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Beachvolleyball-WM : Österreichs Männer gewinnen Silber

Glückliche Zweite: Clemens Doppler (l.) und Alexander Horst nach der Woche ihres Lebens Bild: EPA

Clemens Doppler und Alexander Horst erleben die Woche ihres Lebens, verpassen vor 10.000 euphorisierten Zuschauern bei der Beach-WM in Wien aber die ganz große Sensation.

          Ein Aufschlagriese zerstörte Österreichs Traum vom Sensations-Gold bei der Beachvolleyball-Weltmeisterschaft in Wien: als die Not für die Brasilianer Evandro und Andre Loyola im ersten Satz des Finales gegen Clemens Doppler und Alexander Horst schon sehr groß war, ging der 2,10 Meter große Evandro Goncalves Oliveira Junior volles Risiko – und wehrte gleich drei Satzbälle mit Hilfe von Aufschlag-Assen ab. Mit 21:23 ging der Durchgang schließlich für Österreich noch verloren – wieder mit einem brasilianischen Ass, diesmal dank Andre Loyola.

          Obwohl die Österreicher Doppler und Horst mit 36 und 34 Jahren ein gutes Jahrzehnt älter sind als die beiden jungen Brasilianer auf der Gegenseite des Netzes, zudem auch noch zehn Zentimeter kleiner, gaben sie auch im zweiten Satz des WM-Finales von Wien in keiner Phase nach. Die Routiniers hielten den Abstand stets gering, sie glichen nach Abwehr des ersten Matchballs sogar auf 20:20 aus – doch am Ende musste sie sich doch geschlagen geben: 20:22 – ein Block von Andre Loyola beendete den Satz, das Match und auch das ganze Turnier.

          Luftsprünge nach dem Matchball: Andre Loyola Stein (l) und Evandro Goncalves Oliveira Junior

          Während die beiden brasilianischen Riesen – auch der „kleine“ Andre Loyola ist 2,01 Meter groß –, anschließend Veitstänze auf Sand vollführten, zeigten sich die Unterlegenen als tapfere Verlierer. Clemens Doppler dankte dem enthusiastischen, aber dennoch fairen Publikum, das die beiden Mittdreißiger bei ihrer „atemberaubenden Reise“ durch alle Spiele begleitete und lautstark unterstützte: „Es war die Woche unseres Lebens.“

          An Position 25 der Weltrangliste waren die beiden erfahrenen Wiener ins Turnier gegangen. Für Doppler, 2003 und 2007 immerhin Europameister mit wechselnden Partnern, war es bereits die neunte WM-Teilnahme, doch nie zuvor waren er oder Horst über das Achtelfinale hinausgekommen. Ihr Achtelfinalsieg gegen das für Qatar spielende Duo Jefferson/Cherif am Freitag war somit schon eine glänzende Erfahrung: Mit 26:24 und 24:22 gewannen Doppler/Horst das Match vor 10.000 euphorisierten Zuschauern in der voll besetzten Beach-Arena.

          Das Viertelfinale am Tag danach toppte die Sensation noch. Gegen die trickreichen WM-Favoriten Kantor/Losiak aus Polen vergaben Doppler/Horst zwar gleich acht Satzbälle, gewannen aber trotzdem nach insgesamt 85 Minuten noch mit 2:1 Sätzen (31:33, 21:18, 15:11) und brachten die Donauinsel abermals zum Beben.

          „Wir haben Silber gewonnen, nicht Gold verloren“

          Vor dem Halbfinale am Sonntagvormittag kippte dann zwar das Wetter, statt strahlendem Sonnenschein bei 35 Grad bestimmte plötzlich Dauerregen die Wiener Wetterlage – das heimstarke Duo ließ sich aber davon nicht beeindrucken, schlug die Russen Liamin/Krasilnikov mit 2:0 (22:20, 21:19) aus dem Turnier und sicherte sich somit die erste Beachvolleyball-Medaille für Österreich in der WM-Geschichte.

          Alles Sieger: Österreichs Horst und Doppler (l.) neben den Weltmeistern Andre Loyola und Evandro sowie den Russen Liamin/Krasilnikow.

          Dass diese Medaille schließlich nicht aus Gold war, änderte wenig am Gesamteindruck einer tollen Woche: „Wir haben Silber gewonnen, nicht Gold verloren“, sagte Doppler voller Überzeugung. Und Horst dankte dem „wahnsinnigen“ Publikum: „Es hat unglaublich Spaß gemacht“.

          Für Brasilien bedeutete der Sieg von Evandro/Andre Loyola bei der elften Weltmeisterschaft schon die 15. Medaille und den siebten Titel. Der 27-jährige Evandro hatte 2015 mit Pedro bereits Bronze gewonnen. Mit Andre Loyola spielt er erst seit dieser Saison zusammen, wobei die neuen Weltmeister eine gewagte Kombination bilden: beide sind eigentlich Blockspieler, beide mussten die Verteidigung erst lernen, was sie auf beeindruckende Art umsetzten, denn beide spielen nun jede Position zu jeder Zeit. Der erst 22 Jahre alte Andre Loyola agierte besonders souverän im Finale, zeigte sich auch von der Kulisse unbeeindruckt und setzte mit einem seiner überragenden Blöcke den Schlusspunkt. „Danke Wien, es war ein super Turnier“, sagte der neue Weltmeister.

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