Home
http://www.faz.net/-gub-13usd
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Basketball-EM Deutschland verpasst Überraschung zum Auftakt

07.09.2009 ·  65:70 gegen Frankreich: Die stark verjüngte deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat ohne Dirk Nowitzki zum Auftakt der EM in Polen eine Überraschung nur knapp verpasst. Das Team von Bundestrainer Bauermann zeigte eine kämpferisch hervorragende Leistung gegen den Titelkandidaten.

Artikel Bilder (4) Lesermeinungen (1)

Die stark verjüngte deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat ohne NBA-Star Dirk Nowitzki zum Auftakt der EM in Polen eine Überraschung nur knapp verpasst. Das Team von Bundestrainer Dirk Bauermann kassierte trotz einer kämpferisch hervorragenden Leistung in Danzig gegen Titelkandidat Frankreich eine knappe 65:70 (37:33)-Niederlage.

Deutschland muss damit in Abwesenheit der Galionsfigur Nowitzki, der erstmals seit zehn Jahren von den Dallas Mavericks keine Freigabe erhielt, wie erwartet um den Einzug in die Zwischenrunde bangen. Nächster Gegner der neu formierten DBB-Auswahl ist am Dienstag (16.30 Uhr/live im DSF) in der Vorrundengruppe B Titelverteidiger Russland, der sich 81:68 gegen Lettland durchsetzte.

Vor 3500 Zuschauern in der alten Olivia-Halle konnten auch Sven Schultze (13 Punkte), Demond Greene (12) und Patrick Femerling (11) als beste deutsche Werfer die insgesamt 36. Niederlage des EM-Fünften von 2007 im 56. Duell mit der Equipe Tricolore nicht verhindern. Am Ende versagten der deutschen Mannschaft die Nerven. Auf Seiten der mit fünf NBA-Profis angetretenen Franzosen kamen Superstar Tony Parker (San Antonio Spurs) auf 19 und Center Ronny Turiaf auf 15 Zähler.

Die DBB-Auswahl, der auch Center Chris Kaman (Los Angeles Clippers) abgesagt hatte, zeigte von Beginn an eine äußerst aggressive Verteidigung und wenig Respekt vor den erfahrenen Franzosen. Besonders der dreimaligen NBA-Champion Parker wurde geschickt vom eigenen Korb ferngehalten. Zudem trafen die Deutschen selbst häufig aus der Distanz. Die 17:14-Führung nach dem ersten Viertel, die der zuletzt in der dritten Liga (BIS Speyer) spielende 20-jährige Elias Harris herstellte, war daher hochverdient.

Bis zum Schluss ein echter Basketball-Krimi

Die Deutschen, bei denen gleich fünf Spieler 21 Jahre oder jünger sind, knüpften nahtlos an die zuletzt überzeugenden Leistungen in der Vorbereitung an und waren stets hoch konzentriert. Nur drei Ballverluste bis zur Halbzeitpause drückten das gute Auftreten in Zahlen aus. Auffällig im deutschen Spiel war nicht nur der hohe kämpferische Einsatz, sondern auch die Vielseitigkeit in der Offensive: Bis zur Pausensirene hatten sich bereits neun deutsche Korbjäger in die Scorerliste eingetragen.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb Deutschland trotz Schwächen beim Rebound hellwach und kam über den zurückgekehrten Rekordnationalspieler Patrick Femerling zu zwei schnellen Korberfolgen (41:37/22.). Die Franzosen, die sich erst vor einer Woche gegen Belgien als letztes Team für die Titelkämpfe qualifizierten, waren nun aber besser im Spiel und gingen in der 27. Minute (45:46) wieder in Führung.

Doch der Braunschweiger Spielmacher Heiko Schaffartzik konterte eiskalt mit einem Dreier. Vor dem Schlussviertel (48:50) konnte sich kein Team höher als mit fünf Punkten absetzen. Im letzten Spielabschnitt hielt Co-Kapitän Sven Schultze mit acht Punkten in Folge das DBB-Team (58:55) in der Partie. Bis zur Schlussphase entwickelte sich ein echter Basketball-Krimi - mit dem glücklicheren Ende für die Franzosen.

Frankreich - Deutschland 70:65 (33:37)
Frankreich: Parker 19, Turiaf 15, Batum 12, Diaw 7, de Colo 5, Traore 5, Pietrus 3, Jeanneau 2, Diot 2
Deutschland: Schultze 13, Greene 12, Femerling 11, Hamann 9, Jagla 5, Schaffartzik 5, Wysocki 4, Harris 4, Ohlbrecht 2
Zuschauer: 3500

Quelle: FAZ.NET mit sid
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
Themen zu diesem Artikel

Ein Renner

Von Michael Wittershagen, Monte Carlo

Mit 43 Jahren beschleunigt Michael Schumacher noch einmal - sich und andere. Doch die Maschine zeigt ihm immer wieder Grenzen auf. Die Führung des Teams steht nun in der Verantwortung. Mehr