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Basketball-WM Deutschland nach 88:92 gegen Angola gescheitert

01.09.2010 ·  Nach dem Sieg gegen Serbien schwebte Deutschland auf Wolke sieben. Nun scheidet das Team bei der Basketball-WM noch in der Vorrunde aus. Gegen Angola verliert die DBB-Auswahl 88:92 nach Verlängerung. Gruppenplatz vier ist damit außer Reichweite

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Aus und vorbei: Die deutschen Basketballer haben das Achtelfinale bei der Weltmeisterschaft verpasst. Ohne Superstar Dirk Nowitzki verlor das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann am Mittwoch in Kayseri gegen Angola mit 88:92 (78:78, 35:40) nach Verlängerung und hat vor dem abschließenden Gruppenspiel gegen Jordanien keine Chance mehr auf den Einzug in die K.o.-Runde.

Auch 23 Punkte von Jan-Hendrik Jagla konnten die Niederlage gegen den zehnfachen Afrikameister nicht verhindern. Im fünften Vergleich mit den Angolanern war es die erste Niederlage für die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes. Die so hoffnungsvolle Generation um die Youngster Tibor Pleiß, Robin Benzing und Elias Harris erlebte in ihrer Entwicklung damit einen herben Rückschlag. „Ich bin riesig enttäuscht. So etwas darf uns nicht passieren. Das ist auch mit der Jugend der Mannschaft nicht zu entschuldigen“, sagte Ohlbrecht.

Bei der Europameisterschaft in Litauen im kommenden Jahr will Nowitzki ins deutsche Team zurückkehren. Auch seine Erfahrung und Präsenz waren es, die der jüngsten deutschen Mannschaft, die je bei einer WM dabei war, in der Türkei fehlten. 100 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit hatte das junge deutsche Team bereits mit neun Punkten geführt (77:68).

Bauermann-Schützlinge finden nicht zu ihrem Spiel

Doch dann bekam die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes (DBB) wieder das große Flattern und schenkte den Vorsprung mit leichten Fehlern her. 16 Sekunden vor dem Ende glich der überragende Olimpio Cipriano (28 Punkte) für die Angolaner aus. Von diesem Schock erholte sich die DBB-Equipe nicht mehr und kassierte im vierten Spiel die entscheidende dritte Niederlage.

„Wir müssen unsere beste Turnierleistung zeigen, um die starken Angolaner zu schlagen“, hatte Bauermann vor der Partie gesagt. Schließlich hatte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes die Afrikaner bei der WM vor vier Jahren auch mit Superstar Dirk Nowitzki erst nach dreimaliger Verlängerung besiegt.

Doch die deutsche Mannschaft startete vor 3000 Zuschauern in der Kadir Has Arena übernervös. Zwar sorgte Jagla mit insgesamt elf Punkten im ersten Viertel für eine zwischenzeitliche 15:8-Führung, doch bis zum Ende der ersten zehn Minuten hatten die Angolaner zum 19:19 ausgeglichen. Auch im zweiten Abschnitt fanden die Bauermann-Schützlinge nicht zu ihrem Spiel. Zu keiner Zeit gelang es, die Größenverhältnisse unter dem Korb auszuspielen, am Ende der ersten Halbzeit hatten die kleineren Angolaner sogar zwei Rebounds mehr geholt (18:16).

Die „jungen Wilden“ packt die Angst vor dem Sieg

Zur Pause führte der zehnfache Afrikameister mit fünf Punkten (40:35). Nach dem Seitenwechsel zogen die Angolaner schnell auf zehn Punkte davon, das deutsche Team fand weiter überhaupt nicht zu seinem Rhythmus. Leichte Ballverluste, schlechte Wurf-Auswahl, mangelhafte Verteidigung - die junge deutsche Mannschaft war dem nervlichen Druck dieses Entscheidungsspiels nicht gewachsen.

Doch die deutschen Riesen kämpften immer weiter verbissen um den Anschluss und wurden zu Beginn des Abschlussviertels belohnt. Der in diesem Turnier bislang noch gar nicht in Erscheinung getretene Lucca Staiger von Alba Berlin setzte mit zwei verwandelten Dreiern die Initialzündung und brachte die DBB-Auswahl 62:58 in Führung. Doch die „jungen Wilden“ packte nun die Angst vor dem Sieg, die am Ende zur Niederlage führte.

„Ein solches Ende hat die junge Mannschaft nicht verdient“

Vom „bittersten Moment“ seiner sechsjährigen Karriere als Bundestrainer sprach Bauermann. „Ein solches Ende dieses tollen Sommers hat diese junge Mannschaft nicht verdient. In der Entwicklung wird die Mannschaft aber stärker aus der Niederlage hervorgehen. Diese Niederlage tut uns heute weh, aber in Zukunft wird sie der jungen Mannschaft helfen“, meinte der Coach.

Der Deutsche Basketball Bund will sich derweil um die Ausrichtung der Europameisterschaft 2015 bewerben. Das kündigte DBB- Präsident Ingo Weiss an. Ursprünglich hatte der Verband auch eine Kandidatur für die kontinentalen Titelkämpfe 2013 erwogen. Die Konkurrenz dafür sei aber zu groß, erklärte Weiss. „2015 hätten wir dann im eigenen Land die Möglichkeit, uns für die Olympischen Spiele 2016 zu qualifizieren“, sagte der DBB-Präsident. Die Europameisterschaft 2011 findet in Litauen statt.

Deutschland - Angola 88:92 (78:78, 35:40) n.V.
Beste Werfer:
Jagla (23), Schaffartzik (18), Ohlbrecht (17), Schwethelm (12) für Deutschland. - Cipriano (30), Gomes (16), Lutonda (13), Mingas (10) für Angola.
Zuschauer: 3000

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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