WM macht ihrem ursprünglichen Image als Funsportart in den Tagen von Wien alle Ehre. Große Leistungen im heißen Sand, große Party auf den Rängen: alleine am Freitag strömten fast 20.000 Zuschauer zum Center Court und die beiden Nebenplätze auf der Donauinsel. Die Hitze von Wien sorgt dafür, dass die luftige Kleiderordnung der Spielerinnen vom enthusiastischen Publikum gespiegelt wird. Um Hitzschlägen bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke vorzubeugen, wässerten die Organisatoren nicht nur den glühenden Donausand in der Arena, sondern das Publikum auf den Rängen gleich mit.

          Die hochkochenden Emotionen im Publikum müssen gelegentlich abgelöscht werden Bilderstrecke
          Die hochkochenden Emotionen im Publikum müssen gelegentlich abgelöscht werden :

          Während aus deutscher Sicht das famose Comeback von Laura Ludwig und Kira Walkenhorst mit dem krönenden Sieg im Finale das herausragende Ereignis war, spielen aus Sicht der Gastgeber zwei Mittdreißiger die Hauptrolle. Clemens Doppler und Alexander Horst schafften am Freitag den wohl emotionalsten Sieg ihrer Karrieren: gegen das qatarische Duo Jefferson Santos Pereira, einen gebürtigen Brasilianer, und Cherif Younousse, gewannen Doppler/Horst mit 26:24 und 24:22 und zogen damit ins WM-Viertelfinale an diesem Samstag (17.15 Uhr) ein.

          Wie weit trägt der Heimvorteil?

          Beide Teams hatten im ersten Satz je drei Satzbälle, mehrmals wurde der Videobeweis bemüht. Auch im zweiten Durchgang wogte die Führung hin und her. „Am Ende haben wir nicht die Nerven verloren“, freute sich Horst und staunte, dass es im Stadion „heute noch lauter war.“ Schon am Vortag, als das rot-weiß-rote Team das amerikanische Duo Theodore Brunner/Casey Patterson nach knapp einer Stunde Spielzeit mit 2:1 Sätzen niederrang, wurden Doppler/Horst von den Fans zum Sieg getrieben.

          Nach dem Viertelfinal-Einzug richteten beide dann höchst emotionale Dankesworte an das Publikum, zu dem auch Fußball-Ikone Toni Polster gehörte. „Ein Viertelfinale vor Heim-Publikum bei einer Weltmeisterschaft ist überwältigend", rief Doppler in das Stadionmikrophon: „Das muss man einmal sacken lassen.“ Er kündigte an: „Jetzt wollen wir auch die letzten Schritte schaffen und die WM bis zum Schluss auskosten." Der 36-Jährige ist seit 2001 bei jeder WM dabei gewesen, hatte es aber noch nie über das Achtelfinale hinaus geschafft.

          Doppler/Horst müssen nun gegen Piotr Kantor und Bartosz Losiak antreten. Die trickreichen Polen gelten als das technisch beste Team im Turnier, sie sind an Nummer 7 gesetzt und wären gegen das an Platz 25 der Weltrangliste rangierende österreichische Team eigentlich favorisiert -  wenn da nicht der Heimvorteil wäre. „Wir sind krasser Außenseiter“, sagte Doppler dennoch der österreichischen Nachrichtenagentur APA und bekannte: „Vor dem Turnier habe ich gesagt, die Polen werden Weltmeister. Jetzt muss ich meine Prognose umdrehen.“

          Quelle: FAZ.NET

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