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Basketball-Kommentar Körbeweise Hoffnung

 ·  Sechs Spiele, fünf Niederlagen. Das ist die wenig berauschende EM-Bilanz des deutschen Basketball-Teams. Allerdings fehlte oft nicht viel zum Sieg - außer Erfahrung in Stresssituationen. Es braucht mehr Spielräume auf hohem Niveau.

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Sechs Spiele, fünf Niederlagen. Das ist keine berauschende Bilanz. Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat mit ähnlich neuformierten Teams bei Europameisterschaften in den neunziger Jahren auch nicht schlechter abgeschnitten. Aber wer nur auf die Ergebnisse schaut, übersieht die Qualität deutscher Spieler anno 2009. Von den fünf Spielen in Polen hat die überwiegend junge Auswahl ohne ihren Star Nowitzki vier nur knapp verloren. Und jedesmal ist sie nicht an blanker Unfähigkeit gescheitert. Sieben Ballverluste hintereinander, wie in der Schlussphase am Dienstag gegen Kroatien (68:70), belegen jedenfalls, woran es vor allem mangelte: An Erfahrung in Stresssituationen.

Das ist kein Wunder. Wie sollen Zwanzigjährige, die zuletzt in der zweiten und dritten Liga spielten, auf Anhieb in einer EM-Endrunde NBA-Profis oder Spitzenkräften der Europaliga Paroli bieten können? Und trotzdem gab es bei den deutschen Auftritten viele Momente, die auf eine erfolgreiche wie unterhaltsame Zukunft hinweisen. Das ist die Überraschung: Spieler wie der Nationalmannschaftsnovize Heiko Schaffartzik verblüfften ihre Gegner mit Frechheit und Können. Gegen Kroatien traf der Aufbauspieler zum zweiten Mal mit all seinen Würfen. Wo er auch stand. Das war so herausragend wie sehenswert.

Die Deutschen brauchen mehr Spielräume auf hohem Niveau

Leider aber reicht das noch nicht. Um die Spielkultur auch bei Profis wie Schaffartzik weiter zu entwickeln, müssen die Deutschen mehr Spielräume auf hohem Niveau bekommen. Die Voraussetzungen zur Ausbildung von Talenten haben der Verband und die Bundesliga teilweise mit der Einrichtung einer Nachwuchsbundesliga, mit Förderprogrammen ab der Grundschule schon geschaffen. Es ist also nur zu logisch, dass nach diesen wichtigen Schritten ein wesentlicher hinzukommt. Nämlich die Bereitschaft der Vereine, immer mindestens einen Deutschen pro Team auf dem Feld zu haben. Das ist angesichts des Konkurrenzdruckes und der Erwartungshaltungen an Manager und Trainer leichter gefordert als getan. Aber auf Dauer würde es sich lohnen. Für alle.

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Jahrgang 1964, verantwortlicher Redakteur für Sport.

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