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Ärger in der Leichtathletik : Gabius ist die Lust auf die WM vergangen

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Bei der WM in London wird Arne Gabius nicht für Deutschland laufen. Bild: Picture-Alliance

Arne Gabius ist der beste deutsche Marathonläufer. Doch bei der WM im August in London startet er nicht. Gabius verzichtet freiwillig, weil er sich ziemlich ärgert – über den eigenen Verband.

          Arne Gabius hat genug. Dabei hätte der beste deutsche Marathonläufer durchaus Lust gehabt, bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im kommenden August wettkampfhalber 42,195 Kilometer durch London zu laufen. Aber damit ist es jetzt vorbei. Weil er sich ärgert. Über den Deutschen Leichtathletikverband (DLV).

          Gabius war im Februar im Höhentrainingslager in Kenia, aber nach seiner Version wartet er immer noch auf die Erstattung der Kosten durch den DLV, was ihm als Kaderathlet zustehe. Auch der vom Verband zugesagte Physiotherapeut sei erst drei Tage vor seiner Abreise in Kenia eingetroffen. Grundsätzlich, so Gabius, sei die Wertschätzung für Läufer im Verband „sehr schlecht“. Zudem sei seit der Neuordnung der Bundestrainer vieles durcheinander. „Das hat mich alles geärgert, das gibt Stress. Und Stress kann ich in so einer Phase nicht gebrauchen“, sagt Gabius, der zudem bemängelte, „dass sich keiner meiner Bundestrainer für das Training interessiert.“

          Berlin-Marathon statt Berliner EM-Marathon?

          Deshalb habe er seine Kommunikation mit dem DLV weitgehend eingestellt. Dort ist seit dem 1. Januar 2017 der frühere Geher André Höhne als neuer Bundestrainer für den Langstreckenlauf verantwortlich. Was seine Teilnahme an den Europameisterschaften 2018, dem Heimspiel in Berlin, angeht, will sich Gabius noch nicht festlegen. Aber er macht sich schon so seine Gedanken. „Ich frage mich, ob ich das deutsche Laufen nicht besser vertrete beim traditionellen Berlin-Marathon als beim EM-Marathon“, sagte der gebürtige Hamburger, der in Stuttgart lebt und seit diesem Jahr für den Verein Therapie Reha Bottwartal startet.

          Gabius, der im Oktober 2015 beim Frankfurt-Marathon Frankfurt den 27 Jahre alten deutschen Rekord von Jörg Peter um 14 Sekunden auf 2:08:33 Stunden verbessert hatte, will beim Halbmarathon am kommenden Sonntag in New York erste Laufversuche auf Asphalt unter Wettkampfbedingungen wagen, bevor er – so ist jedenfalls der Plan – am 9. April in Hannover sein Comeback auf der doppelt so langen Strecke in Angriff gibt. Die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro hatte Gabius wegen einer langwierigen Schambein-Entzündung verpasst.

          „Die getätigten Aussagen von Arne Gabius kann ich so nicht bestätigen“, sagte Thomas Dreißigacker, Leitender Bundestrainer Lauf/Gehen, am Abend in einer ersten Reaktion auf leichtathletik.de. Derzeit befinde man sich zwar in einem strukturellen Übergangsjahr, in dem viele Abstimmungsgespräche getätigt und Fördergrößen neu justiert werden müssen. „In dem Kommunikationsprozess von Seiten der Marathon-Bundestrainerin Katrin Dörre-Heinig und mir wurde allerdings klar das Signal gesendet, dass wir sein Höhentrainingslager in Kenia voll finanzieren möchten. Daran hat sich bisher auch nichts geändert.“

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