Home
http://www.faz.net/-gub-u88b
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Basketball Skyliners mit alten Problemen ins neue Jahr

Es war ein aufregendes Spiel am Ende eines aufregenden Basketballjahres. Die Bundesligabegegnung der Deutsche Bank Skyliners gegen Alba Berlin war ein Schlager zum Abschied von 2006 und hinterließ - genau wie das Jahr - gemischte Gefühle.

© F.A.Z. / Foto Michael Kretzer Vergrößern Alles andere als sorgenfrei: Skyliners-Trainer Barton

Es war ein aufregendes Spiel am Ende eines aufregenden Basketballjahres. Die Bundesligabegegnung der Deutsche Bank Skyliners gegen Alba Berlin war ein Schlager zum Abschied von 2006 und hinterließ - genau wie das Jahr - gemischte Gefühle. 82:86 verloren die Hessen zwar die Partie, aber in die spürbare Enttäuschung über die Niederlage mischte sich dann doch ein Selbstbewusstsein, für das die Spieler von Trainer Charles Barton in den aufregenden vierzig Minuten gegen Alba hart gearbeitet hatten.

Leonhard  Kazda Folgen:  

Am Ende des Topspieles gegen den hohen Favoriten aus der Hauptstadt stand keineswegs eine schmerzhafte, deprimierende Niederlage, sondern ein knappes Scheitern nach einer bravourösen Leistung, mit der sich die Mannschaft vor 5000 begeisterten Fans aus dem Jahr verabschiedete. So gab es durchaus berechtigte positive Einschätzungen. „Wenn wir so weiterspielen, wie wir es gegen Berlin getan haben, werden wir sicher die Playoffs erreichen“, sagte Kamil Novak, der Sportdirektor der Skyliners.

Mehr zum Thema

Spiel durch Reboundschwäche verloren

Kampfstark und diszipliniert waren die Skyliners gegen die athletisch und taktisch hervorragend aufgestellten Berliner aufgetreten. Davon, dass sie ein Spiel ohne Wenn und Aber bestreiten können, sind die Frankfurter jedoch noch weit entfernt. So stand die Niederlage zum Jahresende vielleicht auch stellvertretend für die Unfähigkeit der Frankfurter, ein Problem zu lösen, das sie nun schon über viele Monate plagt: die Schwäche unter dem Korb. Gegen die physisch und technisch überragenden Berliner bekamen die Skyliners wieder einmal kein Bein auf den Boden, wenn es darum ging, des vom Brett abprallenden Balles habhaft zu werden. Diese Reboundschwäche drückte sich in nachdenklich stimmenden Zahlen aus. 55 Abpraller vom eigenen oder vom gegnerischen Brett bekamen die Alba-Profis zu fassen, die Skyliners kamen nicht einmal halb so oft, nämlich 26 Mal, an den Ball. Trainer Barton blieb auch nicht anderes übrig, als unumwunden zuzugeben: „Das Spiel haben wir heute durch die Reboundschwäche verloren.“

Es bleibt fraglich ob die Frankfurter in den kommenden Wochen in der Lage sein werden, der Lösung dieses Problems näher zu kommen. Zwar ist der Verein weiter auf der Suche nach Verstärkung, aber die scheint sich schwierig zu gestalten. Ein Amerikaner und ein Finne haben kürzlich im Trainingszentrum Basketball-City vorgespielt, aber der passende Spieler scheint nicht dabei gewesen zu sein. Um der größten Problemzone der Hessen eine erfolgversprechende Therapie zu verpassen, müsste eigentlich ein überragender Center her. Die größten unter den Basketballspielern sind aber schwer zu finden.

Tabellennachbar Tübingen als nächstes zu Gast

So haben sich die Skyliners darauf verlagert, ihre eigenen Lösungen zu finden. Was teilweise ganz gut funktioniert. Geschwindigkeit ist ein Hilfsmittel, das die Hessen auch im Spiel gegen Alba recht erfolgreich eingesetzt haben. Die Fastbreaks der Skyliners begeisterten die Fans in der Halle immer wieder. Und der junge Point Guard Rudy Mbemba ist dabei so etwas wie ein Turbo, der die hochtourig laufende Frankfurter Maschine noch zusätzlich befeuert. Der kleine Schwede brachte gegen Berlin unglaublich viel Schwung ins Spiel und war sicherlich ein wichtiger Faktor dafür, dass sich die Frankfurter Profis trotz der Niederlage erhobenen Hauptes aus dem letzten Spiel des Jahres verabschieden konnten. Es gab noch weitere positive Faktoren, die aus dem dritten verlorenen Spiel in Folge die Bitternis nahmen. Alex King beispielsweise bot trotz seiner langen Verletzungspause eine engagierte Leistung, die auch Trainer Barton beeindruckte. „Eine tolle Vorstellung“, sagte Barton.

Am kommenden Sonntag steht den Skyliners das nächste Heimspiel bevor. Gegner in der Ballsporthalle (15 Uhr) ist Tabellennachbar Tübingen. Bis zu diesem Spiel soll auch der Frankfurter Forward Travon Bryant seine Muskelverletzung auskuriert haben, so dass die Skyliners seit langer Zeit zum ersten Mal wieder vollzählig wären.

Quelle: F.A.Z.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Australian Open Djokovic ohne Satzverlust ins Halbfinale

Ohne einen verlorenen Satz zieht Novak Djokovic bei den Australian Open ins Halbfinale ein. Dort trifft er auf Stan Wawrinka. Julia Görges und Anna-Lena Grönefeld indes verpassen das Doppel-Endspiel, weil sie aufgeben müssen. Mehr

28.01.2015, 11:55 Uhr | Sport
Champions League Di Matteo: Schalke war nicht aggressiv genug gegen Chelsea

Der Gelsenkirchener Klub hatte im Champions-League-Spiel am Dienstag 0:5 gegen die Gäste aus London verloren. Trainer Di Matteo zieht Bilanz. Mehr

26.11.2014, 11:02 Uhr | Sport
Wawrinka gegen Djokovic Bitte anschnallen!

Bei den Australian Open trifft der Schweizer Titelverteidiger auf den serbischen Weltranglistenersten – ein Tennis-Schlager mit Vorgeschichte. Und beide befinden sich in großartiger Verfassung. Mehr Von Doris Henkel, Melbourne

29.01.2015, 19:23 Uhr | Sport
Scarletts Skin, nackt!

Under the Skin erzählt von einem außerirdischen Wesen, das den Körper einer Frau bewohnt - den von Scarlett Johansson. Der Film von Jonathan Glazer ist aufregend, exzentrisch und lässt einen nicht los. Mehr

12.08.2014, 17:25 Uhr | Feuilleton
Australian Open Aufgeben ist keine Option für Nadal

Rafael Nadal kämpft gegen Tim Smyczek und gegen seine Übelkeit an. Nach mehr als vier Stunden ist er der Sieger. Die Hochachtung Nadals und des Publikums verdient sich aber der Amerikaner durch eine besondere Aktion. Mehr Von Doris Henkel, Melbourne

21.01.2015, 16:12 Uhr | Sport
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 01.01.2007, 18:30 Uhr

Umfrage

Wo landet der BVB am Saisonende?

Alle Umfragen

Bitte aktivieren Sie ihre Cookies.

Dortmund macht’s spannend

Von Peter Penders

Die Bundesliga ist durch die Dominanz der Bayern langweilig? Ganz und gar nicht. Spannend ist es von Platz zwei bis achtzehn. In dieser Hinsicht ist der Absturz von Borussia Dortmund ein Segen. Mehr 3