Die Angaben des mutmaßlichen Täters seien ausreichend für einen Tatnachweis, sagte Marburgs Staatsanwältin Annemarie Wied an diesem Donnerstagmorgen. Gegen den 38-Jährigen habe ein Amtsgericht mittlerweile einen Strafbefehl erlassen. Demnach erhielt er, wie von der Staatsanwaltschaft beantragt, eine Geldstrafe von 1050 Euro (30 Tagessätze zu 35 Euro). Diese Strafe sei ausreichend, da der er nicht vorbelastet sei und das Geständnis abgelegt habe, sagte eine Sprecherin. Zudem habe der Fall auch für ihn große Folgen gehabt. Der Strafbefehl ist noch nicht rechtskräftig.
Friedrich hatte selbst Anzeige erstattet
Der Mann aus dem Kreis Marburg-Biedenkopf soll Deutschlands bester Hochspringerin eine E-Mail geschickt haben, in der er ihr ein Foto seines Geschlechtsteils anbot. Friedrich hatte selbst Anzeige erstattet. Daraufhin hatten Ermittler die Wohnung des Mannes durchsucht und Datenträger sichergestellt. Die Athletin selbst hatte die Belästigung des vermeintlichen Täters auf der Online-Plattform Facebook öffentlich gemacht.
Sie nannte dabei Namen und Wohnort des mutmaßlichen Stalkers. Dafür wurde sie zum Teil massiv kritisiert. Im Raum standen der Vorwurf der Selbstjustiz und die Frage, warum ausgerechnet eine Polizeikommissarin, die Friedrich im Hauptberuf in Darmstadt ist, das Internet als Pranger nutzt. Diese Affäre war der traurige Höhepunkt einer Saison, in der für die deutsche Rekordhalterin (2,06 Meter) bislang nichts so lief, wie sie sich das nach ihrem Comeback nach langer Verletzungspause (Achillessehnenriss) vorgestellt hatte.
Sie geht der Öffentlichkeit aus dem Weg
Seit diesem Wirbel geht Friedrich der Öffentlichkeit aus dem Weg, sie gibt kaum noch Interviews und wechselt permanent ihren Trainingsort. Die sportliche Qualifikationsnorm für die Olympischen Spiele hatte sie verpasst, weil sie bei zahlreichen Wettkämpfen an der früher für sie selbstverständlichen Höhe von 1,95 Meter scheiterte. Im Juni musste die Frankfurterin ihren Start bei den Europameisterschaften in Helsinki absagen. Friedrich hatte sich den Magen verdorben. „Ich bin zum Kopfmenschen mutiert, aber eigentlich muss ich den Kopf ausschalten“, beschrieb sie ihr Dilemma in dieser Saison einmal. Die Unterstützung der Verbände ist ihr vor Olympia dennoch sicher, schließlich ist ihre Bestmarke von der aktuellen nationalen Konkurrenz unerreicht. „Bei Ariane Friedrich wissen wir, dass sie trotz ihrer großen Verletzungsprobleme in der Lage ist, in London vorne mitzumischen“, sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes, Thomas Bach.
Lese ich da richtig: Selbstjustiz von einer Polizeibeamtin?
Karsten Krug (kkrug)
- 19.07.2012, 15:10 Uhr
Kein Fall von Selbstjustiz
Hauke Christian Hoyer (ToddBeamer)
- 19.07.2012, 15:00 Uhr
Strafanzeigen und Disziplinarverfahren gegen Friedrich
Lars Rockstroh (larroc)
- 19.07.2012, 14:40 Uhr
Mt Verlaub!
peter lust (ausgebufft)
- 19.07.2012, 13:10 Uhr
Veränderungen
Stefan Zhentan (comsen)
- 19.07.2012, 11:40 Uhr