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Basketball-Kommentar Michael Jordans Erbe

In Nordamerika glauben sie einen neuen Star des Basketballs gefunden zu haben, einen echten Michael-Jordan-Nachfolge-Kandidaten. Deshalb wählte sie Derrick Rose zum wertvollsten NBA-Profi der Saison. Er begeistert nicht nur mit statistischen Daten.

© AFP Vergrößern „Gib mir zwei, drei Tage (mit der Trophäe), Mum, danach gehört sie dir”: Derrick Rose

Sie kennen Derrick Rose nicht? Das ist (noch) keine Bildungslücke, aber vielleicht typisch für uns Europäer. Wir kriegen nicht wirklich mit, was auf dem Sportkontinent Nordamerika so passiert. Dort glauben sie mit Rose einen neuen Star des Basketballs gefunden zu haben, einen potentiellen Superstar, vielleicht den ersten Profi, der es vom Michael-Jordan-Nachfolge-Kandidaten zum echten Erben schaffen könnte. Überraschend wäre das nicht. Im vergangenen Jahr wurde Rose Weltmeister. Und in der besten Liga der Welt spielt er auch schon seit 2009. Übrigens in Jordans ehemaligem Chicago und mit einer ziemlich aussagekräftigen Ziffer auf dem Rücken: der Nummer eins.

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Von so einer Hackordnung will Rose gar nichts wissen. Obwohl er sich in diesen Tagen als besten Spieler bezeichnen darf. Amerikanische Sportjournalisten wählten ihn zum wertvollsten Profi (MVP) der Saison vor Beginn der Play-off-Runden. Diese Auszeichnung hat eine große Bedeutung. Rose kamen so viele Tränen, dass er kaum noch sprechen konnte. Vermutlich hat seine Mutter erst später verstanden, was er sagen wollte: „Gib mir zwei, drei Tage (mit der Trophäe), Mum, danach gehört sie dir.“

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Rose bleibt schließlich eine glänzende Statistik. Denn so sehr bei einer Wahl auch emotionale Gründe eine Rolle spielen. Der gemeine amerikanische Sportjournalist stützt sein Votum auf die Stärke seiner Zahlenkolonnen. Für den MVP 2011 stehen zu Buche: 25 Punkte pro Spiel. Das waren nicht 34 wie in der Fußball-Bundesliga, sondern 81, macht also 2025 Punkte.

Außerdem bediente Rose seine Mitspieler durchschnittlich mit 7,7 Pässen, die anschließend zu einem Korb führten und schnappte sich dazu noch 4,1 Rebounds pro Match. Viel mehr ist kaum möglich, wenn man so jung ist und so klein. Rose wird im Oktober 23. Und nur mit hohen Absätzen kommt er in der Riesen-Liga auf 193 Zentimeter. Der Aufbauspieler muss sich also ganz schön strecken, wenn er in die Kampfzone zieht und sich den Kolossen stellt. Dann aber verblassen alle die großen Zahlen.

Man sieht, wie wenig diese beeindruckende Datensammlung doch über einen Spieler sagt: Rose beim Slam-Dunk über allen Köpfen, wie er einhändig über Ringniveau den Ball annimmt und in den Korb stopft, wie er einen Zweimeterfünfzehn-Hünen bei dessen Wurf blockt, wie er noch in der Luft schwebt, während die Kollegen schon längst wieder aufgeschlagen sind. Selbst seine Sprungwürfe aus allen Distanzen wirken wie ferngesteuert, so leicht sieht es jedenfalls aus. Der Zauber dieses Mann erinnert die Chicagoer an den großen Magier Houdini. Aber das ist reine Illusion. Als Rose noch nicht so gut traf, hat er geübt. Jeden Tag – mit bis zu 1000 Dreipunktewürfen.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 05.05.2011, 09:34 Uhr

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