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Basketball Bayern entlassen Bauermann

 ·  Der Basketball-Bundesligaklub Bayern München trennt sich von seinem Coach Dirk Bauermann. Für den Trainer kommt die Nachricht offenbar aus heiterem Himmel. Nachfolger ist sein bisheriger Assistenztrainer Yannis Christopoulos.

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© dpa Wegen seiner defensiven Taktik in der Kritik: der entlassene Bayern-Coach Dirk Bauermann

Es war der letzte und sinnloseste öffentliche Auftritt von Dirk Bauermann als Trainer des FC Bayern München. Vor sechs Journalisten referierte der Basketball-Coach am Donnerstagmittag so konzentriert und eloquent wie immer über seine abermals verstärkte Mannschaft, die in der am Mittwoch beginnenden Bundesligasaison erstmals „um den Titel mitspielen“ soll. Er redete von der „Uneigennützigkeit und Selbstlosigkeit“, die er im Star-Ensemble verwurzeln wolle, und von der Notwendigkeit der richtigen Rollenverteilung: „Denn wenn es keinen gibt, der das Klavier schleppt, gibt es auch keinen, der das Klavier spielt.“ Fünf Stunden später stand fest: Die Musik spielt ab sofort ohne Bauermann. In einer nüchternen Erklärung teilte der FC Bayern am Nachmittag mit, dass man den Trainer „mit sofortiger Wirkung beurlaubt“ habe. Auch für Bauermann selbst kam die Entlassung, sechs Tage vor Beginn der Saison, offenbar aus heiterem Himmel. Am Abend wollte er sich auf Anfrage dieser Zeitung nicht äußern und bat darum, dies zu respektieren.

Die üblichen „unterschiedlichen Auffassungen über die Führung und Weiterentwicklung der Mannschaft“, die Vizepräsident Bernd Rauch als offiziellen Grund für den „für uns alle schwierigen Schritt“ anführte, schienen jedenfalls gravierend genug zu sein. Anders ist es nicht zu erklären, dass ein professioneller Verein zu einem solch ungünstigen Termin seinen wichtigsten Fachmann entlässt und durch den bisherigen Assistenten Yannis Christopoulos ersetzt. Bauermann, der zu Beginn seiner Arbeit in München in der zweiten Liga noch in Doppelfunktion als Nationaltrainer tätig war, ehe er sich für die Bayern entschied, gilt als charismatischer Anführer und exzellenter Fachmann, aber auch als eigensinnig und selbstbewusst, eine Mischung, die im schwierigen Mikrokosmos eines FC Bayern zu Schwierigkeiten führt.

Spieler an der langen Leine

Sportlich stieß seine Überbetonung der Defensive auf Kritik bei manchen Fachleuten. Zudem soll in der konservativen Führungsetage die disziplinarische Linie des Trainers Missfallen erregt haben, der seine Spieler eher an der langen Leine ließ, weil man sie „nicht am Wohnzimmertisch festketten“ könne. Erst vor zwei Wochen waren drei amerikanische Bayern-Spieler nach einem Testspiel in Berlin in einer Diskothek in eine Rangelei verwickelt worden.

Der Aufstieg der Bayern in die Rolle eines Zugpferdes der Liga ist die aufregendste Geschichte im deutschen Basketball in den letzten Jahren. Laut Präsident Uli Hoeneß könnten die anderen Klubs „eine Kerze aufstellen, dass es den FC Bayern gibt“. Die Möglichkeiten, die Bauermann finanziell und personell in München bekam, riefen aber auch Neider auf den Plan. Deshalb dürfte es nicht schwer sein, einen Ersatz von internationalem Format zu finden. Nur ist der Zeitpunkt ungünstig, weil kurz vor Beginn der Saison die besten Trainer in festen Verhältnissen stehen.

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Jahrgang 1959, Sportkorrespondent in München.

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