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Basketball-Kommentar Die Wildcard 46ers außer Kontrolle

Für die deutsche Basketball-Bundesliga, das steht schon jetzt fest, ist der Imageschaden durch die Insolvenz der Gießen 46ers erheblich. Es stellen sich nun gleich mehrere Fragen.

© Bergmann, Wonge Vergrößern Die Gießen 46ers müssen Insolvenz anmelden

Wie konnte das passieren? Die drohende Zahlungsunfähigkeit der Gießen 46ers hat die Basketball-Bundesliga (BBL) genauso überrascht wie das Umfeld des Traditionsklubs. Gerade erst vor kurzem wurde noch ein neuer Spieler verpflichtet; und auch eine Expertenkommission der BBL fand jüngst beim Besuch in Mittelhessen nichts, was auf eine bevorstehende Insolvenz hingedeutet hätte. Und jetzt dies.

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Die Reaktion des Klubs, dem die Liga vor dieser Saison mit spürbaren Bauchschmerzen die nunmehr dritte Wildcard erteilt hatte, war überaus schnell und wirft Fragen auf: War der Schritt in ein Insolvenzverfahren überhastet? Es wäre sicherlich ratsam gewesen, dass 46ers-Geschäftsführer Heiko Schelberg sich zuerst mit der Liga in Verbindung gesetzt hätte, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Warum hat Schelberg darauf verzichtet, das speziell für solche Fälle vorgesehene Geld aus dem Sicherungsfonds der Liga zu nehmen? Sind es Zweifel daran, dass der Klub in der Lage sein wird, das Geld bis zum Beginn der nächsten Saison zurückzuzahlen?

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Erst an diesem Donnerstag wird der Klub bei einer Pressekonferenz Antworten geben. Es dürften also keine unbeschwerten Feiertage beim Basketballklub aus Mittelhessen werden. Der Schaden, den der Gang in die Insolvenz mit sich bringt, ist gewaltig. Auch weil er zwangsläufig die Richtigkeit des Vorgehens der Liga in Frage stellt, die großen Wert auf eine effektive Qualitätskontrolle bei den Lizenzierungsverfahren gelegt hat.

Die Tatsache, dass die 46ers trotz intensiver Überwachung der BBL nun in Not geraten ist, wirft die Frage auf, ob ein derart betreuter Start in eine Saison voller Risiken für einen Klub wie Gießen und für die Liga sinnvoll ist: Und: Gibt es überhaupt einen Kontrollmechanismus, der das Schlimmste verhindern kann? Die Wildcard 46ers sind außer Kontrolle geraten - und für die Liga, das steht schon jetzt fest, ist der Imageschaden erheblich.

Viel mehr verloren als nur ein Verein

Für die Region und die überaus rege Basketballszene in und um Gießen wären ein Scheitern der 46ers ebenfalls von großem Nachteil. Die Nachwuchsteams des MTV Gießen und die des dort ansässigen Basketball-Leistungszentrums Mittelhessen sind wichtige Stützpfeiler des Talentförderung dieser Sportart in Hessen. Ein Aus der 46ers würde viel von der Dynamik nehmen, da der Nachwuchs auf dem Weg nach oben kaum etwas so sehr braucht wie die Begeisterung für diesen Sport auf der höchsten Leistungsebene.

Und dafür haben die 46ers als einzig verbliebenes Gründungsmitglied der Bundesliga über mehrere Generationen gesorgt. Es wäre mit dem endgültigen Aus des Profiklubs viel mehr verloren als nur ein Verein in der ersten Liga, als nur Geld und nur ein Stück sportliche Unterhaltung, die Basketball ja oft ist. Ein Scheitern der Gießener hätte etwas Endgültiges. Denn eine Wildcard werden die 46ers sicher nicht mehr bekommen.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 26.12.2012, 15:11 Uhr

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