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Aus für England bei Rugby-WM : „Wir sind am Ende der Welt“

  • Aktualisiert am

England ist raus! Nicht nur Chris Robshaw ist fassungslos. Bild: Reuters

Der Albtraum wird tatsächlich wahr: Gastgeber England scheitert schon in der Vorrunde der Rugby-WM. Auch Prinz Harry ist fassungslos. Nicht nur sportlich ist das Aus ein Debakel.

          England ist geschockt. Das vorzeitige Aus des Rugby-Teams bei der Weltmeisterschaft im eigenen Land hat Bestürzung und Fassungslosigkeit ausgelöst. „Wir sind am Ende der Welt“, lautete der Tenor auf der Insel nach der historischen 13:33-Niederlage des hochgehandelten Mitfavoriten gegen Australien. Erstmals in der WM-Geschichte scheiterte ein Gastgeber bereits in der Vorrunde. „Wir fühlen uns, als hätten wir das Land im Stich gelassen“, bekannte Kapitän Chris Robshaw. „Wir müssen uns entschuldigen.“

          Für die stolze Sport-Nation England war es bereits die dritte Enttäuschung in einem Nationalsport nacheinander. Zuvor war auch für die Fußballer und das Kricket-Team bei ihren WM-Turnieren jeweils in der Vorrunde Endstation.

          Das Debakel der Rugby-Recken hatte sich bereits in der Vorwoche beim 25:28 gegen Wales angedeutet. Im Duell der ehemaligen Weltmeister konnte am Samstagabend auch der bange mitfiebernde Prinz Harry im Rugby-Tempel Twickenham den Engländern nicht helfen, am Ende schlug auch er die Hände deprimiert vors Gesicht. Das Team wurde von den starken Australiern überrollt. Der überragende Bernard Foley legte zwei der Versuche, verwandelte drei Erhöhungen sowie vier Straftritte. Mit 28 Punkten entschied Foley das Spiel fast im Alleingang.

          Einfach nur Leere: Englands Cheftrainer Stuart Lancaster (rechts) Bilderstrecke

          „Das ist sehr schmerzvoll“, twitterte Englands ehemaliger WM-Held Jonny Wilkinson nach dem Aus in der Hammer-Gruppe A, in der sich Australien und Wales für das Viertelfinale qualifizieren. Der englische Trainer Stuart Lancaster ist bereit, nach dem letzten Gruppenmatch gegen Uruguay am nächsten Samstag Konsequenzen zu ziehen. „Ich weiß, wer die Verantwortung trägt“, sagte Lancaster, der beim Verband einen Vertrag bis 2020 hat.

          Welche Konsequenzen das frühe Scheitern des WM-Ausrichters für das gigantische Spektakel hat, lässt sich in vollem Maß noch nicht abschätzen. Bis zum Finale am 31. Oktober vergehen immerhin noch vier Wochen. Pub-Besitzer und Brauereien befürchten Millionen-Verluste, allerdings ist die Begeisterung für den Sport weiterhin groß und das Geschehen in den anderen Gruppen ebenfalls spannend.

          In Pool B machte der frühere Champion Südafrika die sensationelle Auftaktpleite gegen Japan mit einem 34:16-Sieg gegen Schottland mehr als wett. Die Japaner gewannen zwar 26:5 gegen Samoa, liegen aber mit 8 Punkten hinter Südafrika (11) und Schottland (10) nur auf Platz drei. Sie müssen am letzten Spieltag auf Ausrutscher der Springboks und der Schotten hoffen. Titelverteidiger Neuseeland löste mit dem 43:10 gegen Georgien und dem dritten Sieg im dritten Spiel vorzeitig das Ticket für die K.o-Runde.

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