http://www.faz.net/-gtl-u88b
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 01.01.2007, 18:30 Uhr

Basketball Skyliners mit alten Problemen ins neue Jahr

Es war ein aufregendes Spiel am Ende eines aufregenden Basketballjahres. Die Bundesligabegegnung der Deutsche Bank Skyliners gegen Alba Berlin war ein Schlager zum Abschied von 2006 und hinterließ - genau wie das Jahr - gemischte Gefühle.

von
© F.A.Z. / Foto Michael Kretzer Alles andere als sorgenfrei: Skyliners-Trainer Barton

Es war ein aufregendes Spiel am Ende eines aufregenden Basketballjahres. Die Bundesligabegegnung der Deutsche Bank Skyliners gegen Alba Berlin war ein Schlager zum Abschied von 2006 und hinterließ - genau wie das Jahr - gemischte Gefühle. 82:86 verloren die Hessen zwar die Partie, aber in die spürbare Enttäuschung über die Niederlage mischte sich dann doch ein Selbstbewusstsein, für das die Spieler von Trainer Charles Barton in den aufregenden vierzig Minuten gegen Alba hart gearbeitet hatten.

Leonhard  Kazda Folgen:

Am Ende des Topspieles gegen den hohen Favoriten aus der Hauptstadt stand keineswegs eine schmerzhafte, deprimierende Niederlage, sondern ein knappes Scheitern nach einer bravourösen Leistung, mit der sich die Mannschaft vor 5000 begeisterten Fans aus dem Jahr verabschiedete. So gab es durchaus berechtigte positive Einschätzungen. „Wenn wir so weiterspielen, wie wir es gegen Berlin getan haben, werden wir sicher die Playoffs erreichen“, sagte Kamil Novak, der Sportdirektor der Skyliners.

Mehr zum Thema

Spiel durch Reboundschwäche verloren

Kampfstark und diszipliniert waren die Skyliners gegen die athletisch und taktisch hervorragend aufgestellten Berliner aufgetreten. Davon, dass sie ein Spiel ohne Wenn und Aber bestreiten können, sind die Frankfurter jedoch noch weit entfernt. So stand die Niederlage zum Jahresende vielleicht auch stellvertretend für die Unfähigkeit der Frankfurter, ein Problem zu lösen, das sie nun schon über viele Monate plagt: die Schwäche unter dem Korb. Gegen die physisch und technisch überragenden Berliner bekamen die Skyliners wieder einmal kein Bein auf den Boden, wenn es darum ging, des vom Brett abprallenden Balles habhaft zu werden. Diese Reboundschwäche drückte sich in nachdenklich stimmenden Zahlen aus. 55 Abpraller vom eigenen oder vom gegnerischen Brett bekamen die Alba-Profis zu fassen, die Skyliners kamen nicht einmal halb so oft, nämlich 26 Mal, an den Ball. Trainer Barton blieb auch nicht anderes übrig, als unumwunden zuzugeben: „Das Spiel haben wir heute durch die Reboundschwäche verloren.“

Es bleibt fraglich ob die Frankfurter in den kommenden Wochen in der Lage sein werden, der Lösung dieses Problems näher zu kommen. Zwar ist der Verein weiter auf der Suche nach Verstärkung, aber die scheint sich schwierig zu gestalten. Ein Amerikaner und ein Finne haben kürzlich im Trainingszentrum Basketball-City vorgespielt, aber der passende Spieler scheint nicht dabei gewesen zu sein. Um der größten Problemzone der Hessen eine erfolgversprechende Therapie zu verpassen, müsste eigentlich ein überragender Center her. Die größten unter den Basketballspielern sind aber schwer zu finden.

Tabellennachbar Tübingen als nächstes zu Gast

So haben sich die Skyliners darauf verlagert, ihre eigenen Lösungen zu finden. Was teilweise ganz gut funktioniert. Geschwindigkeit ist ein Hilfsmittel, das die Hessen auch im Spiel gegen Alba recht erfolgreich eingesetzt haben. Die Fastbreaks der Skyliners begeisterten die Fans in der Halle immer wieder. Und der junge Point Guard Rudy Mbemba ist dabei so etwas wie ein Turbo, der die hochtourig laufende Frankfurter Maschine noch zusätzlich befeuert. Der kleine Schwede brachte gegen Berlin unglaublich viel Schwung ins Spiel und war sicherlich ein wichtiger Faktor dafür, dass sich die Frankfurter Profis trotz der Niederlage erhobenen Hauptes aus dem letzten Spiel des Jahres verabschieden konnten. Es gab noch weitere positive Faktoren, die aus dem dritten verlorenen Spiel in Folge die Bitternis nahmen. Alex King beispielsweise bot trotz seiner langen Verletzungspause eine engagierte Leistung, die auch Trainer Barton beeindruckte. „Eine tolle Vorstellung“, sagte Barton.

Am kommenden Sonntag steht den Skyliners das nächste Heimspiel bevor. Gegner in der Ballsporthalle (15 Uhr) ist Tabellennachbar Tübingen. Bis zu diesem Spiel soll auch der Frankfurter Forward Travon Bryant seine Muskelverletzung auskuriert haben, so dass die Skyliners seit langer Zeit zum ersten Mal wieder vollzählig wären.

Quelle: F.A.Z.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
SV Darmstadt 98 Kapitän und Kämpfer Lilien-Herz Aytac Sulu

Der SV Darmstadt 98 befindet sich mitten im Umbruch, der Kader ist noch unvollständig. In dieser Zeit ist Aytac Sulu als Kapitän besonders gefordert. Mehr Von Alex Westhoff, Haus im Ennstal

29.07.2016, 06:02 Uhr | Rhein-Main
Manchester City Pep Guardiola will nur fitte Spieler

Pep Guardiola, Trainer beim englischen Fußballclub Manchester City, achtet auf das Gewicht seiner Spieler und verlangt vollen Einsatz. Medienberichten zufolge soll Guardiola einige zu dicke Spieler von Trainingseinheiten ausgeschlossen haben. Mehr

28.07.2016, 15:59 Uhr | Sport
SV Darmstadt 98 Die nächste Baustelle

Slobodan Rajkovic bittet den SV Darmstadt 98 massiv um die Freigabe – was die Lilien beim Formen ihres unfertigen Kaders noch mehr in Verzug bringt. Mehr Von Alex Westhoff

27.07.2016, 08:11 Uhr | Rhein-Main
Olympische Spiele Syrische Schwimmerin fliegt nach Rio

Die 18-jährige Yusra Mardini kam als Flüchtling nach Berlin und startet im August bei den Olympischen Spielen. Mehr

28.07.2016, 07:56 Uhr | Sport
VfL Wolfsburg Der Kampf gegen den Zerfall

Wieder einmal steckt der Fußball-Bundesligaklub VfL Wolfsburg im Umbruch und sucht nach einer Identität: Naldo und Schürrle hat der Klub schon verloren, auch Draxler wird heftig umworben. Das Zerbröseln des Kaders hat einige Gründe. Mehr Von Christian Otto, Wolfsburg

27.07.2016, 04:44 Uhr | Sport

Alles so, wie es sein soll?

Von Michael Reinsch

Fast könnte Thomas Bach einem leidtun: Die Kritik am IOC-Präsidenten wird in den nächsten Tagen wohl nicht abklingen. Denn mit seinen jüngsten Äußerungen in Richtung Harting und Stepanowa provoziert er weiteren Widerspruch. Ein Kommentar. Mehr 12 28