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Beachvolleyball-Duo Holtwick/Semmler Große Chance knapp verpasst

 ·  Beim Grand-Slam-Turnier in Berlin unterliegt das deutsche Beachvolleyball-Duo Katrin Holtwick und Ilka Semmler im Finale den brasilianischen Weltranglisten-Ersten Talita/Lima 1:2. Dabei vergeben sie vier Matchbälle.

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© dpa Vergrößern Eine Macht auf heimischem Sand: das Beachvolleyball-Duo Katrin Holtwick (links) und Ilka Semmler

Beachvolleyballprofis sind Weltreisende, das Leben aus dem Koffer gehört für sie zum Job-Profil. Katrin Holtwick und Ilka Semmler haben sich an diese Hatz von Kontinent zu Kontinent längst gewöhnt, schließlich spielen sie schon in der achten Saison miteinander.

Dieser Sommer bildete für sie da keine Ausnahme, im Gegenteil: China, Argentinien, Polen, die Vereinigten Staaten - das waren nur einige der Stationen, die das Team Holtwick/Semmler in diesem Jahr schon angesteuert hat, und das Jahr ist auch im Beachvolleyball noch längst nicht zu Ende. Allein schon deswegen waren Katrin Holtwick und Ilka Semmler heilfroh, nun erst mal zwei Wochen lang zuhause bleiben zu dürfen: Erst starteten sie beim Grand-Slam-Turnier in Berlin an diesem Wochenende, danach werden sie beim Turnier der nationalen Tour in Kühlungsborn dabei sein.

Die Freude bei den deutschen Meisterinnen war um so größer, da sie bei Teil eins der Heimat-Tour, beim Weltserien-Turnier in der Berliner Waldbühne, auch sportlich sehr erfolgreich waren: Sie unterlagen erst im Finale den Brasilianerinnen Talita/Lima knapp mit 1:2 Sätzen (21:16, 21:23, 12:15).

Im zweiten Satz vergaben sie dabei vier Matchbälle und damit die große Chance, als erstes deutsches Duo ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen. „Wir waren im Kopf schon so weit, Gold zu holen“, sagte Ilka Semmler. Im Halbfinale hatten sie sich gegen die Amerikanerinnen Jennifer Fopma und Brooke Sweat mit 2:1 Sätzen durchgesetzt. Damit beendeten sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere ein Grand-Slam-Turnier auf Rang zwei.

„Zum Glück erst der erste vierte Platz“

Für die 29 Jahre alte Katrin Holtwick und die zwei Jahre jüngere Ilka Semmler, beide in Berlin zuhause, war es auch ein versöhnliches Ergebnis nach schwierigen Wochen, in denen für sie längst nicht alle Hoffnungen in Erfüllung gegangen waren. In die Weltmeisterschaft in Stare Jablonki (Polen) waren sie mit Chancen auf eine Medaille gestartet, dann aber schon in der ersten K.o.-Runde gescheitert - während Karla Borger und Britta Büthe die erste WM-Medaille eines deutschen Frauen-Beachvolleyballteams gewannen.

In die Europameisterschaft in Klagenfurt waren sie wenig später gar als Erste der Setzliste gegangen - am Ende dort aber wieder ohne Medaille geblieben: Im Spiel um Platz drei unterlagen sie Laura Ludwig/Kira Walkenhorst. Ärgerlich, natürlich, aber: „Es war ja zum Glück erst der erste vierte Platz in dieser Saison“, sagte die Blockspezialistin Ilka Semmler.

„Das waren einfach zu viele Eigenfehler“

Dass sie bei WM und EM unter Wert geschlagen wurden, zeigten Holtwick/Semmler dazwischen beim Grand-Slam-Turnier in Long Beach in Kalifornien: Das beendeten sie auf Rang drei. Die kräftezehrende Tour um die Welt, die vielen Starts bei internationalen Titelkämpfen und Turnieren haben sich inzwischen für die beiden Studentinnen auch anderweitig ausgezahlt: In der Weltrangliste kletterten Holtwick/Semmler auf Rang zwei. Vor den beiden Deutschen steht im Moment nur noch das brasilianische Duo Talita/Lima - die Sieger in Berlin.

Die EM-Dritten Laura Ludwig und Kira Walkenhorst verpassten in Berlin den Einzug in das Halbfinale durch eine 0:2-Niederlage gegen die Tschechinnen Kristyna Kolocova und Marketa Slukova und wurden Fünfte. Zuvor hatte das deutsche Duo die favorisierten Brasilianerinnen Maria Clara und Carol Salgado bezwungen. „Das waren einfach zu viele Eigenfehler“, sagte Blockspielerin Kira Walkenhorst nach dem Aus gegen die Tschechinnen.

„Noch in der Lern- und Entwicklungsphase“

„Da waren gute Momente und gute Aktionen, aber auch immer wieder ärgerliche Fehler. Als Mannschaft sind wir halt noch in der Lern- und Entwicklungsphase.“ Die WM-Zweite Karla Borger, deren etatmäßige Partnerin Britta Büthe aus Verletzungsgründen fehlte, wurde mit Aushilfs-Blockspielerin Julia Sude Neunte, sie scheiterten in der zweiten K.o.-Runde an Talita/Lima.

Im Überraschungs-Finale der Männer setzten sich die Brasilianer Evandro und Vitor Felipe mit 2:1 Sätzen gegen das russische Duo Konstantin Semjenow und Wjatscheslaw Krassilnikow durch. Beste Deutsche waren Sebastian Dollinger und Stefan Windscheif auf Rang fünf.

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