Home
http://www.faz.net/-gtl-762c7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Australian Open Feuerwerk und Lerneffekt

In einem mehrfach unterbrochenen Finale setzt sich die Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka gegen die Chinesin Li Na und die Mehrheit des Publikums durch und verteidigt ihren Titel.

© REUTERS Im Glanz des Sieges: Victoria Asarenka

„Alles kommt zu dem, der warten kann“, behauptet ein chinesisches Sprichwort, und vielleicht hatte Li Na das ja im Sinn bei der Siegerehrung. „Ich weiß, dass ich nicht mehr jung bin“, sagte die  Dreißigjährige, „aber ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr.“ Vielleicht klappt es ja dann endlich mit dem Titel, denn nach 2011 (6:3, 3:6  und 3:6-Niederlage gegen Kim Clijsters) reichte es auch 2013 nicht.

Peter Penders Folgen:

Die Chinesin unterlag Victoria Azarenka 6:4, 4:6 und 3:6, und die Weißrussin verteidigte damit nicht nur ihren Titel, sondern auch den ersten Weltranglistenplatz. Bei einer Niederlage wäre die Amerikanerin Serena Williams trotz des Ausscheidens im Viertelfinale an ihr vorbeigezogen.

Mehr zum Thema

Die Sympathien in Melbourne waren so einseitig wie selten verteilt  gewesen, was nicht nur daran lag, dass die ungewöhnlich aufgeschlossene Chinesin zu den Publikumslieblingen der Australier gehört. Vor allem die  Begleitumstände ihres Finaleinzuges hatten Victoria Azarenka einiges an Fan-Unterstützung gekostet. Nachdem sie fünf Matchbälle gegen die Amerikanerin Sloane Stephens vergeben hatte, war die Weißrussin mit der Bitte nach einer  ärztlichen Behandlungspause erfolgreich gewesen.

Tennis Australian Open 2013 © dpa Vergrößern Auch so kann eine Siegerin aussehen: Die Titelverteidigerin im Moment des Erfolgs

Das Halbfinale hatte sie danach gewonnen, aber bei den Fans war sie unten durch. Die Geschichte einer blockierten Rippe, die ihr den Atem raubte, hatten ihr nur die wenigsten  abgenommen.

Ein Match mit vielen Pausen

An ungewöhnlichen Pausen allerdings hatte auch das Finale einiges zu  bieten. Li Na, die anfänglich bei jedem Punktgewinn gefeiert worden war, hatte den ersten Satz gegen die sehr nervös wirkende Weißrussin 6:4 gewonnen, lag aber im zweiten Durchgang 1:3 zurück, als sie mit dem linken Knöchel umknickte und erst nach einer Behandlungspause weitermachen konnte. Der Tapeverband  schien sie danach nicht weiter zu beeinflussen, sie holte sich in der Folge das  Break zum 4:4, gab den Satz aber dann dennoch mit einem weiteren Aufschlagverlust ab.

Fireworks explode in the sky in celebration of Australia Day during their women's singles final match between Victoria Azarenka of Belarus and Li Na of China at the Australian Open tennis tournament in Melbourne © REUTERS Vergrößern „Australia Day“: Ein Feuerwerk während des Spiels unterbricht das Finale

Die nächste Unterbrechung folgte dann quasi programmgemäß -  Australien feierte am Samstag „Australia day“, und für 21.40 Uhr war das Feuerwerk über Melbourne angekündigt. Beim Stand von 2:1 für Li Na und nur noch 15 Grad Celsius durften sich die Damen dann erst einmal wieder warm einpacken, weil es für zehn Minuten über ihren Köpfen knallte und blitzte.

Doch kaum war es nach dieser Pause mit dem Damenfinale weitergegangen, war die Begegnung schon wieder unterbrochen. Abermals war Li Na beim ersten Punkt nach der Wiederaufnahme der Partie mit dem linken Knöchel umgeknickt und bei ihrem Sturz zusätzlich mit dem Hinterkopf auf den Boden geknallt. Sie rappelte sich aber nach kurzer Behandlung abermals auf, konnte den letztlich entscheidenden Aufschlagverlust zum 2:4 nicht verhindern. Victoria Azarenka nutzte schließlich bei einem weiteren Break ihren ersten Matchball.

22954071 © AFP Vergrößern Am Boden: Li Na hat Verletzungspech und verliert das Finale

Sie ist nun die achte Spielerin in der Geschichte der Australian Open, die ihren Titel verteidigt  hat. „Ich habe sehr viel erlebt hier in den letzten Tagen“, sagte sie - und vielleicht hat sie auch etwas daraus gelernt.

Australian Open

Damen-Einzel, Finale:
Victoria Asarenka (Weißrussland/1) - Li Na (China/6) 4:6, 6:4, 6:3

Herren-Doppel, Finale:
Bob Bryan/Mike Bryan (USA/1) - Robin Haase/Igor Sijsling (Niederlande) 6:3, 6:4

Quelle: FAZ.NET

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
US Open Kein deutscher Sieg am ersten Tag

Kaum haben die US Open begonnen, schon ist das Turnier für Ana Ivanovic vorbei. Das gilt auch für alle Deutschen, die am ersten Tag angetreten sind. Bei den Männern erwischt es zudem einen Favoriten, der 2014 noch im Endspiel stand. Mehr

01.09.2015, 08:42 Uhr | Sport
Melbourne Zwergflusspferd-Baby entdeckt das Schwimmen

Der Zoo von Melbourne feiert sein erstes Zwergflusspferd-Baby seit mehr als drei Jahrzehnten: Der kleine Obi planscht mit drei Wochen bereits munter im Becken des Geheges in der Hauptstadt des australischen Bundesstaates Victoria. Mehr

21.06.2015, 10:30 Uhr | Gesellschaft
Serena Williams bei US Open Die Chance auf den heiligen Gral

Serena Williams jagt den Grand Slam und den Rekord von Steffi Graf. Doch beweisen muss die Amerikanerin niemandem mehr etwas. Sie ist immer noch das Maß aller Dinge und hat das Tennis verändert. Mehr Von Peter Penders

31.08.2015, 15:10 Uhr | Sport
Victoria Deutscher Gangsterfilm auf Berlinale vorgestellt

Ein zwei Stunden langer Film über einen Banküberfall - gedreht in einer einzigen Einstellung, ohne einen Schnitt. Diese ehrgeizige Produktion des Regisseurs Sebastian Schipper mit dem Titel Victoria ist auf der Berlinale vorgestellt worden. Mehr

07.05.2015, 16:42 Uhr | Feuilleton
Barbara Rittner im Gespräch Grand Slam? Ich glaube, Serena schafft es

Ob der besten Tennisspielerin der Welt der Grand Slam gelingt? Barbara Rittner glaubt an Serena Williams. Die Fed-Cup-Teamchefin spricht über die Ähnlichkeiten mit Steffi Graf – und die besonderen Gefahren auf dem Weg zum Sieg bei den US Open. Mehr Von Peter Penders

30.08.2015, 21:01 Uhr | Sport

Veröffentlicht: 26.01.2013, 12:45 Uhr

Vertrödelt und verbockt

Von Paul Ingendaay

Nach dem Spott über den geplatzten Torwart-Tausch von Real Madrid und Manchester United sollte man sich eine kleine Auszeit für die Schadenfreude nehmen. Um danach Mitleid mit den Opfern zu haben. Mehr 4 7