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Australian Open : Feuerwerk und Lerneffekt

Im Glanz des Sieges: Victoria Asarenka Bild: REUTERS

In einem mehrfach unterbrochenen Finale setzt sich die Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka gegen die Chinesin Li Na und die Mehrheit des Publikums durch und verteidigt ihren Titel.

          „Alles kommt zu dem, der warten kann“, behauptet ein chinesisches Sprichwort, und vielleicht hatte Li Na das ja im Sinn bei der Siegerehrung. „Ich weiß, dass ich nicht mehr jung bin“, sagte die  Dreißigjährige, „aber ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr.“ Vielleicht klappt es ja dann endlich mit dem Titel, denn nach 2011 (6:3, 3:6  und 3:6-Niederlage gegen Kim Clijsters) reichte es auch 2013 nicht.

          Die Chinesin unterlag Victoria Azarenka 6:4, 4:6 und 3:6, und die Weißrussin verteidigte damit nicht nur ihren Titel, sondern auch den ersten Weltranglistenplatz. Bei einer Niederlage wäre die Amerikanerin Serena Williams trotz des Ausscheidens im Viertelfinale an ihr vorbeigezogen.

          Die Sympathien in Melbourne waren so einseitig wie selten verteilt  gewesen, was nicht nur daran lag, dass die ungewöhnlich aufgeschlossene Chinesin zu den Publikumslieblingen der Australier gehört. Vor allem die  Begleitumstände ihres Finaleinzuges hatten Victoria Azarenka einiges an Fan-Unterstützung gekostet. Nachdem sie fünf Matchbälle gegen die Amerikanerin Sloane Stephens vergeben hatte, war die Weißrussin mit der Bitte nach einer  ärztlichen Behandlungspause erfolgreich gewesen.

          Auch so kann eine Siegerin aussehen: Die Titelverteidigerin im Moment des Erfolgs
          Auch so kann eine Siegerin aussehen: Die Titelverteidigerin im Moment des Erfolgs : Bild: dpa

          Das Halbfinale hatte sie danach gewonnen, aber bei den Fans war sie unten durch. Die Geschichte einer blockierten Rippe, die ihr den Atem raubte, hatten ihr nur die wenigsten  abgenommen.

          Ein Match mit vielen Pausen

          An ungewöhnlichen Pausen allerdings hatte auch das Finale einiges zu  bieten. Li Na, die anfänglich bei jedem Punktgewinn gefeiert worden war, hatte den ersten Satz gegen die sehr nervös wirkende Weißrussin 6:4 gewonnen, lag aber im zweiten Durchgang 1:3 zurück, als sie mit dem linken Knöchel umknickte und erst nach einer Behandlungspause weitermachen konnte. Der Tapeverband  schien sie danach nicht weiter zu beeinflussen, sie holte sich in der Folge das  Break zum 4:4, gab den Satz aber dann dennoch mit einem weiteren Aufschlagverlust ab.

          „Australia Day“: Ein Feuerwerk während des Spiels unterbricht das Finale
          „Australia Day“: Ein Feuerwerk während des Spiels unterbricht das Finale : Bild: REUTERS

          Die nächste Unterbrechung folgte dann quasi programmgemäß -  Australien feierte am Samstag „Australia day“, und für 21.40 Uhr war das Feuerwerk über Melbourne angekündigt. Beim Stand von 2:1 für Li Na und nur noch 15 Grad Celsius durften sich die Damen dann erst einmal wieder warm einpacken, weil es für zehn Minuten über ihren Köpfen knallte und blitzte.

          Doch kaum war es nach dieser Pause mit dem Damenfinale weitergegangen, war die Begegnung schon wieder unterbrochen. Abermals war Li Na beim ersten Punkt nach der Wiederaufnahme der Partie mit dem linken Knöchel umgeknickt und bei ihrem Sturz zusätzlich mit dem Hinterkopf auf den Boden geknallt. Sie rappelte sich aber nach kurzer Behandlung abermals auf, konnte den letztlich entscheidenden Aufschlagverlust zum 2:4 nicht verhindern. Victoria Azarenka nutzte schließlich bei einem weiteren Break ihren ersten Matchball.

          Am Boden: Li Na hat Verletzungspech und verliert das Finale
          Am Boden: Li Na hat Verletzungspech und verliert das Finale : Bild: AFP

          Sie ist nun die achte Spielerin in der Geschichte der Australian Open, die ihren Titel verteidigt  hat. „Ich habe sehr viel erlebt hier in den letzten Tagen“, sagte sie - und vielleicht hat sie auch etwas daraus gelernt.

          Australian Open

          Damen-Einzel, Finale:
          Victoria Asarenka (Weißrussland/1) - Li Na (China/6) 4:6, 6:4, 6:3

          Herren-Doppel, Finale:
          Bob Bryan/Mike Bryan (USA/1) - Robin Haase/Igor Sijsling (Niederlande) 6:3, 6:4

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