25.10.2007 · Bei den deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften in Erfurt tritt Anni Friesinger am Wochenende zur Titelverteidigung über 500, 1000 und 1500 Meter an. Ihren Start bei der Mehrkampf-WM in Berlin hat sie dagegen jetzt schon abgesagt. Der Eislauf-Star im Interview.
Mit den deutschen Einzelstrecken-Meisterschaften in Erfurt starten die Eisschnellläufer am Wochenende in ihre Saison. In Abwesenheit von Claudia Pechstein, sie in Übersee schon für den Weltcup-Auftakt in Salt Lake City (9. bis 11. November) trainiert, tritt Anni Friesinger zur Titelverteidigung über 500, 1000 und 1500 Meter an. Friesinger will sich in dieser Saison wieder auf die kürzeren Strecken konzentrieren und hat schon jetzt ihren Start bei der Mehrkampf-WM in Berlin im Februar abgesagt. Der Eislauf-Star im Interview:
Warum haben Sie Ihren Start bei der Mehrkampf-WM in Berlin abgesagt?
Ich will mich in dieser Saison wieder auf die kürzeren Distanzen konzentrieren. So habe ich bis jetzt trainiert. Da kommt ein Start über die langen Distanzen nicht in Frage.
Sind Sie erleichtert, die 5000 m nicht laufen zu müssen?
Nein, ich liebe diese Strecke auch, da geht es um Ausdauer und Taktik. Das Training erfordert aber einen anderen Aufwand.
Sie sind doch früher auch alle Strecken gelaufen, warum jetzt nicht mehr?
Ich versuche mich zu reduzieren. Dazu gehört, dass ich mich selber etwas zurücknehme. Ich will einfach nicht mehr so viele Rennen laufen, ich bin schließlich seit meinem 16. Lebensjahr schon im Weltcup dabei.
Wie war die Reaktion des Verbandes?
Natürlich sind sie traurig, dass ich nicht in Berlin dabei bin. Aber sie haben es verstanden.
Reicht Ihnen die Unterstützung des Verbandes für Ihr Privatteam?
Sie zahlen die Reisen und die Wettkampfkosten für meinen Trainer Gianni Romme. Das hilft schon. Natürlich könnte es mehr sein, aber ich weiß, dass der Verband nicht mehr Mittel zur Verfügung hat.
Also gibt es momentan keinen Zwist?
Wir haben uns im Vorfeld vernünftig ausgesprochen. Der Verband und ich sind besser zusammengewachsen, es gibt keinen Gegenwind mehr. Das ist ein schönes Gefühl.
Das heißt, es gibt keine Störfeuer, und Sie können konzentriert trainieren?
Ja. Ich war nicht verletzt, hatte keine Erkältung. Ich habe sehr gut und hart trainiert. Jetzt muss nur noch die Spritzigkeit für die kurzen Strecken kommen. Aber ich bin genau im Plan.
Werden Sie künftig nur noch von 500 bis 1500 m laufen?
Nein, ich will mich auf nichts festlegen lassen. Vielleicht laufe ich nächste Saison wieder lange Strecken.
Was werden Sie bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver laufen, werden Sie dann überhaupt noch dabei sein?
Ich plane schon in 4-Jahres-Schritten. Natürlich will ich dort gerne noch antreten. Und wenn bis dahin alles passt und ich meinen Sport weiter so liebe, stehen die Chancen auch gut.