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Basketball in Amerika Ein kleiner Fehler kostet 19,4 Millionen Dollar - pro Saison

21.02.2008 ·  Die Dallas Mavericks kauften mit Jason Kidd einen Spielmacher. Ob er dem Team von Dirk Nowitzki weiterhilft, ist unklar. Dennoch zahlt Besitzer Mark Cuban 19,4 Millionen Dollar pro Saison. Damit büßt er nun teuer für einen kleinen Fehler.

Von Jürgen Kalwa, New York
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Als Mark Cuban vor vier Jahren einen der besten Spielmacher der National Basketball Association (NBA) ziehen ließ, setzte er sich an den Computer und schrieb einen langen Sermon von mehr als 4000 Wörtern für sein Internet-Tagebuch „Blogmaverick“. Die ellenlange Rechtfertigung dafür, weshalb er Steve Nash nicht einen Vertrag mit einer angemessenen Gage angeboten hatte, vernebelte die eigentlichen Gründe für seine Entscheidung: Der Eigentümer der Dallas Mavericks hielt den damals 30-jährigen Kanadier einfach für zu alt, um ihm eine Entlohnung zu garantieren, wie er sie Nashs bestem Freund Dirk Nowitzki ohne weiteres zahlen wollte.

Für seinen damaligen Geiz zahlt Cuban noch heute. Nicht nur weil Nash bei den Phoenix Suns zweimal zum wertvollsten Spieler der NBA avancierte und er im entscheidenden Moment in Dallas fehlte, um dem Team im Frühjahr 2006 zu einer Meisterschaft zu verhelfen. Seit Dienstag dieser Woche kippt der selbstbewusste Basketballunternehmer das Geld mit beiden Händen aus, um das Leistungsloch zu stopfen, das damals entstand.

„Das Tausch soll für eine neue Dimension sorgen“

Der Empfänger: Jason Kidd, der seine Profikarriere 1994 in Dallas begonnen hatte. Sein Alter: Er wird in einem Monat 35. Seine Entlohnung: 19,4 Millionen Dollar pro Saison - er ist damit der viertteuerste Profi in der NBA. Um ihn in einem komplizierten Tausch mit den New Jersey Nets nach Texas zu holen, mussten die Mavericks gleich noch eine Handvoll von Spielern und zwei jener wertvollen Draftplätze abgeben, mit denen man sich im amerikanischen Ligasport den Nachwuchs angelt.

Dass die komplizierte Transaktion, die zuletzt noch zu scheitern drohte, kalkulatorisch eher verwegen wirkt, scheint den ehemaligen Studenten der Betriebswirtschaft nicht zu stören. Seine Einschätzungen lieferte Cuban schon immer am liebsten nach dem Prinzip ab: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Noch vor Beginn der Saison hatte er erklärt, dass er keinen Grund sehe, seine Mannschaft zu verstärken. Das Echo aus dem Mund von Dirk Nowitzki lautete damals: „Wir haben auch so eine gute Mannschaft, die stark genug ist.“ Am Dienstag wurde eine neue Sprachregelung gefunden. Cuban erklärte, der Tausch sorge in Dallas für eine „neue Dimension“, von der er hoffe, „dass sie uns auf das nächste Niveau bringt“.

Andere Wechsel veranlassten Dallas zu Aktivitäten

Ein Niveau, das andere Mannschaften im Westen in den letzten Wochen bereits erreicht hatten. Zum Beispiel die Los Angeles Lakers, die Dallas einen Center wegschnappten, den sie ebenfalls hätten haben können: den Spanier Pau Gasol, der bei den Memphis Grizzlies unter Vertrag war. Kurz danach eisten die Phoenix Suns Shaquille O'Neal in Miami los und signalisierten, dass sie bei den kommenden Play-off-Spielen etwas gegenzusetzen haben werden.

Die Aktivität ließ Dallas kaum noch eine andere Wahl, als zu reagieren und sich um einen der wenigen verbleibenden Spieler zu bemühen, die eine Mannschaft auf einen Schlag besser machen. Koste es, was es wolle. Die Verpflichtung dürfte sich zwar auf dem Parkett ziemlich schnell als nützlich erweisen. Kidd denkt und handelt schneller als die meisten Basketballprofis neben ihm, verteilt Bälle mit sicherer Hand und steht fast immer dort, wohin die Rebounds abprallen. Aber die Maßnahme gehört angesichts der Entscheidung gegen seinen ehemaligen Spielgestalter zu den teuersten Irrtümern in Cubans Amtszeit. Denn Nash verdient in Phoenix mal gerade 11,3 Millionen Dollar. Nicht nur das: Um ihn zu halten, hätte Dallas keine Spieler abgeben müssen. Der erste Einsatz Kidds für Dallas sorgte für weitere Ernüchterung: Bei den New Orleans Hornets verloren die „Mavs“ mit 93:104.

Quelle: F.A.Z., 21.02.2008, Nr. 44 / Seite 30
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