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Basketball Nowitzkis Dilemma

11.02.2009 ·  Die Ziele des NBA-Stars sind für seinen Klub zu hoch. Dirk Nowitzki passt nicht mehr zu den Dallas Mavericks. Oder sie nicht mehr zu ihm. Denn für Nowitzki geht es nach einer Dekade in der NBA um den Titelgewinn. Nur: Der aktuelle Kader scheint davon so weit entfernt zu sein wie lange nicht mehr.

Von Martin Fünkele
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Seit acht Jahren geht das jetzt schon so: Die nordamerikanische Basketball-Profiliga NBA adelt ihre besten Spieler mit einer Einladung zum „Allstar Game“, und Dirk Nowitzki ist dabei. Immer. Wenn am kommenden Wochenende in Phoenix das Spiel der Besten zelebriert wird, ist der Forward der Dallas Mavericks zum achten Mal nacheinander nominiert. So häufig konnte noch kein Spieler der Mavericks die Fans und Trainer von seinem Können überzeugen. Doch vom deutschen Nationalspieler ist man es nicht anders gewohnt: Der Mann, der 2007 als erster Europäer zum wertvollsten Spieler der NBA gekürt wurde, scheint ein Abonnement auf Rekorde zu haben.

In der laufenden Saison ist das nicht anders: Nowitzki ist mit 25,8 Punkten pro Spiel viertbester Werfer der Liga, er erzielte bereits dreimal mehr als 40 Punkte in einem Spiel und entscheidet eine Begegnung – wie gegen Philadelphia Ende Januar –, wenn es sein muss, mit einem Treffer in der letzten Sekunde. Sein Trainer Rick Carlisle sagt: „Weil Dirk ein so großartiger Spieler ist, denkt man, seine Leistungen sind selbstverständlich.“

Es passt einfach nicht mehr

Nowitzki selbst bezeichnet seine elfte NBA-Saison dagegen als „kein tolles Jahr“. Erst war Josh Howard verletzt und nun Jason Terry, der mit einer gebrochenen Hand auf unbestimmte Zeit ausfällt. In der hart umkämpften Western Conference rangieren die Mavs derzeit auf Rang sechs, die Play-offs (mindestens Achter) sind aber längst nicht gesichert. Nowitzki glaubt: „Wenn wir alle gesund sind und gut spielen, können wir jedes Team schlagen.“ Trotzdem sei es schwer zu sagen, „wo wir reinpassen“.

Das ist Nowitzkis Dilemma. Der 30-Jährige passt nicht mehr zu den Dallas Mavericks. Oder die Mavericks nicht mehr zu Nowitzki – man kann das drehen, wie man will. Denn für Nowitzki geht es nach einer Dekade in der NBA nur noch um den Titelgewinn. „Das wird auch den Rest meiner Karriere so bleiben“, sagt er. Nur: Der aktuelle Kader scheint davon so weit entfernt zu sein wie lange nicht mehr. 2006 standen die Mavs im NBA-Finale – drei Jahre später müssen sie um die Play-off-Teilnahme bangen.

„Wenn ich helfen kann, dann verzichte ich“

Die texanische Finanzmetropole möchte Nowitzki dennoch nicht verlassen. „Ich habe hier so viel Schweiß und Herzblut investiert – würde ich wechseln, es wäre nicht dasselbe“, sagt er. Da würde er schon eher auf einen Teil seines Gehalts verzichten, um so die Verpflichtung von Topstars in Dallas zu forcieren. Konkret habe er mit Klubbesitzer Mark Cuban noch nicht darüber gesprochen, „aber wenn ich helfen kann, dann verzichte ich“. Offiziell läuft sein Vertrag in Dallas noch bis 2011. Wenn er will, kann der Deutsche allerdings schon ein Jahr früher aussteigen. Dann wäre er „Free Agent“ wie viele andere Topstars auch. 2010 sind neben Nowitzki auch LeBron James, Yao Ming oder Dwayne Wade zu haben.

Bis zu diesem Zeitpunkt will auch Klubchef Cuban seinen Restaurierungsplan beenden. Dabei verweist der Multimilliardär auf den aktuellen Meister, die Boston Celtics, und erinnert daran, dass sie 2007 nur 27 Spiele gewonnen hatten – Dallas dagegen 67. Damals hatten viele erwartet, dass Boston sich von seinem alternden Star Paul Pierce trennt. Doch Pierce blieb, und die Celtics stellten ihm mit Kevin Garnett und Ray Allen zwei Superstars zur Seite. Ein Jahr später waren sie Meister. Nowitzki traut seinem Boss einen ähnlichen Coup zu, gesteht aber zu, „dass du dafür sehr viel Glück brauchst. Das passiert vielleicht einmal in 20 Jahren.“

Den Spaß am Job nicht verloren

Was jedes Jahr passiert, sind Tauschgeschäfte während der Saison. Am 19. Februar schließt der Transfermarkt, große Namen wie Shaquille O’Neal, Amaré Stoudemire, Shawn Marion oder Nowitzkis Teamkollege Jason Kidd werden gehandelt. Der 35 Jahre alte Kidd wurde erst vergangenes Jahr gegen den zwölf Jahre jüngeren Devin Harris eingetauscht. Der Routinier sollte Dallas zum Titel führen, doch der Plan ging schief. Jetzt steht er wieder zum Verkauf. Nowitzki sagt: „Du lernst, dass an 95 Prozent der Gerüchte nichts dran ist.“

Er weiß aber auch: „Klar könnten wir noch gute Spieler brauchen – das kann jedes Team.“ Besonders wenn in Jason Terry der zweitbeste Schütze verletzt ist und in Josh Howard der designierte Co-Star schwächelt. Eine Prognose möchte Nowitzki noch nicht geben. Den Spaß an seinem Job aber hat der Würzburger trotz sich häufender Zipperlein nicht verloren. Und ein Gutes habe es ja auch, nicht mehr das „German Wunderkind“ zu sein. „Als ich ankam, hatte ich schlechte Zähne, einen miesen Haarschnitt und diesen furchtbaren Ohrring. Ich bin froh, diese Zeiten hinter mir zu haben.“

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