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Veröffentlicht: 29.08.2014, 19:40 Uhr

Beachvolleyball Punkte fürs „Fremdgehen“

Eine überraschende Sport-Partnerschaft beschert Julia Sude eine neue Chance. Mit Beach-Queen Laura Ludwig greift die Tochter von „Mister Volleyball“ Burkhard Sude nach der Meisterkrone.

© dpa Not-Duo mit guten Aussichten: Laura Ludwig (l.) und Julia Sude

Dank einer neuen Liaison greift Julia Sude zum ersten Mal nach 2010 wieder nach der deutschen Meisterkrone - und schielt ein bisschen schon auf die Olympischen Spiele in zwei Jahren. Die Beachvolleyballerin vom VfB Friedrichshafen könnte sich am Samstag in Timmendorfer Strand zum zweiten Mal den Traum vom nationalen Titel erfüllen, dieses Mal mit Rekordsiegerin Laura Ludwig. „Tolle Blocks, gute Aufschläge“, sagte Beach-Queen Ludwig über ihre neue sportliche „Beziehung“ mit der 26-Jährigen Julia Sude.

Das Gelegenheits-Duo gewann am Freitag zunächst souverän 2:0 (21:12, 21:13) gegen Natascha Niemczyk und Sabine Schulz (Lohnhof). Dann setzten sich Ludwig/Sude in einem spannenden und hochklassigen Spiel gegen die WM-Zeiten Karla Borger und Britta Büthe (Stuttgart) mit 2:1 (16:21, 21:19, 18:16) durch. Auch das an Position eins gesetzte Berliner Nationalduo Katrin Holtwick und Ilka Semmler zog mit zwei Siegen am zweiten Turniertag direkt ins Semifinale an und trifft da am Samstag auf Borger/Büthe. Ludwig/Sude müssen sich mit Victoria Bieneck/Julia Großner (Berlin) auseinandersetzen.

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Eigentlich hatte Julia Sude bei der 22. Auflage des „Kultturniers“ mit ihrer Stammpartnerin Chantal Laboureur starten wollen. Doch dann kam es anders. Laura Ludwigs Partnerin Kira Walkenhorst musste wegen einer Erkrankung das Volleyballjahr 2014 vorzeitig beenden, im Nationalteam wurde somit ein Platz für eine Blockerin frei. „Erstmal war es tragisch für Kira. Aber es war auch eine Chance für mich - und sogar auch für Chantal“, sagt Julia Sude. Gleichwohl war sie von dem Anruf der fünfmaligen Meisterin Laura Ludwig mitten in der laufenden Saison erst mal „negativ überrascht“.

Doch die Argumente überzeugten: dank der Einstufung als Auswahlteam durfte Sude mit Ludwig auf der attraktiven Welttour im Hauptfeld starten, statt sich wie zuvor durch die Qualifikationen quälen zu müssen. Und Ludwig/Sude machten das auf internationaler Bühne sehr gut. Nach einem vierten Platz in Mexiko, Rang fünf in Russland und Österreich wurde jüngst beim Grand-Slam in Polen mit Rang zwei nur knapp der ganz große Coup verpasst. „Zum Glück klappte es gleich sehr gut mit uns“, beschrieb die frühere Europameisterin Ludwig das „Fremdgehen“.

Und auch Julia Sude, Tochter von Burkhard Sude, der 203 Länderspielen in der Halle absolvierte und danach ein Pionier im deutschen Beachvolleyball war, sieht sich nach einigen Rückschlägen und harten Jahren wieder auf gutem Weg. „Bei uns passt das, wir sind beide flexibel“, sagte sie zur neuen Partnerschaft mit Laura Ludwig.

Deutsche Beachvolleyball-Meisterschaft in Timmendorf © dpa Vergrößern Kult-Stätte des deutschen Beachvolleyballs: Strand von Timmendorf

Nach fünften Rängen bei der EM und WM war Julia Sude einige Zeit von der ganz großen Beach-Bühne verschwunden. Noch zum Jahreswechsel 2012/13 hatte sie sich mit ihrem Vater, der gleichzeitig ihr Trainer ist, bei der nationalen Beach-Serie in Neuseeland in Form gehalten. Im vergangenen Winter spielte sie dann für den Schweizer Zweitligaklub VBC Aadorf in der Halle und schaffte nur eine Teilzeit-Vorbereitung auf das Beach-Jahr, weil sie auch noch eine Ausbildung als zahnmedizinische Fachangestellte begonnen hat. Jetzt steht sie plötzlich vor der zweiten Krönung in Timmendorfer Strand.

Auch Chantal Laboureur könnte profitieren

Die erspielten Punkte auf der Welttour werden zwischen den Partnern geteilt - und davon wiederum profitiert auch Sudes Stammpartnerin Laboureur. Derzeit sehen sich Sude/Laboureur als Nummer vier im Land, gemeinsam wollen sie das große Ziel Olympia in Rio 2016 angreifen. Die Nationalteams Ludwig/Walkenhorst, Borger/Büthe und Holtwick/Semmler sind die klaren Favoriten auf die zwei deutschen Olympia-Plätze für die deutschen Damen.

Doch die Episode mit Laura Ludwig könnte „Team 4“ helfen - auch wenn Laboureur nicht sehr glücklich darüber war, dass sie sich auch für Timmendorf eine neue Partnerin suchen musste.

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Von Christian Eichler

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