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Basketball „Einen wie Pesic findet man nicht leicht“

 ·  Svetislav Pesic ist nun auch offiziell als neuer Bundestrainer der Basketball-Nationalmannschaft vorgestellt worden. Er selbst begrüßt seine Wahl.

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© dpa „Einen Trainer wie Pešic zu finden mit all seiner Erfahrung ist nicht leicht“ - sagt Svetislav Pešic selbst

Svetislav Pešic hat bei seiner Vorstellung als Basketball-Bundestrainer gleich das Zepter übernommen - und deutlich gemacht, dass er keine einfache Aufgabe übernommen hat. „Wenn es einfach wäre, wäre Pesic nicht da“, sagte er. Der Serbe muss auch Defizite aufarbeiten, die entstanden, als er nach dem überraschenden Gewinn der Europameisterschaft 1993 die deutsche Nationalmannschaft und nach vier Meisterschaften und dem Gewinn des Korac-Pokals 2000 Alba Berlin verließ.

„Wir haben talentierte Spieler“, sagte der 62jährige Coach am Dienstag in Berlin. „Aber man kann Talent nur in Qualität verwandeln, wenn man spielt, wenn man Verantwortung für die eigene Entwicklung und für die Resultate seiner Mannschaft trägt.“ Die mangelnde Spielzeit deutscher Profis sei bis heute ein Problem. „Nicht nur die Trainer glauben nicht an die deutschen Spieler, sondern die ganze Welt“, fuhr er fort und beklagte die Bundesliga-Spielzeiten ohne Quote für deutsche Spieler auf dem Feld. „Deshalb hatten wir ein Loch von 2005 bis 2009. Der deutsche Basketball hat eine Generation verloren.“

Pešic wurde mit Jugoslawien 2001 Europa- und im folgenden Jahr Weltmeister und gewann mit Bosna Sarajewo, Alba Berlin sowie dem FC Barcelona jeweils Landesmeisterschaft und Pokal. Er hat die serbische und die deutsche Staatsbürgerschaft und besitzt eine Wohnung in Berlin.

So schnell wie möglich Kontrolle

Was für andere wie eine frühzeitige Regelung der Nachfolge von Dirk Bauermann wirken mag - die Nationalmannschaft ist nicht für die Olympischen Spiele 2012 in London qualifiziert, und Pesic ist noch bis 2013 zusätzlich bei Roter Stern Belgrad engagiert - ist für den Trainer eine dringende Angelegenheit.

Schließlich will er sich nicht nur um den Neuaufbau der Nationalmannschaft nach Dirk Nowitzki kümmern, sondern auch um den Nachwuchs. „Wir haben einen Monat verloren,“ behauptete Pešic, wohl nicht nur mit Blick auf die anstehende Qualifikation für die Europameisterschaft 2013, bei der sich die deutsche Auswahl für die Weltmeisterschaft 2014 in Spanien qualifizieren soll: „Wir haben ein Agreement getroffen, um so schnell wie möglich alles unter Kontrolle zu bekommen.“

Da kam die Frage, ob er geduldiger geworden sei, gerade recht. Rolf Ingo Weiss, der Präsident des Deutschen Basketball-Bundes (DBB), brach jedenfalls in schallendes Lachen aus. Er erwarte, sagte Weiss, dass die Zusammenarbeit mit dem Bundestrainer auch mal anstrengend werde. Pešic machte deutlich, was Weiss meinte. „Ich will eine hundertprozentige Einstellung“, forderte er, „von den Spielern, von den Kollegen, von den Funktionären des DBB.“

Im Moment scheint er zufrieden. „Einen Trainer wie Pešic zu finden mit all seiner Erfahrung ist nicht leicht“, sagte Pešic, „auch nicht für den DBB.“ Die Zusammenarbeit soll, auf der Basis von Jahresverträgen, bis mindestens 2016 währen und zur Olympia-Teilnahme der deutschen Auswahl führen.

Vorerst ohne Nowitzki

Dafür wünscht sich Pešic einen Assistenztrainer, der in der Bundesliga tätig ist; der BBL soll dies erlauben. Als Favorit gilt Henrik Rödl. Der Trierer Trainer spielte in Berlin und in der Nationalmannschaft lange bei Pešic und bezeichnet ihn als seinen Mentor. Seinen zweiten Assistenten will Pešic unter den Nachwuchstrainern des DBB auswählen. Der Kontakt zum Verband und zum deutschen Basketball sei seit seinem Abschied als Bundestrainer vor 19 Jahren nie abgerissen: „Basketball ist mein Leben“, erzählte Pešic, „ich kenne jeden Spieler hier.“

Mit Dirk Nowitzki rechne er vorerst nicht, sagte Pešic. Der Champion der NBA solle sich auf seine Arbeit bei den Dallas Mavericks konzentrieren und sich nach der Saison erholen. Sobald Nowitzki aber sehe, dass die neue Nationalmannschaft Qualität habe, dass dort Teamspirit herrsche und dass er mit ihr etwas erreichen könne: „Dann wird er selber anrufen“, prophezeite Pešic.

Anderen Auswahlspielern will der Bundestrainer, sobald er die Nationalmannschaft nach seiner Philosophie forme, keine Auszeit gewähren. „Wenn Spieler sagen, ich bin müde, sage ich, ich bin auch müde. Spielt!“, versprach er. „Wenn Spieler sagen, ich bin nicht motiviert, sage ich: Kommt, ihr werdet motiviert!“ Pešic wird damit zum ersten Trainingslager im Juli einladen. Es wird nicht, wie in den vergangenen Jahren, auf Mallorca stattfinden, sondern im Sportzentrum Kienbaum bei Berlin.

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Jahrgang 1958, Korrespondent für Sport in Berlin.

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