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Basketball-Kommentar Baba überall

30.09.2009 ·  Die Basketball-Bundesliga hat einen neuen Hauptsponsor. Der Frankfurter Trainer Murat Didin vermittelte - und profitiert nun vom Vertragsabschluss. Der türkische Netzwerker hat oft seine Finger im Spiel. Auch wenn er bisweilen gerne im Hintergrund bleibt.

Von Leonhard Kazda
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Der wichtigste Mann war nicht da: „Baba“ Murat Didin, der türkische Cheftrainer des Basketballprofiklubs Frankfurt Skyliners, fehlte bei der Präsentation des neuen Hauptsponsors der Basketball-Bundesliga (BBL). Nicht dass Didin öffentlichkeitsscheu wäre. Das Gegenteil ist ganz sicher der Fall. Doch der Headcoach hielt sich bei der Präsentation lieber im Hintergrund. Dabei hatte er bei dem Vertragsabschluss zwischen der BBL und dem Elektrogerätehersteller Beko, der in den kommenden sechs Jahren die Liga mit rund einer Million Euro jährlich auf die Sprünge helfen wird, eine verbindende Rolle gespielt.

Die öffentliche Darstellung war bei der Besiegelung der neuen Partnerschaft in einem Frankfurter Hotel auffällig dezent, was Didins Rolle betraf. Er habe „kulturelle Brücken“ geschlagen, sagte BBL-Präsident Thomas Braumann. Vermuten darf man aber getrost, dass es nicht nur eine interkulturelle Vermittlung war, die Didin bei dem Geschäft dem zur türkischen Arcelik-Gruppe gehörenden neuen Namenssponsor betraf.

Denn „Baba“, so hörte man in Frankfurt, profitiert selbst auch von dem Vertragsabschluss. Genau wie sein Arbeitgeber, die Frankfurt Skyliners. Die Summe sei zwischen der Liga und den Klubs abgestimmt, sagte Braumann: Jeder Klub, dem eine solche Vermittlung gelänge, würde selbst auch finanziell profitieren.

Die Kontakte von Murat Didin reichen weit

„Baba“ ist eine türkische Bezeichnung, die sich irgendwo zwischen Vaterfigur und Vorgesetztem bewegt. Didin spielt diese Rolle in seinem Netzwerk perfekt und mit fließenden Übergängen. Immer ein wenig väterlicher Freund und Förderer, aber auch immer ein bisschen Geschäftsmann mit Kalkül, das leise im Hintergrund mitschwingt. Der Frankfurter Trainer hat schon so einiges in Gang gebracht.

Die Übertragungen der Play-off-Runden der vergangenen Saison auf dem Spartensender Eurosport machte er möglich, weil er das türkische Tourismusministerium als Geldgeber ins Spiel brachte. Warum nicht Eurosport, sondern das DSF in dieser Saison mit der Übertragung von 50 Spielen das Rennen gemacht hat, ist eine ungeklärte Frage.

Sicher ist nur, dass auch dieser Fernsehvertrag ohne Didin kaum zustande gekommen wäre. Denn ohne den Vertrag zwischen dem türkischen Firmenkonsortium und der BBL hätte es dieses Geschäft wohl kaum gegeben, das Präsident Braumann freudig als „Win-Win-Situation“ bezeichnete. Jeder profitiert, jeder ist zufrieden.

Netzwerker Didin auch. Seine Kontakte reichen weit. Auch so manche Spielerverpflichtung kommt über die Didin-Connection zustande. Der Amerikaner Aubrey Reese kam beispielsweise über eine Agentur nach Frankfurt, in deren Beratergremium ein Mann namens Burak Didin sitzt – Didins ältester Sohn. Auch wenn er manchmal nicht persönlich anwesend ist: „Baba“ ist überall.

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Jahrgang 1956, Sportredakteur.

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