http://www.faz.net/-gtl-762c7
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 26.01.2013, 12:45 Uhr

Australian Open Feuerwerk und Lerneffekt

In einem mehrfach unterbrochenen Finale setzt sich die Weltranglisten-Erste Victoria Asarenka gegen die Chinesin Li Na und die Mehrheit des Publikums durch und verteidigt ihren Titel.

von , Melbourne
© REUTERS Im Glanz des Sieges: Victoria Asarenka

„Alles kommt zu dem, der warten kann“, behauptet ein chinesisches Sprichwort, und vielleicht hatte Li Na das ja im Sinn bei der Siegerehrung. „Ich weiß, dass ich nicht mehr jung bin“, sagte die  Dreißigjährige, „aber ich freue mich jetzt schon auf das nächste Jahr.“ Vielleicht klappt es ja dann endlich mit dem Titel, denn nach 2011 (6:3, 3:6  und 3:6-Niederlage gegen Kim Clijsters) reichte es auch 2013 nicht.

Peter Penders Folgen:

Die Chinesin unterlag Victoria Azarenka 6:4, 4:6 und 3:6, und die Weißrussin verteidigte damit nicht nur ihren Titel, sondern auch den ersten Weltranglistenplatz. Bei einer Niederlage wäre die Amerikanerin Serena Williams trotz des Ausscheidens im Viertelfinale an ihr vorbeigezogen.

Mehr zum Thema

Die Sympathien in Melbourne waren so einseitig wie selten verteilt  gewesen, was nicht nur daran lag, dass die ungewöhnlich aufgeschlossene Chinesin zu den Publikumslieblingen der Australier gehört. Vor allem die  Begleitumstände ihres Finaleinzuges hatten Victoria Azarenka einiges an Fan-Unterstützung gekostet. Nachdem sie fünf Matchbälle gegen die Amerikanerin Sloane Stephens vergeben hatte, war die Weißrussin mit der Bitte nach einer  ärztlichen Behandlungspause erfolgreich gewesen.

Tennis Australian Open 2013 © dpa Vergrößern Auch so kann eine Siegerin aussehen: Die Titelverteidigerin im Moment des Erfolgs

Das Halbfinale hatte sie danach gewonnen, aber bei den Fans war sie unten durch. Die Geschichte einer blockierten Rippe, die ihr den Atem raubte, hatten ihr nur die wenigsten  abgenommen.

Ein Match mit vielen Pausen

An ungewöhnlichen Pausen allerdings hatte auch das Finale einiges zu  bieten. Li Na, die anfänglich bei jedem Punktgewinn gefeiert worden war, hatte den ersten Satz gegen die sehr nervös wirkende Weißrussin 6:4 gewonnen, lag aber im zweiten Durchgang 1:3 zurück, als sie mit dem linken Knöchel umknickte und erst nach einer Behandlungspause weitermachen konnte. Der Tapeverband  schien sie danach nicht weiter zu beeinflussen, sie holte sich in der Folge das  Break zum 4:4, gab den Satz aber dann dennoch mit einem weiteren Aufschlagverlust ab.

Fireworks explode in the sky in celebration of Australia Day during their women's singles final match between Victoria Azarenka of Belarus and Li Na of China at the Australian Open tennis tournament in Melbourne © REUTERS Vergrößern „Australia Day“: Ein Feuerwerk während des Spiels unterbricht das Finale

Die nächste Unterbrechung folgte dann quasi programmgemäß -  Australien feierte am Samstag „Australia day“, und für 21.40 Uhr war das Feuerwerk über Melbourne angekündigt. Beim Stand von 2:1 für Li Na und nur noch 15 Grad Celsius durften sich die Damen dann erst einmal wieder warm einpacken, weil es für zehn Minuten über ihren Köpfen knallte und blitzte.

Doch kaum war es nach dieser Pause mit dem Damenfinale weitergegangen, war die Begegnung schon wieder unterbrochen. Abermals war Li Na beim ersten Punkt nach der Wiederaufnahme der Partie mit dem linken Knöchel umgeknickt und bei ihrem Sturz zusätzlich mit dem Hinterkopf auf den Boden geknallt. Sie rappelte sich aber nach kurzer Behandlung abermals auf, konnte den letztlich entscheidenden Aufschlagverlust zum 2:4 nicht verhindern. Victoria Azarenka nutzte schließlich bei einem weiteren Break ihren ersten Matchball.

22954071 © AFP Vergrößern Am Boden: Li Na hat Verletzungspech und verliert das Finale

Sie ist nun die achte Spielerin in der Geschichte der Australian Open, die ihren Titel verteidigt  hat. „Ich habe sehr viel erlebt hier in den letzten Tagen“, sagte sie - und vielleicht hat sie auch etwas daraus gelernt.

Australian Open

Damen-Einzel, Finale:
Victoria Asarenka (Weißrussland/1) - Li Na (China/6) 4:6, 6:4, 6:3

Herren-Doppel, Finale:
Bob Bryan/Mike Bryan (USA/1) - Robin Haase/Igor Sijsling (Niederlande) 6:3, 6:4

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Angelique Kerber in Wimbledon Die Furcht vor der frühen Niederlage

Wie viele arrivierte Tennisprofis hat Angelique Kerber gehörigen Respekt vor der ersten Runde. Dass das auch in Wimbledon nicht anders ist, hat weniger mit der Gegnerin Laura Robson zu tun. Mehr Von Doris Henkel, Wimbledon

27.06.2016, 15:05 Uhr | Sport
Weit mehr Chancen als Treffer Deutschland siegt mit 1:0 gegen Nordirland

Anders als in den ersten beiden Spielen der Deutschen bot sich im Pariser Prinzenpark am Dienstag ein Feuerwerk der Chancen. Doch weder Thomas Müller noch Mesut Özil und Mario Götze konnten ihre Chancen gegen Nordirland verwandeln. Am Ende gewann das DFB-Team dank eines Treffers von Mario Gomez mit 1:0. Damit ist Deutschland Gruppensieger der Gruppe C. Mehr

22.06.2016, 09:39 Uhr | Sport
EM-Achtelfinale Deutschland im EM-Achtelfinale gegen die Slowakei

Deutschlands Achtelfinalgegner steht fest: Die Nationalmannschaft kann gegen die Slowakei Wiedergutmachung betreiben für eine Rutschpartie. Irland rutscht als letztes Teams in Achtelfinale. Ein bislang titelloses Team kommt auf jeden Falls ins Finale. Mehr

22.06.2016, 20:17 Uhr | Sport
Deutscher EM-Test Alle Tore vom Wasserball im Video

Erst ist es ein ganz normales Länderspiel. Doch nach einer langen Halbzeit-Pause ist beim Duell zwischen Deutschland und der Slowakei nichts mehr wie vorher. Sehen Sie die Höhepunkte im Video. Mehr

02.06.2016, 22:54 Uhr | Sport
Tennis Siege für Kerber und Zverev

Angelique Kerber nähert sich beim Tennis-Turnier in Birmingham ihrem Vorjahres-Erfolg - sie zieht zumindest ins Viertelfinale ein. Alexander Zverev ist in Halle schon eine Runde weiter. Mehr

17.06.2016, 14:30 Uhr | Sport

Hörmanns Stunde der Wahrheit

Von Michael Reinsch

Jeder gegen jeden: Vier Wochen vor Rio kämpfen Sport und Staat um die Macht. Das erste Opfer scheint der Mann an der Spitze des DOSB zu werden. Mehr 0