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Basketball-Bundesliga Der Kampf um den Abstiegskampf

Ist es gerecht, wenn ein Team absteigen muss, weil ein anderes pleite geht? Oder kann es sich eine Liga leisten, ohne reguläre Absteiger auszukommen? Wie viele Teams verträgt die Basketball-Bundesliga eigentlich?

© dpa Vergrößern Hoch fliegen, tief abstürzen: die Gefahr in der Basketball-Bundesliga

Das Leben kann so ungerecht sein. Man stelle sich vor, da kämpft ein Profiklub vehement gegen den Abstieg, glaubt mit dem 16. von 18 Plätzen das rettende Ufer erreicht zu haben - und dann das: Abstieg. Verursacht durch einen Verein, der es wirtschaftlich nicht geschafft hat und deswegen die Bundesliga-Lizenz abgeben muss. Genau das kann in der Basketball-Bundesliga (BBL) passieren, denn dort haben die Gießen 46ers Insolvenz angemeldet. Bis zum Wochenende müssen sie nun nachweisen, dass ihr Konsolidierungskurs so erfolgreich ist, dass sie ihre Spielberechtigung behalten dürfen. Womit die meisten Vereine in der Bundesliga zwar rechnen - aber sicher ist das keineswegs. Und bei einem Lizenzentzug für das Gründungsmitglied der Bundesliga würden dennoch zwei Klubs absteigen. Also auch der Tabellensechzehnte.

Ein hartes Los. Aber unumgänglich. Am Wochenende haben sich zwar alle 18 Vereine der Bundesliga für eine Änderung dieser 2009 bei nur zwei Enthaltungen beschlossenen Abstiegsregelung ausgesprochen - dafür also, dass neben Gießen nur noch ein weiterer Verein absteigen müsste. Aber was würde es bedeuten, wenn man mitten in der Saison bestehende Bestimmungen rückgängig machte?

Wie viele Teams verträgt die Bundesliga?

Jan Pommer, der Geschäftsführer der BBL, sähe darin neben juristischen Problemen auch einen Verlust an Verlässlichkeit. Es wäre sogar noch viel mehr als das. Denn der Abstiegskampf, der ja zu den Attraktionen und den Vermarktungsargumenten jeder Liga zählt, wäre nur noch die Hälfte wert. Es ist zwar eine hypothetische Frage - aber was passierte, wenn ein zweiter Klub die Lizenz abgeben müsste? Dann gäbe es gar keinen Absteiger mehr. Die Bundesliga würde in ihrem unteren Drittel belanglos. Die Konsequenzen? Weniger Zuschauer bei den Spielen; Vereine, die versuchen oder gezwungen sind zu sparen, indem sie teure Spieler abgeben; Qualitätsverlust und eine sich weiter öffnende Schere zwischen den Topklubs und denen aus der unteren Hälfte der Tabelle. Genau mit dieser Leistungsdichte wirbt die Liga derzeit: Jeder soll fast jeden schlagen können. Damit wäre es vorbei. Und welcher Fernsehsender überträgt Spiele, in denen es um nichts mehr geht?

So befinden sich die Klubs der Bundesliga derzeit in einem Dilemma. Auf der einen Seite stehen die Vereine, die sich darauf verlassen wollen, dass bestimmte Plazierungen tatsächlich die Rettung bedeuten. Auf der anderen Seite steht die Liga, die sich nicht selbst schwächen will, indem sie einen Teil ihres höchsten Gutes aufgibt: die Spannung des Abstiegskampfs. Die Lösung des Problems könnte in der Antwort auf diese Frage liegen: Wie viele Basketballteams verträgt die Bundesliga eigentlich?

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Quelle: F.A.Z.

 
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