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Australian Open Wie in guten alten Zeiten

Roger Federer steht zum zehnten Mal hintereinander im Halbfinale von Melbourne. Der Evergreen zeigt eine Körpersprache wie in seinen besten Jahren. Jetzt trifft er auf Olympiasieger Andy Murray.

© dpa Zum zehnten Mal in Serie im Halbfinale von Melbourne: der Schweizer Roger Federer

Als er sich auch der dritten schweren Aufgabe nacheinander mit Bravour entledigt hatte, erhoben sich die 20.000 begeisterten Zuschauer in der Rod-Laver-Arena. Diesen Roger Federer, den lieben sie in Melbourne ohnehin, und der Schweizer gehört ja auch fast schon zum Inventar dieses Turniers. Nach seinem 7:6-, 4:6-, 7:6-, 3:6- und 6:3-Sieg über den Franzosen Jo-Wilfried Tsonga hat der Weltranglistenzweite nun zum zehnten Mal nacheinander das Halbfinale der Australian Open erreicht. Das an sich wäre schon eine bemerkenswerte Leistung, aber das Erstaunliche ist vor allem die aktuelle Verfassung dieses Evergreens. Federer, der in Melbourne viermal triumphierte, spielt und wirkt in seiner Körpersprache ganz so wie in den Jahren, in denen man wie selbstverständlich davon ausging, dass er dieses Turnier auch gewinnen würde. „Ich liebe diese Fünf-Satz-Thriller in der Night-Session“, sagte er.

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Andy Murray und sein Coach Ivan Lendl werden das aufmerksam registriert haben. Der Schotte ist auf seinem Weg in das mit Spannung erwartete Halbfinale an diesem Freitag kaum gefordert worden - auch sein Viertelfinalgegner Jeremy Chardy war am Nachmittag beim 6:4, 6:1 und 6:2 in keiner Phase der Partie eine echte Herausforderung gewesen. Federer dagegen, der eine schwere Auslosung erwischt hatte, scheint sich von Runde zu Runde und von Gegner zu Gegner immer weiter zu steigern. Nach den souveränen Dreisatzsiegen über die Jungstars Bernard Tomic und Milos Raonic brillierte der Schweizer gegen Tsonga vor allem in dem Moment, als es am meisten darauf ankam - im fünften Satz.

Keine Spur von Selbstzweifeln

Vor allem wegen seiner Returns und dank seines Aufschlages hatte Tsonga den vierten Satz für sich entscheiden können, und vieles hatte im entscheidenden Durchgang danach für den Franzosen gesprochen, den man lange nicht mehr so stark gesehen hatte. Von den Spielern hinter den großen vier - Djokovic, Federer, Murray und Nadal - gilt er als derjenige, der am ehesten in der Lage sein müsste, in diese Phalanx einbrechen zu können. Und Tsonga ist ja ohnehin der einzige Spieler, dem es schon gelungen ist, gegen jeden aus diesem Quartett bei Grand-Slam-Turnieren zu gewinnen. Aber anders als vor zwei Jahren, als Federer in Wimbledon trotz einer 2:0-Satzführung am Franzosen gescheitert war und dabei ratlos gewirkt hatte, war diesmal in keiner Phase auch nur die Spur eines Selbstzweifels beim Schweizer zu spüren.

Bild Tsonga © dpa Vergrößern Geschlagen: Trotz starken Aufschlages scheitert der Franzose Tsonga an Roger Federer

Er holte sich in diesem fünften Satz ein frühes Break zur 3:1-Führung, er verkraftete es danach auch, ein mögliches weiteres Break zum 5:1 quasi zu verschenken. Beim Stand von 5:2 erspielte sich Federer vier Matchbälle, doch Tsonga wehrte alle ab. Es hätte also vor dem Aufschlagspiel, mit dem Federer die Partie beenden konnte, genügend Gründe für den Weltranglistenzweiten gegeben, für einen kleinen Moment an ein Scheitern zu denken - offensichtlich tat er nichts dergleichen. Er nutzte den fünften Matchball, und er „freut sich auf das Halbfinale am Freitag“. Das wird vielen so gehen. Sorgen um den Fitnesszustand des 31-Jährigen muss sich nach dem dreieinhalbstündigen Viertelfinale offenbar niemand machen. „Ich bin noch jung. Ich erhole mich schnell“, sagte Federer frisch und fröhlich.

Quelle: F.A.Z.

 
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