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Basketball-WM Die Griechen schlagen Amerika

01.09.2006 ·  Griechenland hat bei der Basketball-WM in Japan eine Sensation geschafft und die Vereinigten Staaten im Halbfinale mit 101:95 bezwungen. Im Endspiel trifft der Europameister auf Spanien, das sich gegen Olympiasieger Argentinien durchsetzte.

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Griechenland hat bei der WM in Japan für eine Sensation gesorgt und die Titelträume der Vereinigten Staaten beendet. Im Halbfinale feierte der Europameister nach einer spektakulären Vorstellung einen verdienten 101:95 (45:41)-Sieg gegen die Auswahl der NBA-Stars.

Die Griechen treffen nun im Finale am Sonntag auf Spanien (Sonntag, 12.30 Uhr live im DSF), das sich in einem weiteren Halbfinal-Krimi hauchdünn mit 75:74 (40:38) gegen Olympiasieger Argentinien durchsetzte, und ebenfalls zum ersten Mal in einem WM-Endspiel steht.

Der erwartete Einbruch blieb aus

17.000 Zuschauer in der Super Arena von Saitama erlebten eine packende Partie, in denen die Griechen den NBA-Stars mit einer starken Zonenverteidigung den Schneid abkauften und im Angriff mit einer Wurfquote von 63 Prozent traumhaft sicher trafen.

„Meine Spieler haben Unglaubliches geschafft“, sagte Griechenlands Coach Panagiotis Yannakis. „Das ist ein ganz großer Sieg. Wir haben nie die Konzentration verloren und die Amerikaner zu Fehlern gezwungen.“

Trainer Krzyzewski übernimmt die Verantwortung

„Dieses Spiel zu verlieren ist wie ein Schock“, sagte Carmelo Anthony, mit 27 Punkten bester Werfer der Amerikaner. „Wir sind alle tief enttäuscht.“ Sein Coach Mike Krzyzewski ergänzte: „Griechenland hat mit großem Herzen gespielt. Wir haben heute viel gelernt, müssen den internationalen Basketball weiter studieren. Wir Trainer übernehmen die Verantwortung für diese Niederlage.“

Der dreimalige Weltmeister aus den Vereinigten Staaten, der zuletzt 1994 ganz oben auf dem WM-Treppchen stand, offenbarte große Probleme mit der konzentrierten und aggressiven Zonen-Verteidigung der Griechen, zudem ließ die Trefferquote aus der Distanz zu Wünschen übrig.

Kurzes Zittern in der Schlußphase

Die Griechen ließen sich auch nicht durch einen frühen 21:33-Rückstand entmutigen und lagen schon zur Pause 45:41 vorn. Diese Führung bauten sie mehrfach auf 14 Punkte aus - zuletzt beim 69:55 in der 26. Minute - und verteidigten den Vorsprung bravourös bis zum Ende des dritten Viertels (77:56).

Die immer ratloser werdenden Amerikaner setzten viel zu spät zu ihrem Schlußspurt an. Drei Minuten vor Spielende hatten sie den Rückstand auf vier Punkte (97:93) verringert, doch mit vielen durch taktische Fouls erzwungene Freiwürfen brachten die Griechen ihren Sensationssieg nach Hause.

Athen steht Kopf

Griechenland stand schon wenige Sekunden nach dem Schlußpfiff Kopf. In Athen und den anderen Städten des Landes stürmten Tausende von Basketball-Fans - und nicht nur die - aus den Büros auf die Straßen und ließen die Arbeit Arbeit sein.

Mit Autokorsos und Hupkonzerten feierten sie den ersten Sieg in einem offiziellen Spiel gegen Amerika sowie den erstmaligen Einzug in ein WM-Finale. Alle Fernseh- und Radiosender des Landes unterbrachen ihr Programm und berichteten vom Sieg und den Feierlichkeiten.

Spanien rettete einen Punkt ins Ziel

Im zweiten Halbfinale zwischen Argentinien und Spanien erwischten die Südamerikaner den weitaus besseren Start und führten nach vier Minuten bereits 13:2. Erstmals gingen die Spanier zum 31:30 durch Pau Gasol (15.) in Führung und boten danach eine konzentrierte und engagierte Mannschaftsleistung. Dennoch blieb die hochdramatische Partie bis zum Schluss offen.

21,9 Sekunden vor dem Ende gelang dem Argentinier Luis Scola mit zwei Freiwürfen der Ausgleich zum 74:74. Im Gegenzug konterte Jose Manuel Calderon mit einem von zwei Freiwürfen für die Spanier, die auch den letzten verzweifelten Angriff der Argentinier noch abwehren konnten.

Deutschland spielt um Platz sieben

Für die gescheiterten Südamerikaner bleibt nur das kleine Finale am Samstag gegen die Vereinigten Staaten. Für das einstige „Dream Team“ ist es nach WM-Rang sechs 2002 und Bronze bei den Olympischen Spielen von Athen bereits die dritte Schlappe nacheinander bei großen Turnieren.

Und weil sich nur der Weltmeister direkt für Peking 2008 qualifiziert, müssen die Amerikaner sogar in der Olympia-Qualifikation antreten. Die im Viertelfinale gescheiterte deutsche Mannschaft trifft am Sonntag im Spiel um den siebten WM-Platz auf Litauen.

Griechenland - USA 101:95 (45:41)
Erfolgreichste Werfer: Spanoulis (22 Punkte), Kakioukis (15), Schortsianitis (14) für Griechenland / Anthony (27), Wade (19), James (17) für Amerika.

Spanien - Argentinien 75:74 (40:38)
Erfolgreichste Werfer: Gasol, Garbajosa (je 19), Rodriguez (14) für Spanien / Ginobili (21), Nocioni (15), Sanchez (13) für Argentinien

Endspiele:
Finale: Griechenland - Spanien (So., 12.30)
Um Platz 3: USA - Argentinien (Sa., 12.30)
Um Platz 5: Türkei - Frankreich (Sa., 9.30)
Um Platz 7: Litauen - Deutschland (So., 9.30)

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa, sid
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